Was sind Youngtimer und woher kommt dieser Begriff (eine deutsche Erfindung)?

Das Wort gibt es im Englischen gar nicht. Der Begriff wäre "classic car" oder "modern classic". Gemeint sind Fahrzeuge, die zwischen 15 und 30 Jahre alt sind. Ab 30 sind es dann Oldtimer. Auch dieser Begriff ist ein Scheinanglizismus. Aber dann bekommt der Wagen das H-Kennzeichen, aus dem Norddeutschen = H, wie He es em Moors. Nein! War Spaß, bedeutet natürlich "historisches Fahrzeug"! Seit März 2007 ist allerdings das Wort Youngtimer aus der StVO verbannt worden. Keine Rücksicht auf Oldies mehr. Dagegen ist der Zulauf enorm angestiegen. Gerade junge Leute kommen über das Thema Livestyle zu den Spießerkarren ihrer Eltern. Besonders, weil echte Oldtimer fast unerschwinglich sind. Und an diesen Wagen kann man auch noch selber schrauben. Der KFZ-Mechaniker kommt mit einem Schraubenschlüssel und nicht mit dem Laptop! Abwrackprämie ist in diesen Kreisen zum Unwort erklärt worden. Ob Ford Capri, Opel Rekord oder Strich-Achter Mercedes, das sind Liebhaber-Objekte für immer mehr Autoliebhaber!

Ca 430000 Fahrzeuge der Baujahre 1974 -1983 sind noch unterwegs.

Welches Gefährt das Zeug zum Klassiker hat, ist auch Geschmacksache. Manch alte Gurke bleibt halt eine alte Gurke. Und Rostlauben auf Rädern will auch niemand haben. Aber die Sahnestücke, ja die werden immer teurer. Und da braucht man auch ein wenig Kenntnis. Dafür gibt es aber Klubs, Vereine oder auch nur einfache Liebhabertreffen. Dort kann man sich austauschen, Erfahrungen weitergeben. Da wird der KFZ-Halter zum Hobbyisten. So z. B. in Herten. Wo die Interessengemeinschaft der Youngtimer Freunde "Vest" jährlich ein Festival aufzieht. Bei der Zeche Ewald trafen sich dieses Jahr 1200 Liebhaber mit ihren aufpolierten, chromblitzenden Fahrzeugen. Dazu kamen über 5000 begeisterte Zuschauer. Robuste, einfache Technik und solide Verarbeitung, damit wurde Deutschland dereinst wirtschaftlich groß. Heute sind diese Fahrzeuge einfach Kult. Cockpits sehen aus wie Wohnzimmer, aber ohne Spielekonsole. Und müffeln nach zu viel Politur. Da braucht es keinen Mechatroniker, um mal ein Birnchen zu wechseln. Und keine Werkstatt verkauft dir Billig-Chips aus Hongkong zur Reparatur mit 10000% Gewinn. Oder spielt per Computer die Fehleranalyse zurück.  

Der Audi 80, Baujahr 1990

Viel Platz im Motorraum

Audi denkt an seine User, Handling wird einfach.

Birnchenwechsel leicht gemacht

Audi hatte bereits 1982 das strömungsgünstigste Serienfahrzeug der Welt. Und hatte den ersten Katalysator.

Audi ist lateinisch. Der Imperativ von audire = zuhören oder horchen. Also "Horch", der Name des Erfinders und Firmengründers, August Horch. Am 25. April 1910 wurde die Audi Automobilwerke GmbH Zwickau in das Handelsregister der Stadt Zwickau eingetragen. Nach den Kriegswirren blieb das Werk in Ingolstadt, kam aber zu VW. Die vier Ringe stehen für die 4 Marken "Audi, DKW, Horch und Wanderer". Es gab Auf und Ab in der Firmengeschichte, aber stets hohe Qualität und Innovation. Audi steht für minimalistisches Design mit einem höheren Anteil glatter Flächen. Es sind halt Autos mit Kanten und Ecken. Der Tassenstößel-Motor (Schweizer Erfindung) schwebt frei im Raum. Alles ist sehr praktisch. Mein Klassiker ist ein analoges Auto. Fenster, Schiebedach und Spiegel sind zum Kurbeln durch Handbetrieb. Birnen wechseln ist recht einfach. Bei neuen Wagen wohl eher ein Problem. Beim Fahren stellte ich ein agiles Verhalten und leichtgängige, präzise Lenkung fest. Die Schaltung ist wohl eine der besten des VW-Konzerns. Er federt gut aus, nicht zu wattig. Bis dato gibt er mir ein sehr gutes Gefühl. Ich werde ihn wohl eine Zeit lang fahren und dann einmotten, bis er dreißig ist. Nun wäre noch die Frage nach Ersatzteilen zu klären. Auch die gibt es. Bei darparto.de habe ich mal versuchsweise gestöbert, und bin fündig geworden. Ansonsten halt in einschlägigen Foren nachhören. Ein Nachteil ist natürlich der höhere Verbrauch. Meiner ist schadstoffarm und hat die grüne Umweltplakette.

Na, hab ich Euch Appetit gemacht?

Autor seit 5 Jahren
268 Seiten
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