Hitler als Kleinkind (Bild: Deutsches Bundesarchiv ; Urheber: unbekannt)

Das Grauen nimmt seinen Anfang

Adolf Hitler wurde am 20. April 1889 in Braunau am Inn als viertes Kind  des österreichischen Zollbeamten Alois Hitler und der Hausfrau Klara Hitler, geborene Plötzl geboren. Gerüchte zu Folge soll es sich bei Klara Plötzl um die Nichte von Alois Hitler gehandelt haben, was jedoch aufgrund der ungeklärten Familiensituation des Zoobeamten nicht erwiesen ist. Von den sechs Kindern dieser Ehe starben vier noch im Kindesalter. Lediglich Adolf Hitler und seine Schwester Paula erreichten das Erwachsenenalter.

Hitler verbrachte seine Kindheit und Jugend anfangs in Passau und später in Lambach und Leonding bei Linz. Mit sechs Jahren wirkte er als Chorknabe und Messdiener im Benediktinerstift der oberösterreichischen Gemeinde Lambach. Adolf Hitler wuchs im Gegensatz zu seiner eigenen Darstellung und Legendenbildung in geordneten Verhältnissen auf. Er galt als aufgeweckter, lebhafter und begabter Schüler, der sich aber durch seinen Hang zur Bequemlichkeit sowie einem launischen und zuweilen auch störrischen Charakter selbst im Weg stand. Der junge Adolf erzielte in der Volksschule durchweg gute Noten. Als ihn sein Vater jedoch auf die Realschule nach Linz schickte, änderte sich dies grundlegend. Hitler erreichte zweimal nicht das Klassenziel und verließ schließlich mit sechszehn Jahren vorzeitig die Schule. Sein Vater bekam dieses "Versagen" seines Sohnes nur noch zum Teil mit, da er im Jahre 1903 plötzlich verstarb.

Schon zu diesem Zeitpunkt interessierte er sich im vermehrten Umfang für die bildenden Künste. Vor allem die Malerei wurde ihm zu einer Herzensangelegenheit, der er nun fast schon exzessiv nachging. Ohne Beschäftigung gab sich Hitler ganz der Kunst hin. Er war Dauergast beim landschaftlichen Theater, trat einem Musicalverein bei und und wurde Mitglied einer Bücherei. Etwas mehr als ein Jahr nach einem Kurzbesuch in Wien machte er sich wieder auf den Weg in die österreichische Kunstmetropole, um sich in die Akademie für bildende Künste aufnehmen zu lassen. Doch die Probezeichnung, die er als Kriterium einer Aufnahme abgeben musste, erbrachte ein ungenügendes Ergebnis, so dass seine Aufnahme abgelehnt wurde. Für den jungen kunstbegeisterten Hitler brach eine Welt zusammen. Als seine Mutter im Jahre 1907 an Brustkrebs starb, kehrte er für kurze Zeit nach Linz zurück.

Das Verhängnis nimmt seinen Lauf

Nach seiner Rückkehr nach Wien lebte Hitler von seiner Waisenrente und dem Verkauf selbstgemalter Bilder. Dennoch reichte es nur für ein bescheidenes Einkommen. Nach einem mehrfachen Wohnungswechsel zog Hitler im Jahre 1910 in ein Männerwohnheim. In diesen Jahren kam er zum ersten Mal mit den Schriften der Antisemiten Guido von List und Jörg Lanz von Liebenfels in Berührung. Darüber hinaus fand er an den demagogischen Fähigkeiten des damaligen Wiener Bürgermeisters und überzeugten Antisemiten Karl Lueger großen Gefallen. Damals dürften sich Hitlers ideologische Vorstellungen von einer überlegenen arischen "Herrenrasse" gebildet haben. Nach der Ausbezahlung seines Erbes zog er schließlich im Jahre 1913 nach München.

