Wer in dieser Zeit nicht spinnt, ist nicht normal

5 verrückte Dinge

"Wer in dieser Zeit nicht spinnt, ist nicht normal". Dieser Satz des deutschen Autors Manfred Mai begleitet mich seit vielen Jahren und springt mir immer wieder ins Gedächtnis, wenn mich ein kleiner Teufel reitet. Er flüstert mir ins Ohr: "Mach doch einmal was ganz Verrücktes!".

Es gibt viele Gelegenheiten, bei denen mir der Schalk im Nacken sitzt und darauf wartet, dass ich ihn frei lasse. Hier die Beispiele von 5 verrückten Dingen, die ich gerne anstellen würde - mal mehr, mal weniger verrückt und bisweilen sogar ziemlich normal.

Verrücktes Ding Nummer 1: Politiker derblecken

Alljährlich zur Starkbierzeit gibt es das Politikerderblecken auf dem Nockherberg in München. Ich habe große Lust, Politiker das ganze Jahr zu derblecken, aber auf eine ganz verrückte Art. Für die Tageszeitung muss ich oft zu Veranstaltungen ausrücken, bei denen Politiker endlos lange Reden schwingen und das Publikum damit langweilen. Es fällt mir schwer, geduldig sitzen zu bleiben und die hehren Worte mitzuschreiben. Um mich bei Laune zu halten, stelle ich mir den Redner in Feinripp-Unterwäsche vor und muss an mich halten, dass ich nicht laut kichere. Um endlich mal ein deutliches Zeichen zu setzen und darauf aufmerksam zu machen, dass mir das Geschwafel auf den Senkel geht, möchte ich in ein Eulenspiegel-Kostüm schlüpfen und die Rede des Politikers mit einer Gegenrede stören, die sich gewaschen hat: Scharfzüngig, intelligent und witzig. Politiker derblecken, das ist eines der 5 verrückten Dinge, die ich gerne anstellen würde.

Verrücktes Ding Nummer 2: Ein Essen für sozial Schwache kochen

Leute, die Hartz IV beziehen oder die generell mit wenig Geld auskommen müssen, werden häufig in die Schublade mit der Aufschrift "Sozialschmarotzer" gesteckt. Aber oft sind diese Menschen unverschuldet in Armut geraten. Dafür gibt es viele Gründe. Fakt ist, dass sie jeden Cent dreimal umdrehen müssen, bevor sie etwas einkaufen. Auch und gerade bei Nahrungsmitteln müssen sie sparen. Aufwändige Menüs sind mit einem schmalen Geldbeutel nicht zu finanzieren. Deshalb würde ich gerne ein leckeres Essen für sozial Schwache kochen, damit sie einmal richtig schlemmen und genießen können. Verköstigen würde ich die Leute im Sozialcafé am Ort, das von einem Verein betrieben wird. Dieser Verein nimmt sich den Menschen mit wenig Einkommen an und verlangt für alle Getränke und Kuchen nur 50 Cent. Ich würde mein Essen spendieren. Dafür würden mich einige Leute für verrückt erklären. Aber dieses "verrückte Ding" würde ich zu gerne anstellen.

Verrücktes Ding Nummer 3: Einen Tag lang schweigen

Es wird täglich viel überflüssiges Zeug geredet – vor allem am Telefon. Platituden wie "Wie geht's?" zur Begrüßung oder "Dann einen schönen Tag noch" zum Abschied sind oft nur so dahin gesprochen, ohne dass sich derjenige Gedanken darüber macht, was dahinter steckt. Einmal einen Tag überhaupt nichts zu reden, eine Art Schweigegelübde einzuhalten, ist zwar irgendwie verrückt, aber macht andererseits auch frei für völlig neue Gedanken. Wenn man die Menschen, die einem wichtig sind, in sein Vorhaben einweiht, dann haben sie Verständnis oder wissen zumindest, dass man ihnen nichts Böses will. Ist es ein verrücktes Ding, einen Tag lang nicht zu reden? Ich würde es jedenfalls gerne mal ausprobieren.

Verrückte Dinge tun

Verrücktes Ding Nummer 4: Blumen an Wildfremde in der Einkaufsstraße verschenken

Wenn ich die vorbeihetzenden Menschen in Einkaufsstraßen beobachte, stelle ich mir oft vor, was sie gerade denken. Hatte die verbissen blickende Brünette im grauen Kostüm gerade Krach mit ihrem Chef? Hat sich der geradeaus starrende Typ mit dem Schlabberpulli mit seiner Freundin gestritten? Rechnet die aufgebrezelte Blondine mit dem hektischem Augenaufschlag die Kalorien zusammen, die sie vorhin beim Mittagessen verschlungen hat? Irrwitzige Fragen, die sich beim Studium der Gesichter aufdrängen. Für einige Sekunden möchte ich diese Leute aus ihren festgefahrenden Gedanken reißen und ihnen einen Wimpernschlag lang Freude bereiten. Ich möchte einen großen Blumenstrauß kaufen und einzelne Blumen an wildfremde Menschen in der Fußgängerzone verteilen. Einfach so. Verrückt! - Oder?

Irgendwie auch ein bisschen verrückt: Realsatire und Politkabarett

Verrücktes Ding Nummer 5: Ein Theaterstück schreiben und an einem öffentlichen Platz aufführen

Mir stehen Mund und Augen offen, wenn ich Kabarettisten wie Volker Pispers oder Urban Priol höre, die aus irrwitzigen Einfällen geniale Kabarettprogramme zusammenstellen. Sie kreieren völlig neue Wortschöpfungen und knüpfen Zusammenhänge, die dem Unbedarften nie in den Sinn gekommen wären. Ich möchte gerne ein Theaterstück schreiben, das schrill und verrückt ist. Es schwebt mir eine Mischung aus Realsatire und Krimi vor, gewürzt mit einem dicken Klecks Gesellschaftskritik und einer kräftigen Prise Humor. Dieses Stück würde ich dann auf einem öffentlichen Platz aufführen, wo jeder zuschauen kann. Das ist das fünfte verrückte Ding, das ich gerne anstellen würde.

Vorschläge für 200 total verrückte Dinge
Sehr viel übrig geblieben ist von den insgesamt 200 Vorschlägen allerdings nicht. Das meiste wurde gestrichen (zu blöd, zu gefährlich, abartig...)

Krimifreundin, am 06.06.2011
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