Im Handel stehen unzählige Sorten zum Verkauf. Blühende, kleine, große, teure, preiswerte, grüne Blattpflanzen, Kakteen, Palmen, Orchideen, Bromelien, Farne und manche, die neu auf dem Markt eingeführt werden.

Schon an den Blättern lässt sich grob erkennen, an welchem Ort sich die Gewächse wohlfühlen könnten. Kleine, verdickte, vielleicht auch ledrig harte Blätter weisen darauf hin, dass diese Zimmerpflanzen viel Sonne und Wärme vertragen. Farne stehen lieber feucht und etwas schattiger. Palmen brauchen viel Platz, kommen im Sommer auch im Freien auf Balkon oder Terrasse zurecht, brauchen es im Winter aber kühl und oft auch hell. Unsere zentral beheizten Wohnräume bieten lange nicht für alle Gewächse ideale Bedingungen.

Zimmerpflanzen kaufen - Qual der Wahl

Sukkulenten kommen mit viel Sonne zurecht (Bild: H. Nedo)

Bevor Sie eine Zimmerpflanze kaufen, erkundigen Sie sich, was es für eine ist und was sie braucht, um lange zu überleben. Wobei einige, gerade blühende Arten als Wegwerf-Pflanzen gezogen sind. Diese Arten kaufen Sie wie einen Blumenstrauß und pflegen sie nach der Blüte nicht weiter. Wenn Sie eine Ihnen unbekannte Zimmerpflanze geschenkt bekommen, lohnt sich die Mühe, diese zu bestimmen. Bücher oder das Internet helfen dabei oder Sie zeigen in einer Gärtnerei ein Foto. Wer genau weiß, welche Art bei ihm steht, kann die richtigen Bedingungen 

Komponenten zur Pflege von Zimmerpflanzen

Ganz allgemein steht fest, dass mehrere Komponenten für das Wachstum Ihrer Zimmergewächse notwendig sind. Licht, Wasser und Nährstoffe, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit sowie der Bodengrund spielen eine Rolle und sollten möglichst optimal aufeinander abgestimmt sein. Viele Pflanzen wachsen in einem Zyklus, der ihrem natürlichen Standort entspricht. Sie stehen im Sommer also gerne hell und warm, im Winter dagegen lieber kühl und dunkler. Andere Gewächse lieben es umgekehrt und noch wieder andere Arten ziehen die Blätter ganz ein. Sie verbringen einen Teil ihres Lebens als Knolle oder Zwiebel. Fast alle Zimmerpflanzen mögen es, wenn die Temperatur nachts etwas absinkt. Ebenso haben sehr viele Gewächse Probleme mit zu trockener Luft. Wenn sie dann noch zu viel, was leider häufig vorkommt, oder zu wenig gegossen werden, fristen sie ein trauriges Dasein und sehen nicht lange schön aus.

Der richtige Standort – Licht und Temperatur

Von großer Bedeutung ist schon einmal die Suche nach dem richtigen Standort für Ihre Pflanze. Allgemein kann man sich merken, dass alle Pflanzen mit großen und weichen Blättern mit einem dunkleren Platz besser zurechtkommen. Ihre Blätter würden in der vollen Sonne verbrennen. Gewächse mit kleinen, harten und eventuell sogar verdickten Blättern benötigen dagegen einen Platz mit viel Licht. Diese können sogar an einem Südfenster stehen, wobei auch hier eine Beschattung in der Mittagszeit hilfreich ist. Solche Pflanzen vertragen auch die trockene Zimmerluft besser. 

Große weiche Blätter lieben es, wenn sie regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Da solche Gewächse auch schnell Staub ansetzen, sollte dieser regelmäßig abgewischt oder abgeduscht werden. Denn die Staubschicht sieht nicht nur unschön aus, sie behindert auch die Lichtaufnahme. 

