Equal Pay: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Der Weg zur wirklichen Gleichstellung ist ein harter. Viel ist erreicht worden, aber noch längst nicht alles. Obwohl Frauen bei gleicher Qualifikation die gleiche Arbeit wie Männer leisten, erhalten sie im Schnitt 13 Prozent weniger Lohn. Deshalb fordern Frauenverbände schon seit Jahren "Equal Pay"; gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Die Sessel in den Vorstandsetagen bleiben durchweg Männern vorbehalten. Nur etwa 3 Prozent Frauen sind in Führungspositionen. Das, obwohl Mädchen deutlich bessere Schulabschlüsse haben als Jungs und viel mehr Frauen studieren als Männer.

Die Frauenquote in börsennotierten Unternehmen

Der Bundestag hat die lang diskutierte Frauenquote in Unternehmen im Frühjahr 2015 mit großer Mehrheit beschlossen. Ab 2016 gilt bei bestimmten Großunternehmen bei der Aufsichtsratswahl eine Quote von mindestens 30 Prozent . Lediglich Grüne und Linke enthielten sich der Stimme. Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) nannte den Beschluss einen "historischen Schritt" für Deutschland. Gut hundert börsennotierte Unternehmen, in denen die Arbeitnehmer voll mitbestimmungsberechtigt sind, müssen seit 2016 bei der Besetzung von Aufsichtsratsposten den 30-Prozent-Anteil einhalten. Ansonsten darf der Posten nicht besetzt werden,.

Foto: Familienministerin Manuela Schwesig/(c) Susi Knoll

Frauen haben für ihre Rechte kämpfen müssen

Eine Million Frauen gingen am 19. März 1911 auf die Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Clara Zetkin, Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin, hatte den Anstoß zu einer der größten Kundgebungen von Frauen in der damaligen Zeit gegeben. Sie ist die Urmutter der Emanzipation. Ihr und ihren Mitstreiterinnen ist es zu verdanken, dass in Deutschland bereits 1918 das Frauenwahlrecht eingeführt wurde. Mittlerweile gibt es "100 Jahre internationaler Frauentag".

Weltfrauentag führt ein Schattendasein

Obwohl der internationale Frauentag schon 100 Jahre auf dem Buckel hat, führt er in der Bundesrepublik ein Schattendasein. Seit 1921 findet dieser Festtag für Frauen am 8. März statt. Aber er hat in vielen Köpfen keinen Einzug gehalten, noch nicht mal bei den Frauen. In der ehemaligen DDR und in vielen so genannten "sozialistischen" Staaten war der 8. März ein Feiertag. Frauen mussten an diesem Datum nicht arbeiten, und viele Veranstaltungen wurden zu Ehren des weiblichen Geschlechts organisiert. Seit der Wiedervereinigung gehört dies der Vergangenheit an. Doch viele Frauen in den neuen Bundesländern erinnern sich wehmütig an die Zeit, als der internationale Frauentag - auch Weltfrauentag genannt - einen hohen Stellenwert besaß. Es geht ihnen dabei nicht um die Verherrlichung der DDR, denn die will wohl kaum eine vernüftige Frau im Osten der Republik wieder haben. Aber die Frauenrechte, die sollen schon hoch gehalten werden.

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Warum das Betreuungsgeld Unsinn ist

DGB-Frauen: Betreuungsgeld fördert Altersarmut
Ein würdiges Leben im Alter bleibt vielen Frauen versagt, weil sie keine adäquate Altersversorgung haben. Von Altersarmut sind hauptsächlich Frauen betroffen, weil sie meist nur einen Teilzeitjob haben und durch Kindererziehungszeiten nicht genügend in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Die Einführung des Betreuungsgeldes wirft die Bemühungen um Gleichstellung in der Altersversorgung von Frauen um Jahrzehnte zurück. Ganz zu schweigen von der Gefahr, dass gerade sozial schwache Mütter ihren Kindern die Bildung entziehen, die sie in Kinderbetreuungseinrichtungen erhalten. Dazu gehört auch das Erlangen von sozialer Kompetenz, von Empathiefähigkeit und die Freude daran, jeden Tag etwas Neues zu lernen.

Ohne Gleichstellung kein Fortschritt - Juristisch herrscht Gleichberechtigung, aber die Realität ist anders

Viele Rechte, die heute selbstverständlich sind, haben sich die Frauen erkämpfen müssen. Es ist noch nicht einmal 40 Jahre her, dass eine Frau erst ihren Mann fragen musste, bevor sie einen Arbeitsvertrag unterschrieb. Zwar herrscht nach dem Gesetz heute Gleichberechtigung. Aber die Realität sieht anders aus. Das zeigt schon die Ungleichbehandlung bei der Entlohnung.

Der Kampf ist noch nicht zu Ende und darf es auch nicht sein, denn Wirtschaft und Gesellschaft sind auf das Know How und die Einsatzbereitschaft von Frauen angewiesen, sowohl auf der beruflichen als auch auf der familiären und ehrenamtlichen Schiene. "Frauenpolitik ist innovative Gesellschaftspolitik", mit diesem Slogan feierte die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) den Weltfrauentag zur Jahrtausendwende. Das Motto gilt heute noch und wird ergänzt durch den Zusatz "Ohne Gleichstellung kein Fortschritt". Frauenbeauftragte aus Städten und Landkreisen in der Bundesrepublik, Gewerkschaften und Parteien nutzten den 100. Geburtstag des internationalen Frauentags, um auf das Thema Gleichstellung aufmerksam zu machen.

Krimifreundin, am 19.02.2011
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