10 Tage Italien-Rundreise

Venedig

Canale Grande - Venedig - ItalienEigentlich war geplant, auch in Verona für einen halben Tag eine kleine Besichtigungstour zu machen, aber bei der Ankunft zog gerade ein Gewitter über Verona. Also wurde kurzerhand der nächsten Zug genommen. Ankunft um die Mittagszeit in Venedig Santa Lucia, direkt am Canale Grande. Obwohl es erst Ende März war, und Touristen empfohlen wurde, bei einem Besuch in dieser Jahreszeit auf alle Fälle Gummistiefel mit einzupacken, war die Stadt bereits überfüllt mit Touristen. Das Wetter war für einen Stadtbummel ideal, mit rund 15 Grad Celsius, teils sonnig, teils bedeckt, nicht zu warm und nicht zu kalt. Allerdings lagen lange Bohlen in mitten der Wege, die davon zeugten, dass Venedig für eventuelle Regengüsse mit Überschwemmungen gerüstet war.

Die Unterkunft lag im Stadtteil Cannaregio, was lag also näher, als die Zeit zu nutzen und einen Spaziergang durch das Ghetto Venedigs in unmittelbarer Nähe zu machen. Das Ghetto entstand durch Zuflucht suchende Juden bereits vor 500 Jahren und war auch der einzige Bereich, der nicht total mit Touristen überfüllt war. Obwohl sich ein Besuch für geschichtlich interessierte GhettoMenschen auf jeden Fall lohnt. Dieser Bezirk wurde zur damaligen Zeit auch immer abends abgesperrt und erst morgens wieder geöffnet. Tafeln an einer Mauer, die oben auch noch mit Stacheldraht abgesichert ist, zeigen mahnende Bilder aus Zeiten der Judenverfolgung. Nur entlang der Strada Nova, in der Marktstände aufgebaut und viele kleine Geschäfte angesiedelt sind, war in Cannaregio einiges los.

Gondel vor der Rialtobrücke

Gondel vor der Rialtobrücke (Bild: I. Ajerrar)

Bei einem Besuch in Venedig sind natürlich die Rialtobrücke und der Markusplatz ein Muss. Jedoch so mit Touristen verstopft und total überteuert, dass es schöner ist, von den bekannten Pfaden abzuweichen und die kleinen Gassen zu erkunden. Abseits war sogar am frühen nächsten Morgen eine kleine Bar zu finden, in der für nur 2,50 € einen Kaffee und ein gefülltes Croissant zum Frühstück genossen werden konnte, obwohl man dort an einen kleinen Tisch saß. Das mit dem Setzen beim Kaffee trinken kann in Venedig nämlich teuer werden. An einer Bar in Nähe des Bahnhofs Santa Lucia war ein Schild, mit der Aufschrift "Cappuccino 1,50 €". Also hinsetzen, einen Cappuccino bestellen und genießen. Beim Bezahlen dann plötzlich das Aufwachen. Nur weil man sich hingesetzt hat, kostet er plötzlich das Doppelte. Wobei nirgendwo einen Hinweis darauf stand, dass im Sitzen alles teurer wird. Jetzt waren auch die bösen Gesichter von den Leuten zu erklären, die auch draußen saßen, dann drin bezahlten und gingen. Also Vorsicht und vor dem Setzen lieber nachfragen oder vorher bezahlen. Auch wenn die 3,00 € gegenüber den übrigen Kaffeepreisen, zum Beispiel am Markusplatz, noch akzeptabel war. Dafür gab es eben kein Trinkgeld.

 

Venedig (Bild: I. Ajerrar)

Venedig (Bild: I. Ajerrar)

 

Die Wege durch Venedig – über viele kleine Brücken - wurden vom Markusplatz aus in Richtung Hafen - vorbei an den Kreuzfahrtschiffen - beendet, um im Hotel das Gepäck abzuholen und mit dem Intercitynotte über Nacht weiter nach Rom zu fahren.

Am Markusplatz

Am Markusplatz (Bild: I. Ajerrar)

Rom

Der Empfang in Rom erfolgte leider durch ein Gewitter mit heftigem Regen. Ein etwas mulmiges Gefühl verursachten auch die vielen Uniformierten, mit ihren Maschinenpistolen. Wobei diese ja eher für die Sicherheit der Reisenden zuständig waren. Keine Ahnung, ob das in Rom immer so ist, oder nur an Ostern. Jedenfalls verzog sich das Gewitter bald. Das Gepäck wurde in der Unterkunft deponiert und die erste Route zu den Sehenswürdigkeiten begann.

