Warum eine Niveauregulierung?

Dieses System ist in der Lage, das Fahrzeug konstant auf einer Höhe zu halten oder es bei Bedarf abzusenken bzw. anzuheben. Dafür gibt es viele Gründe: Der wichtigste ist die schon genannte Fahrt mit hoher und wechselnder Zuladung, etwa in einem Kombi. Hier ist ein konstantes Fahrzeugniveau für ein sicheres Fahrverhalten ausschlaggebend. Fährt man zudem mit einem Anhänger, kommt es umso mehr auf eine waagerechte Lage an. Fahrzeuge, für die das gilt, sind oft mit einer Mechanik in der Hinterachse ausgerüstet, die den Höhenausgleich herstellt.

Bei vielen Nutzfahrzeugen ist es ohnehin erforderlich, das Fahrzeugniveau entsprechend des Einsatzzwecks zu verändern. Im unwegsamen Gelände mit vielen Hindernissen oder beim Unterfahren von höhenbeschränkten Bücken zahlt sich diese Fähigkeit aus. Deshalb wird sie auch in den meisten Geländewagen, Bau- und Militärfahrzeugen genutzt, aber auch in Sportwagen wegen des geringeren Luftwiderstandes im abgesenkten Zustand und in Lowriders, die aus Showgründen ihr Fahrzeugniveau verändern. Sie alle verfügen über eine Höhenverstellung in den Fahrzeugachsen.

Niveauregulierung (Bild: http://www.flickr.com/photos/karlfrankowski/496468)

So arbeitet das System:

Für Niveauregulierungen werden hauptsächlich Stoßdämpfer oder Luftfahrwerke verwendet. Hydropneumatische Stoßdämpfer passen ihr Niveau durch das Hinzupumpen oder Herauslassen von Druckluft und Öl an. Um das zu ermöglichen, liegt der Gasraum außen am Stoßdämpfer. Ein Kompressor leistet den erforderlichen Druck. Moderne Fahrzeuge verfügen über eine elektronische Sensorik, die die Wagenhöhe ermittelt bzw. den Gewichtsunterschied zwischen Vorder- und Hinterachse berechnet und die ausgleichende Niveauregulierung automatisch steuert. Geschieht diese Regulierung manuell, wählt der Fahrer selbst je nach Bodensituation zwischen verschiedenen Stellmöglichkeiten.

 

Alternativ zum Stoßdämpfer werden Luftfahrwerke oder –bälge eingesetzt, die die Hauptfeder unterstützen. Auch sie können automatisch in Aktion treten, wenn das Heck des Fahrzeugs unter einer hohen Beladung zu sehr absinkt. Die Federn werden dann mit Luft aus einem Kompressor versorgt, den ein Elektromotor antreibt. Der Vorteil dieses System ist seine Unabhängigkeit vom Fahrzeugmotor und die mögliche Einzelradregelung, bei der Schiefladungen durch nur partielles Regulieren ausgeglichen werden können.

Serienmäßig oder nachrüstbar

Viele Fahrzeuge im gehobenen Preissegment verfügen über eine serienmäßige Niveauregulierung. Zumindest aber besteht beim Kauf eine Option darauf. Dies betrifft in erster Linie Kombis oder SUVs und auch Luxussportwagen, die sich ohne Regulierung bei zu geringer Bodenfreiheit beschädigen könnten. Mittelklassefahrzeuge lassen sich nachrüsten. Es gibt Firmen, die sich regelrecht auf den Einbau von Niveauregulierungen spezialisiert haben. Dabei kommen unter anderem Systeme von Monroe zum Einsatz, dem Hersteller, der den Stoßdämpfer erfunden hat. Monroe produziert nach eigenen Auskünften jeden vierten Stoßdämpfer für den Weltmarkt, darunter last- und niveauregulierende Stoßdämpfer für alle Arten von Fahrzeugen, die schwere Lasten transportieren oder als Zugfahrzeuge genutzt werden. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der Monroe Ride-Leveler ist wie jeder herkömmliche Stoßdämpfer konstruiert, besitzt aber eine zusätzliche pneumatische Federung, die das Fahrzeugniveau optimal anpasst. Eine progressive Polyurethan-Feder an der Kolbenstange verhindert das Absinken des belasteten Fahrzeugecks. Unermüdliche "Bulli"-Fahrer etwa, die ihre Busse durch Regionen mit schlechter Infrastruktur steuern, schwören auf die HiJackers von Monroe. Diese lassen sich durch das Reifenventil und einen Druckschlauch an der Tankstelle oder mit einem mitgeführten Kompressor mit Luft befüllen und sind sehr robust. Per Knopfdruck kann der Luftdruck erhöht werden, wenn mehr Bodenfreiheit gewünscht wird. Im Cockpit befindet sich ein Manometer, unter diesem ein Ventil, um die Luft wieder abzulassen.

 

Neben Monroe sind auch der Sachs Niveaumat sowie diverse Luftfahrwerke bei den Nachrüstern gefragt. Und eine zahlreiche Fangemeinde im Internet diskutiert ausgiebig das Für und Wider der verschiedenen Systeme von Niveauregulierungen. Wer neu auf diesem Gebiet ist und eine für sein Fahrzeug sucht, ist aber bei seinem Autohändler allemal an der richtigen Beratungsadresse.

Autor seit 3 Jahren
15 Seiten
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