Dort verdingte sich Hitler, der nun in Untermiete wohnte, weiterhin als Kunstmaler. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, meldete sich der inzwischen 25-jährige Adolf Hitler freiwillig zum Kriegsdienst und wurde in die bayerische Armee eingezogen. Kurz vor Kriegsende wurde er bei einem Senfgasangriff verletzt. Nach dem Krieg blieb Hitler bei der Armee und schlug sich anfänglich auf die Seite der Sozialisten. Doch bereits 1919 zeigte er sein wahres Ansinnen, als er in seinem ersten politischen Dokument unter anderem die Ansicht vertrat, dass die Juden als treibende Kräfte der sozialistischen Revolution durch eine national gesinnte Regierung "entfernt" werden müssten. Dieses vor Antisemitismus strotzende Manifest bildete schließlich eine der Grundlagen seiner späteren Politik und führte zum Massenmord an den europäischen Juden.

Noch im selben Jahr schloss sich Hitler der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) an, die unter dem Deckmantel sozialistischer Ideen eine antisemitische Politik verfolgte. Dank seines neu entdeckten demagogischen "Talents", die Massen von sich und den Ideen der Partei zu überzeugen, stieg er sehr schnell in der Hierarchie der DAP auf, die sich auf sein Betreiben schließlich 1920 in "Nationalsozialistische Arbeiterpartei (NSDAP)" umbenannte. Bereits ein Jahr später übernahm Hitler dank seines geschickt gesponnenen Intrigennetzes den Vorsitz der NSDAP. Die NSDAP bekam in den folgenden Jahren immer mehr Zulauf, ihre Macht war jedoch anfangs nur auf Bayern beschränkt. Am 08. November 1923 sah Hitler den Zeitpunkt gekommen, gemeinsam mit General Ludendorff die Macht in Bayern zu übernehmen und die rassistisch-nationalistische Ideologie "seiner" Partei nach Berlin zu tragen. Doch der Putsch scheiterte und Hitler und Ludendorff wurden festgenommen. Während Ludendorff im nachfolgenden Prozess freigesprochen wurde, erhielt Adolf Hitler eine fünfjährige Haftstrafe, die er in der Haftanstalt Landsberg absitzen sollte. Doch bereits nach neun Monaten Haft wurde er wegen guter Führung begnadigt. In dieser Zeit verfasste Hitler sein Manuskript "Mein Kampf", in dem er seine politischen Ansichten und die Ideologie des Nationalsozialismus vorstellte. Das 1925 erstmals veröffentlichte Buch sollte schließlich zu einer Art "Bibel" für die Nationalsozialisten und den Rechtsradikalismus werden. 

In den folgenden Jahren versank die NSDAP dank der stabilen wirtschaftlichen Lage in der Weimarer Republik fast in der Bedeutungslosigkeit. Dies änderte sich jedoch schlagartig, als Ende 1929 die Weltwirtschaftskrise auch Deutschland erfasste. Nun kamen wieder Hitlers polemische Fähigkeiten zum Tragen. Adolf Hitler und seine NSDAP wurden zu einem ernstzunehmenden Machtfaktor in Deutschland. Hitler verstand es geschickt, ebenfalls nationalistisch orientierte Politiker und auch hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Militär für seine Ziele zu mobilisieren. Am 30. Januar 1933 übernahm die NSDAP endgültig die Macht in Deutschland und Adolf Hitler wurde zum Reichskanzler ernannt. Der neue Reichskanzler nahm etwa einen Monat später den Reichstagsbrand, der wahrscheinlich zu Unrecht dem niederländischen Kommunisten Marinus van der Lubbe angelastet wurde, zum Anlass, mit dem Ermächtigungsgesetz alle vorher bestehenden Grundrechte außer Kraft zu setzen. An diesem Tag wandelte sich die Republik endgültig in eine Diktatur mit dem neuen "Führer" Adolf Hitler an der Spitze. Der bittere Rest ist Geschichte!

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