Liest man aber sehr viele von den Forenbeiträgen, ergibt sich insbesondere unter Berücksichtigung von Forenteilnehmern mit detaillierteren Angaben doch insgesamt ein überraschend klares Bild über den Verdienst bei dem Job, bei dem man auch bei Dauerregen und bei Schnee draußen ist.

Vergütung beim Zeitung austragen

Der Verdienst richtet sich in aller Regel nach den verteilten Exemplaren. Einen potentiellen Austrager interessiert aber wahrscheinlich erst einmal mehr, was pro Stunde "drin" ist und wieviel er insgesamt im Monat einnehmen kann. Anschließend berichte ich über die Bezahlung pro Stück.

Zeitung austragen im Winter (Bild: PublicDomainPictures / Pixabay)

Pro Stunde

Die Bezahlung pro Stunde ist für den Vergleich mit anderen Jobs entscheidend. Einzelne Personen berichten, dass sie mit Zeitung austragen im Ergebnis nur etwa 2 Euro pro Stunde verdienen. Sehr gut hat es getroffen, wer ungefähr 13 Euro pro Stunde einnimmt. Am häufigsten werden Stundenlöhne von ungefähr 5 Euro und 8 Euro pro Stunde erreicht.

Austragen im Regen?

Austragen im Regen? (Bild: Hans / Pixabay)

Pro Monat

Auch die praktisch Geldmenge pro Monat interessiert. Kann ich durch das Austragen von Zeitungen genug Geld für mich verdienen? Eines Vorab: Als Hauptjob scheint es ungeeignet zu sein. In ländlichen Gegenden bekommt man mangels Angeboten wohl nicht genug Jobs zusammen. Auch in Ballungsgebieten scheint es schwierig zu sein, wahrscheinlich weil die lukrativeren Jobs nur zu gewissen Zeiten erledigt werden können. Ein kleiner bis stattlicher Nebenverdienst kann aber erzielt werden.

 

Wer nur wenig Aufwand betreibt, kann mit Zeitung austragen ungefähr 50 Euro pro Monat verdienen. Dafür wird beispielsweise 1 mal pro Woche je 1,5 Stunden gearbeitet. Viele Zusteller scheinen etwa 150 Euro pro Monat einzunehmen, beispielsweise durch einen halben Tag Arbeit pro Woche. Bis zu 500 Euro ungefähr werden als Obergrenze genannt. Dafür werden Abonnementszeitungen 6 mal die Woche früh morgens, genauer gesagt spät nachts ausgetragen. Nämlich in der Zeit von 3 bis 6 Uhr.

Pro Stück

Der Verdienst pro Stück verdeutlicht die Unterschiede zwischen den einzelnen Austragungsobjekten. Für kostenlose Wochenzeitungen und Werbeprospekte scheint eine Bezahlung von ungefähr 0,03 Euro pro Stück üblich zu sein. Für Abonnementszeitungen gibt es ungefähr ca. 0,10 Euro pro Stück.

 

Hier kann der Bewerber vorher aktiv steuern: Wer viel verdienen will, sollte sich um Abonnementszeitungen bemühen. Warum verteilen nicht alle Abonnementszeitungen? Dass es zu wenige Möglichkeiten gibt, war eher wenig zu hören. Aber: Die Arbeitsbedingungen sind für die meisten unangenehm. Die Arbeitszeit ist ungefähr von 3 Uhr bis 6 Uhr morgens, 6 Tage die Woche.

Tipps für mehr Verdienst

Verkehrsmittel gut auswählen: Für manche ist - im Sommer - die Benutzung von Inline-Skates praktisch.

Weg gut einteilen. Spezialisten planen ihre Tour mit Hilfe von Exceltabellen! (Tourenliste mit Tabellenkalkulationsprogramm) Die Straßenseiten sollten nacheinander abgelaufen werden. Andere empfehlen die Benutzung des Routenplaners von google maps im "Fußgängermodus".

Zeitungen schlau transportieren, statt Wägelchen oder Fahrradtasche einen Rucksack vorne umschnallen. Dadurch kann man immer zügig bis direkt an die Haustür gehen und die Zeitung schnell herausziehen.

Im Dunklen Zeitungen austragen (Bild: PublicDomainPictures / Pixabay)

Anforderungen an den Jobber - Vorteile für viele Menschen

Es sind häufig Stellen frei!

 

Man ist viel an der frischen Luft, und kann sich unter Umständen sogar das Fitnessstudio sparen.

Nachteile für viele Menschen

Man muss bei allen Wetterlagen raus. Nicht nur bei nettem Sonnenschein und angenehmen Arbeitstemperaturen von vielleicht 20 Grad. Auch bei Starkregen, Hitze, Kälte, auch mal Glatteis. Teilweise auch im Stockdunkeln.

 

Körperlich ist die Arbeit ziemlich anstrengend, nicht nur die Bewegung. Besonders zu Buche schlägt dabei das Schleppen oder Ziehen der dicken Zeitungen oder schweren vielen Prospekte.

 

Teilweise muss man extreme Arbeitszeiten in Kauf nehmen. Außerdem gibt es ein Mindestalter, Zuverlässigkeit ist wichtig und die Bezahlung ist überschaubar.

Vermeidung von Nachteilen

Bei den meisten Nachteilen hat man Chancen, sie zu umgehen. Wer beispielsweise nicht gerne bei starker Kälte draußen arbeitet, kann versuchen, nur im Sommer Zeitungen auszutragen. Dies gleich zu verkünden kann jedenfalls nicht empfohlen werden. Es mindert auch die Chancen erheblich, einen Job zu bekommen bzw. zu behalten.