Vorbei an der Basilica Papale di Santa Maria Maggiore zum Colosseum, welches natürlich total überlaufen von Touristen war, wurde der Weg einfach auf das gerade Wohl fortgesetzt und die Gebäude und Plätze angesehen, an denen man ziellos vorbei ging. Als es wieder anfing zu regnen, hieß es ein trockenes Plätzchen zu suchen, um eine Pause einzulegen. Es hörte aber nicht wieder auf, sondern begann zu donnern. Also wurde in einem nahe gelegenen Kiosk eine Fahrkarte gekauft, um mit der Straßenbahn zur Unterkunft zurück zu fahren.

 

Rom

Rom (Bild: I. Ajerrar)

Supreme Court of CassationAm nächsten Morgen – es war Ostersonntag - war das Wetter wieder besser. Es schien sogar zwischendurch die Sonne. Also wurde diesmal eine Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel in Rom gekauft und als erstes mit der Metro zur Haltestelle Lepanto gefahren, um von dort aus den Tiber entlang zu spazieren. Vorbei an manchmal mehr, manchmal weniger imposanten Brücken, am Supreme Court of Cassation, dem Palast des OberstenCastel Sant'Angelo Gerichts und dem Castel Sant'Angelo

Eigentlich sollte ja vermieden werden, ausgerechnet am Ostersonntag morgens zur Vatikanstadt zu gehen. Aber plötzlich war man auf dem Spaziergang die Tiber entlang doch da gelandet, was sich natürlich an der enormen Menschenmenge zeigte, die sich auf dem Petersplatz befand.

 

Dennoch wurde der Weg bis zur Isola Tiberina, einer Insel im Tiber, auf der sich ein Allgemeinkrankenhaus befindet, fortgesetzt.

Nachdem die Füße genug strapaziert worden waren, ging es einfach Kreuz und quer mit verschiedenen Bussen durch Rom. Immer wenn ein interessanter Ort zu sehen war, wie zum Beispiel der Piazza Venezia (Titelbild), konnte man aussteigen und das Ganze genauer ansehen. Wobei der eine oder andere Bus nicht gerade Vertrauen erweckend aussah und auch gefährlich klapperte. Aber es gab ja auch noch andere Busse, die, wenn man Glück hatte, weniger gefährlich aussahen.

Isola Tiberina

Isola Tiberina (Bild: I. Ajerrar)

Pompej - Ausgrabungsstätte und Vesuv

 

Am Ostermontag ging die Fahrt weiter Richtung Neapel und Pompej. Die Bahnstrecke ging ein langes Stück immer am Meer entlang.

 

 

 

 

 

 

In Pompej gehören natürlich die Besichtigung der Ruinen und der Besuch des Vesuv in das Programm. Für die Ruinen sollte schon ein ganzer Tag eingeplant werden, da das Gelände sehr größflächig und der Eintritt auch nicht unbedingt günstig ist. Ratsam ist es auch, für einen guten Sonnenschutz, bequeme Schuhe und ausreichend zu trinken zu sorgen.

 

 

 

 

Ein anschließender Bummel durch das Örtchen - falls die Füße noch mitmachen - schließt den Tag gemütlich ab. Ansonsten sitzen die Menschen auch gerne am Piazza Bartolo Longo mit Blick auf die Kirche an einem Springbrunnen oder an einem Eiscafe.

 

 

Diese Ruhepausen in der Sonne wurden nicht nur von den Menschen genutzt...

 

Vesuv
Aussicht vom Vesuv

Aussicht vom Vesuv (Bild: I. Ajerrar)

In Pompej kann fast an jeder Straßenecke ein Ausflug mit Guide auf den Vesuv gebucht werden. Das ist jedoch eine recht teure Angelegenheit. Wem diese Kosten zuviel sind, der hat die Möglichkeit, mit einem öffentlichen Bus hin zu fahren. Das kostete nur 7,60 € hin und zurück. Dazu waren dann noch 10,00 € für den Eintritt zum Krater zu bezahlen.

