Wespe an der Kaffeetafel - Ungebetene Gäste und wie man sie los wird

Die sommerliche Idylle auf der Terrasse ist rasch gestört, wenn eine Wespe anschwirrt. Wer mag schon seinen Pflaumenkuchen oder das Grillsteak teilen? Auf beides fliegt das Insekt: "Fleischiges" will sie für den Nachwuchs ergattern - das Süße selbst naschen. Doch keine Panik: Wenn ein paar einfache Missverständnisse ausgeräumt sind, lässt sich's gut zusammen den Sommer genießen.

...oder an der Wand - Ein Blickfang für Tierliebhaber
Digitaldruck Fototapete Wespe 200x133

1. Regel: Ruhe bewahren - Bloß nicht hektisch werden

Wenn sich eine Wespe nähert, tut sie das in friedlicher Absicht: Sie will einfach nur schauen. Vielleicht gibt es ja etwas Leckeres für sie. Sich auf der Kaffeetafel umzusehen, ist für das Tier aber nicht ganz so einfach wie für den Menschen: Damit sich in ihrem Gehirn ein Bild zusammensetzt, muss sie mit ihren Facettenaugen die Umgebung scannen. Das geschieht, indem sie hin- und herfliegt.

Auf den Menschen wirkt der nervöse Flug wie die Vorstufe eines aggressiven Angriffs. Das ist es aber nicht.

Also nicht irritieren lassen und einfach ruhig bleiben - die Wespe ist es auch.

2. Regel: Ablenken - Einfach nebenan füttern

Weshalb nicht teilen? Ein Krümelchen Kuchen oder ein Scheibchen Wurst wird schon entbehrlich sein. Das wird auf einen extra Teller gepackt und in angemessener Enrfernung von der eigenen Tafel abgestellt. Am besten rechtzeitig, bevor man selbst mit der Mahlzeit loslegen will.

Die Wespe, die keinerlei Sehnsucht nach menschlicher Nähe verspürt, wird sich gerne in der Ferne laben. Ganz wichtig: Nach dem Essen auch das Schälchen abräumen, sonst lockt man sich dauerhaft Gäste an.

Wer ein bisschen Zeit mitbringt, bekommt übrigens dann ein interessantes Schauspiel geboten. Mit ihrem Schneidwerkzeug wird das Insekt einen Brocken abschneiden - möglichst groß, vielleicht sogar zu schwer zum Abtransport. Dann heißt es sich zu bescheiden, damit die Beute auch sicher nach hause gebracht werden kann.

3. Regel: Dezente Kleidung - Reflex zum Zuschlagen unterdrücken

Manche Farben oder Muster locken die Tiere besonders an. Es hilft wie immer Ruhe – sie fliegen von alleine wieder weg. Das gilt auch, wenn sich eine Wespe in ein Kleidungsstück verirrt hat: Sie krabbelt alleine wieder raus und verschwindet. Wer sie allerdings zuschlägt, drückt oder festhält, riskiert einen Stich.

4. Regel: Den Nützling schützen - Wespen danken die gute Behandlung

Die gelb-gestreifte Eingreiftruppe schafft sie alle weg: Mücken, Bremsen, Schnaken. Wespen sind Nützlinge, die Jagd auf lästige Insekten machen. Die Beute wird zerlegt, das "Filet" zum Wespennest transortiert: Es dient der Brut als Nahrung.

Dass sie blutsaugende Plagegeister abhält, ist ihre "Gegenleistung" für eine pflegliche Behandlung.

Deshalb die Wespen bitte nicht töten oder in eine Falle locken. Wer trotzdem eine solche aufhängt, sollte gewährleisten, dass die Tiere schnell wieder freigelassen werden.

5. Regel: Untermieter dulden - Königinnen kehren nicht zurück

Übrigens: Bis man realisiert, dass man ein Wesennest zur Untermiete hat, gehen meist rund drei Monate ins Land. Die nächsten drei Monate kann man sie also auch noch dulden.

Wenn die Tiere ausgezogen sind – in Wahrheit endet das kurze Leben der letzten Generation Anfang November - bloß nicht ungeduldig werden und das Nest wegreißen: Wer es lässt, hat die Gewähr, dass sich die Königin im nächsten Jahr garantiert nicht hier ansiedelt.

Und selbst wenn das Nest entfernt wird, ist das Risiko gleich Null: Die Wespen kehren in aller Regel nicht mehr an ihren Ursprungsort zurück.

Wer sich umfasender für die Tiere interessiert, findet hier ein Auswahl an interessanten Büchern.

Myrtis, am 19.06.2012
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