Senioren als aktiver Teil der Gesellschaft - Selbstbewusst und engagiert im Alter

Die Alterspyramide in Deutschland kehrt sich unaufhaltsam um, so dass es in Zukunft weniger junge Menschen geben wird und dafür die Zahl der älteren Menschen stetig zunimmt. Viele haben aber mit dem Älterwerden große Probleme und behandeln dieses Thema genauso, wie die jährlich zu erstellende Einkommenssteuererklärung, sie schieben es solange wie nur irgendwie möglich vor sich her. Dabei kann das Älterwerden durchaus seinen Reiz haben und muss nicht automatisch ein Lebensabschnitt voller Tristesse sein.

Ältere Menschen sind produktiv und wichtig für die Gesellschaft

Wer heute zur älteren Generation in Deutschland gehört, muss oft mit dem Vorurteil kämpfen, dass alte Menschen zu nichts mehr taugen und die Gesellschaft eher belasten, weil sie nichts mehr leisten und zum Gemeinwohl beitragen. Dabei können gerade sie durch ihre Lebenserfahrung, ihr Wissen und ihre immer noch vorhandene Energie der Gesellschaft positive Impulse geben. Viele ältere Menschen sind trotz Renten- oder Pensionsalter weiterhin berufstätig (wenn auch nur als Aushilfe oder in Teilzeit) und tragen so zu einer funktionierenden Wirtschaft bei. Andere engagieren sich im Alter ehrenamtlich in Vereinen oder karitativen Institutionen und versuchen auf diese Weise, weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und die Gesellschaft zu gestalten.

Soziale Kontakte beibehalten

Wer älter wird und ins Pensions- oder Rentenalter eintritt, der erlebt diesen Schritt häufig als einen einschneidenden Rückzug aus dem bisher wichtigen Umfeld der Berufstätigkeit und den dazugehörenden Personen (beispielsweise Arbeitskollegen, Geschäftskontakte). Nicht wenige erleben dies in gewisser Weise als Ausgrenzung, denn die tägliche Routine wird eine andere, man hat plötzlich weniger Kontakte sowie mehr Zeit und weiß mit der neu gewonnenen Freiheit vielleicht erst einmal nichts anzufangen. In dieser Situation kommt schnell das Gefühl auf, unnütz zu sein. Deshalb ist es wichtig, bisherige soziale Kontakte zu pflegen, wenn auch vielleicht nicht mehr so intensiv, wie früher. Eine Lösung könnte auch sein, sich neue Hobbys zu suchen oder alte wiederzubeleben und so neue Kontakte zu knüpfen, welche die alten ersetzen beziehungsweise ergänzen. Das kann der Angelverein oder ein Schachklub ebenso sein, wie eine Sport- oder Wandergruppe für Senioren. Auf diese Weise entgeht man auch der Gefahr, dem jeweiligen Lebenspartner daheim das Leben schwer zu machen, indem man entweder all das tun will, was bis jetzt ihre/seine Aufgabe war oder sie/ihn mit Vorschlägen zu traktieren, wie sie/er die Aufgaben besser erledigen könnte.

Das Alter schenkt Freiheit

Ein wichtiger Aspekt beim Älterwerden ist die Tatsache, dass man im Alter sehr viel mehr Freiheiten hat, als früher. Wer sich aus dem Berufsleben verabschiedet hat, kann sein Leben gänzlich neu gestalten und nach innen und außen neue Impulse setzen, denn die Verpflichtung und der Druck, gute Arbeit leisten zu müssen, lösen sich in Wohlgefallen auf und machen vielfältigen Möglichkeiten Platz, Neues zu beginnen. Plötzlich ist Zeit für Hobbys oder ehrenamtliches Engagement, lange aufgeschobene Reisen können gemacht werden oder die bisher vielleicht zu kurz gekommene Familie rückt stärker in den Mittelpunkt. Nach einem Leben, das vom Beruf geprägt war, darf man sich endlich ohne jede Sorge und schlechtes Gewissen um sich selbst und seine Bedürfnisse kümmern. Leider können viele älter werdende Menschen mit dieser Freiheit zuerst einmal gar nichts anfangen und brauchen eine gewisse Zeit, um zu erkennen, dass das Alter auch viele positive Aspekte in sich birgt.

Ziele und Visionen im Alter sind wichtig

Wenn man älter wird, gerät man schnell in den Verdacht, keine Ziele und Visionen im Leben mehr zu haben. Vor allem von jüngeren ist häufig die Frage zu hören, was denn alte Menschen wohl noch für Ziele in der kurzen, ihnen noch verbleibenden Lebensspanne haben könnten. Dabei bietet doch gerade das Alter die Möglichkeit, bisher nicht verfolgte Ziele noch einmal in Angriff zu nehmen und sich für noch nicht verwirklichte Visionen verstärkt einzusetzen. Gerade hier kann die große Lebenserfahrung und über Jahrzehnte erworbenes Wissen sehr von Vorteil sein, denn sowohl Erfahrung als auch Wissen sind die Grundlage für das Gelingen von Vorhaben. Zudem weckt die Aufgabe, ein wichtiges Ziel beziehungsweise eine Vision zu verfolgen, immer ungeahnte Energien und Lebensgeister, nicht nur bei jungen Menschen, sondern auch bei Menschen der älteren Generation.

Das Alter als spannender Lebensabschnitt

Viele Menschen fürchten den zweiten Lebensabschnitt als eine Zeit, die geprägt ist von Krankheit, Untätigkeit und Tristesse. Natürlich wird man aufgrund des Alterungsprozesses gebrechlicher und anfälliger für Erkrankungen. Wie man aber sein eigenes Älterwerden erfährt, das hängt zu einem nicht geringen Teil auch von der Einstellung ab, mit der man dem natürlichen Prozess des Älterwerdens begegnet. Nur wer das Alter als Chance sieht, sein Leben weiterhin aktiv zu gestalten, wird diesem Lebensabschnitt letztlich positiv gegenübertreten.

Autor seit 5 Jahren
207 Seiten
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