 

 

Man sollte jedoch gut zu Fuß sein, da der Aufstieg zum Krater dann doch noch ein ganzes Stück bergauf geht. Das Ganze dann noch mit Brandgeruch in der Nase, denn an manchen Stellen qualmt er noch vor sich hin und hat auch einiges an Bäumen verkohlt. Wobei der Krater an sich nicht unbedingt ein Aha-Erlebnis war, da er einfach nur aussah, wie eine große Vertiefung mit Geröll darin.

 

Der Tag Aufenthalt in Neapel war eine Enttäuschung. Eine Stadt mit viel Verkehr, Hektik und Menschen aller Nationen, machte eher einen fast herunter gekommenen Eindruck. Der auf dem Stadtplan gefundene Botanisch Garten war leider geschlossen und dadurch nicht einmal als ein Plätzchen zur Erholung verfügbar. Somit war das fast ein verlorener Tag nach den ganzen vorherigen Eindrücken und so ging die Fahrt über Nacht weiter nach Livorno.

 

Livorno

Am frühen Morgen war Ankunft in Livorno, wo ein halber Tag Aufenthalt eingeplant war.

Die Strecke vom Bahnhof zum Hafen zog sich wesentlich länger als gedacht geradeaus. Erst als schön angelegte Allee, dann vorbei an der Cisternone 

 

 

über den Piazza della Repubblica, übergehend in eine Einkaufsstraße. Viel war um die frühe Uhrzeit in der Dunkelheit noch nicht zu sehen. Um so schöner war es dann zu erleben, wie es langsam über dem Meer hell wurde.

Livorno

Livorno (Bild: I. Ajerrar)

Pisa

 

Am Nachmittag fuhr der Zug in Pisa ein. Nach einer kurzen Mittagspause begann die Tour durch Pisa, mit dem Hauptziel, dem schiefen Turm von Pisa.

 

 

 

 

 

Wobei dieser durchaus nicht das einzige Sehenswerte in Pisa ist, wie die Chiesa di Santa Maria del Carmine zeigt.

 

 

 

 

 

 

 

Leider gab es auch hier zwischendurch Schauer, was den Bummel durch die Stadt etwas verzögerte.

Arno - Pisa

Arno - Pisa (Bild: I. Ajerrar)

Florenz

 

Als letztes italienisches Städte-Bonbon der Italien-Rundreise verblieb jetzt noch die Hauptstadt der Toskana: Florenz. Die Sehenswürdigkeiten in der Altstadt waren alle leicht zu Fuß erreichbar.

 

 

 

Ein absolut leckeres und dabei durchaus nicht teures Eis gab es an der Basilica di Santa Maria Novella.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da der nächsten Tag noch als letzter Tag übrig und alles besichtigt war, und sich auf dem Stadtplan entlang des Arno eine große Grünfläche zeigte, wurde beschlossen, diesen sonnigen Tag einmal wieder im Grünen zu verbringen. Es dauerte etwas, bis sie erreicht wurde, entpuppte sich aber als durchaus lohnenswert. Man konnte nicht nur spazieren gehen und die Natur genießen, sondern sich auch sportlich auf dem Trimm-dich-Pfad betätigen.

 

Florenz

Florenz (Bild: I. Ajerrar)

Arno - Florenz

Arno - Florenz (Bild: I. Ajerrar)

Von Tirano nach Chur

Dann wurde es Zeit, den letzten sehenswerten Reiseabschnitt anzutreten, auch wenn das bedeutete, wieder Richtung Heimat aufzubrechen. Die Fahrt nach Tirano, um mit dem Bernina Express im Panorama Waggon nach Chur zu fahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ergaben sich atemberaubende Ausblicke auf dieser 4 stündigen Fahrt, die vom Zugpersonal auch jeweils kommentiert und erklärt wurden.

Aussicht aus dem Bernina Express

Aussicht aus dem Bernina Express (Bild: I. Ajerrar)

Ajerrar, am 18.04.2018
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Bildquelle:
I. Ajerrar (Reiseerlebnis Irland – Die grüne Insel)
I. Ajerrar (Kleine Süd-Norwegen Rundreise "Natur")
I. Ajerrar (Reisebericht Kappadokien-Rundreise - Türkei)

Autor seit 6 Jahren
99 Seiten
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