 

Das Wetterproblem und die körperliche Anstrengung können durch Einsatz eines Autos verringert werden; meist wird die Bezahlung dadurch jedoch noch schlechter.

 

Relativ einfach ist die Vermeidung der extremen Arbeitszeiten, indem nur Prospekte und kostenlose Wochenzeitungen ausgetragen werden. Es hat den Nachteil, dass die Bezahlung pro Stunde, Monat und Stück damit meist erheblich sinkt.

 

Dem Mindestalter von ab 13 Jahren kann durch Abwarten begegnet werden. In der Praxis ist es auch so, dass die Auftraggeber schwer kontrollieren können, wer die Schriftstücke tatsächlich austrägt. Wer unzuverlässig ist, hat allgemein wenig Chancen auf einen vernünftigen Job. Da hilft nur, sich zusammenreißen und den Job ordentlich machen. Die Auftraggeber prüfen nämlich stichprobenartig, ob die Schriftstücke ankommen.

Würden Sie eher ungünstige Arbeitszeiten in Kauf nehmen oder einen geringeren Verdienst?

Wie komme ich konkret an so einen Job?

Man kann natürlich darauf warten, bis ob explizit Zusteller für bestimmte Gebiete gesucht werden. Allgemein wird aber empfohlen, sich regionale Zeitungen zu besorgen oder Werbeblättchen anzusehen, die in der Nähe verteilt werden, sich die Telefonnummer des Verlags herauszusuchen und dort einfach anzurufen. Dort werden meist ein paar Daten der Bewerber aufgenommen und dann dauert es je nach Glück wenige Tage bis auch häufig einige Monate, bis ein geeignetes Zustellgebiet in der Nähe frei wird; dann wird man benachrichtigt.

 

Wer einen Anruf zuerst scheut, dem empfehle ich beispielsweise eine Onlinebewerbung. Wer Mittwochs oder Freitags Zeit hat, kann z.B. hier Name, Adresse und Kontaktdaten in ein Formular eintragen.

 

Dort gibt es übrigens auch einen Test. Mit 6 Fragen wird ermittelt, ob man sich zum Zusteller eignet. Gefragt wird beispielsweise nach dem bevorzugten Verkehrsmittel, dem Ordnungssinn und wie gut man sich im eigenen Wohngebiet auskennt. Ich habe den Test übrigens auch ausgefüllt. Ergebnis: Ich bin nicht geeignet als Zustellerin, da ich mich nicht so gerne draußen aufhalte.

Tipps um einen Job zu bekommen

Eine Bewerbung zum Winter hat bessere Chancen, da viele nach dem Sommer kündigen. Man kann von sich aus erwähnen, dass man auch als Vertretung einspringen würde.

Update 2015: In der Branche ist Bewegung!

Erst sank bei vielen Zustellern der Verdienst, manchmal musste auch fürs Geld länger gearbeitet werden – wegen des Onlinejournalismus. Immer weniger Menschen haben eine Zeitung abonniert, auch die Werbung in Papierform dürfte langsam zurückgehen. Was nicht zugestellt werden soll, wird nicht bezahlt; zudem werden die Wege zwischen den einzelnen Abonnenten länger.

 

Dann gab es einen Hoffnungsschimmer: Der Mindestlohn kommt. 8,50 sollte es ab 2015 für Zeitungszusteller pro Arbeitsstunde geben. Enthält eine Zeitung keine Werbung erst mal immerhin 6,38 Euro, 7,22 Euro in 2016 und ab 2017 ebenfalls 8,50 Euro. Das wäre also für viele Zusteller deutlich mehr, als sie bisher verdienen. Für die Auftraggeber allerdings auch. Einige Abonnenten berichten immerhin von Preiserhöhungen, die den Zustellern zugute kommen könnten. Nach einem Bericht würden manche Auftraggeber auch besonders unrentable ländliche Zustellbezirke nicht mehr beliefern lassen, die bisherigen Zusteller wurden entlassen.

 

Vor allem scheint aber in der Praxis vielfach an Umgehungen gebastelt zu werden. In der Regel wird berichtet, dass zwar der Mindestlohn gezahlt wird, es aber jetzt unrealistische Zeitvorgaben gibt. Beispielsweise soll eine Tour, für die die Zustellerin immer zwei Stunden gebraucht hat, jetzt nach einem angeblichen Computerprogramm in nur einer Stunde machbar sein. Die Gewerkschaften riefen zur Gründung von Betriebsräten und Streiks auf. Ob sich da etwas bewegt, ist allerdings durchaus fraglich. Denn die Setzung von unrealistischen Zeitvorgaben wird in anderen Branchen schon länger mit Erfolg praktiziert, beispielsweise bei den Zimmermädchen, die oft ein Zimmer in 15 Minuten reinigen sollen, jedoch eher 1 Stunde benötigen.

 

Meine Prognose: In ländlichen Gebieten fallen einige Zustellerjobs ganz weg, sonst bleibt bei der Bezahlung mehr oder weniger alles beim Alten.

Mein Fazit

Ich habe den Eindruck, dass der Job einigermaßen gern bzw. lange gemacht wird von Leuten, denen die Bedingungen liegen.

Also Menschen, die gerne bei vielen Wetterlagen draußen sind, gern wandern und idealerweise auch noch gerne früh aufstehen. Schüler sehen den Job teilweise als guten Einstieg in die Arbeitswelt. Andere beißen die Zähne zusammen und hoffen auf eine leichtere Arbeitsmöglichkeit.

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