Bairam (Bayram) ist das traditionelle Fest der Muslime nach der Fastenzeit Ramazan (Ramadan). Es wird mit einem großen üppigen Essen mit der gesamten Familie begangen und dauert, je nach Land, mehrere Tage an. Ist der erste Tag nach der Fastenzeit ganz der Familie gewidmet, gehört der nächste Tag den Freunden und Bekannten. Wie bei den Christen zu Weihnachten oder zu Ostern, gehören auch zum Bairam-Fest kleine Geschenke. Oft werden, wie sonst nur zu Sylvester üblich, Böller gezündet oder Gewehrsalven abgefeuert. Musikanten ziehen durch die Straßen der Städte und spielen uralte Volksweisen.

 

Bairamfeste

Im muslimischen Glauben sind zwei Bairamfeste vorzufinden. Zunächst das oben beschriebene Ramazan-Bairam, das Fest nach Beendigung der Fastenzeit. Das zweite Fest ist Kurban- Bairam, das Opferfest, das 70 Tage nach Ramazan Bairam gefeiert wird. Dieses Fest wird in Erinnerung an Abrahams Opfer, welches auch in der christlichen Bibel beschrieben ist, gefeiert.

Das Schlachten eines Schafes gehört bei diesem Bairam unbedingt dazu. In Bosnien gehört es zur Tradition, das Fleisch des Schafes in Portionen zu teilen und an bedürftige Familien zu verschenken.

 

Bairam in Bosnien

Das diesjährige Bairamfest beginnt bei unseren europäischen Nachbarn in Bosnien am 30. August. Bei Sonnenaufgang gehen die gläubigen muslimischen Männer mit den männlichen Kindern in die Moschee zum Beten, die Frauen und Töchter beten zu Hause. Der Ruf des Muezzins vom hell erleuchteten Minarett der Moschee, ist für die Muslime das Zeichen nun zum Gebet zu eilen. Nach einem ausgiebigen Bad in den frühen Morgenstunden, wird frische Kleidung angezogen, früher war es auch üblich sich zu Bairam neu einzukleiden, bevor sich auf den Weg in die Moschee gemacht wird. Nach dem Beten beglückwünschen sich die moslemischen Bosnier, die ihren Glauben der osmanischen Besatzung verdanken, mit den Worten: BAJRM SERIF MUBAREK OLSUN.

Nach dem Besuch der Moschee schließt sich oftmals ein Besuch auf dem Friedhof an, um für die verstorbenen Familienmitglieder zu beten.

Zwischenzeitlich wird von den Frauen und Töchtern alles für das bevorstehende Festmahl vorbereitet. Schon seit Tagen werden in allen Häusern Teppiche und Gardinen gewaschen, Fußböden blank gescheuert und alles auf Hochglanz gebracht. Sogar die Autos glänzen fast alle.

Zahlreiche Speisen, von süß bis salzig, wurden in ausreichenden Mengen vorbereitet und große Brotlaibe gebacken.

Nach alter Tradition sieht in Bosnien die Speisefolge für das Festessen ungefähr so aus:

  • Am Anfang wird eine leichte Brühe mit Fleischeinlage oder eine Trahana-Suppe gereicht.

  • Als nächstes folgt ein Fleischgericht aus dem Ofen, mit Kartoffeln und Gemüse.

  • Jetzt kommen kleine, mit Hackfleisch und Reis gefüllte Kohlröllchen(Sarma) an die Reihe

  • Nun kommt ein aus Blätterteig bestehender Käse- oder Kartoffelauflauf (Pita) auf den Tisch

  • Es folgt der nächste Gang, ein Geflügelgericht

  • Nun sind die süßen Genüsse an der Reihe, es werden verschiedene Sorten Kuchen gereicht. Unbedingt gehören Baklava und Tulumbe mit dazu.

Nun kommt die Familie an diesem Tag, meist bei den ältesten Familienmitgliedern, zusammen, beschenkt sich und feiert ausgiebig dieses hohe Fest.

Alle Besucher, die ihre Glückwünsche ausrichten möchten, werden ebenfalls mit an den Tisch gebeten. In früheren Zeiten wurde einfach ein weißes Tischtuch auf den Fußboden gelegt und es wurde auf der Erde gegessen. Dabei wurde eine Trennung von Frauen und Männern strikt eingehalten.

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