Neben dem Licht ist die Temperatur ein wichtiges Kriterium für den richtigen Standort. Wo höhere Temperaturen herrschen, wird auch mehr Licht benötigt. Gerade zum Überwintern von Kübelpflanzen ist oft ein kühler aber frostfreier Raum notwendig. Dieser kann ruhig etwas dunkler sein, denn in der Ruhephase stellen die Pflanzen das Wachstum ein. In kühlen Räumen wird daher auch weniger Licht sowie Wasser benötigt.

Wasser und Nährstoffe

Licht, Temperatur, Wasser und Nährstoffe sollten immer aufeinander abgestimmt sein. Eine Zimmerpflanze, die im Wohnzimmer hell und warm steht, verdunstet mehr Wasser als eine im Topf im kühlen Treppenhaus an der Nordseite. Leider werden die meisten Pflanzen zu viel gegossen. Das bewirkt, dass an die Wurzeln nicht genügend Luft gelangt, eventuell beginnt die Erde sogar zu faulen. Ein Abtrocknen des Substrates ist also eher nützlich als dass es schadet. Gegossen wird mit zimmerwarmem, abgestandenem Wasser. Es kann auch Regenwasser sein. Je nach Art und Jahreszeit sollte es ab und zu mit flüssigen Nährstoffen angereichert werden. Dabei ist mehrmaliges Düngen in geringen Dosen besser als eine seltene hochdosierte Düngung. Womit und wie oft Sie düngen, ist sehr von der Art der Zimmerpflanze abhängig. Kakteen- oder Orchideendünger gibt es im Handel genauso wie solchen, der für Grün- oder Blütenpflanzen gedacht ist. Neben den flüssigen Varianten sind auch Düngestäbchen sehr praktisch. Manch Pflanzenliebhaber schwört auf natürliche Dünger. So soll Kaffeesatz ein Segen für große Kübelpflanzen sein. Kräuterteereste wandern ab und an in den Blumentopf oder selbst Knoblauchbrühe. 

Azaleen stehen gerne kühl (Bild: H. Nedo)

Das Behältnis und der Bodengrund

Nicht zuletzt muss der Zimmergärtner überlegen, worin seine Pflanzen wachsen sollen. Plastetopf oder lieber einer aus Terrakotta, Hydrokultur oder herkömmlich mit Erde, einzeln in Töpfen oder als Pflanzenarrangement in einer Pflanzwanne: das sind Möglichkeiten, die zur Auswahl stehen. Viele Zimmergewächse kommen mit all den genannten Varianten zurecht, solange die anderen Komponenten auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Beim Substrat sind jedoch Unterschiede zu beachten. Ein Orchidee kann nicht in Kakteenerde stehen. Palmen benötigen für ihre Pfahlwurzeln eher hohe Töpfe, Bromelien dagegen nehmen das Wasser über den Blatttrichter auf. Sie kommen mit sehr wenig Substrat aus. Orchideen werden inzwischen in lichtdurchlässigen Töpfen verkauft. Deren Luftwurzeln bilden unter Lichteinfluss den Grünen Farbstoff Chlorophyll. Versenken Sie Ihre Orchideen also nicht in einem blickdichten Übertopf. So haben die Wurzeln der Gewächse ganz verschiedene Bedürfnisse und je größer eine Pflanze wird, desto mehr Raum braucht sie. Umgetopft wird in der Regel in ein größeres Gefäß, dass nur ein oder maximal zwei Nummern größer sein soll. Die Zeit des Umtopfens fällt bei fast allen Pflanzen in das Frühjahr. Manche, die über Sommer eine Ruhephase hatten, können Sie auch im Herbst umtopfen.

Unter guten Bedingungen können einige Zimmerpflanzen über Jahrzehnte im Familienbesitz gedeihen. Dann müssen Sie ab und zu mit neuer Erde versorgt werden, eventuell mit einem größeren Topf und vor allem mit dem berühmten grünen Daumen. Was nichts anderes bedeutet, als dass es dem Zimmergärtner gelingt, alle Komponenten gut aufeinander anzustimmen, also Licht, Luft, Temperatur, Nährstoffe, Bodengrund und Platz für die Wurzeln.

Autor seit 5 Jahren
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