Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher (Albert Einstein)

Kindheit und Jugend

Es war genau zwei Wochen nachdem der Ingenieur Werner von Siemens an seinem Haus in Berlin die erste elektrische Straßenbeleuchtung montierte, als am 14. März 1879 in der Bahnhofstraße B135 in Ulm das erste Kind von Hermann und Pauline Einstein zur Welt kam. Vor dem Haus fuhren Pferdedroschken, das Auto war noch nicht erfunden. Nicht weit entfernt in Mannheim schraubte Carl Benz noch an seinem ersten Benzinmotor mit dem er 6 Jahre später ein Patent auf das erste Automobil bekam und damit ein neues Zeitalter einläutete.

Die Einsteins waren eine alteingesessene jüdische Kaufmannsfamilie, und nichts deutete darauf hin, dass ihr Sohn Albert einmal das physikalische Weltbild revolutionieren würde und zum Inbegriff des genialen Wissenschaftlers werden sollte. Ganz im Gegenteil, 15 Monate nach seiner Geburt zog die Familie nach München um, wo Hermann Einstein mit seinem Bruder Jakob eine Firma gründete und Alberts Mutter machte sich Sorgen, da ihr Kind immer noch nicht sprechen konnte. Tatsächlich sollte es drei Jahre dauern, bis Albert das erste Wort sprach. Er kam dann in die Volkschule und schließlich 1888 an das Luitpoldgymnasium in München wo er bald durch herausragende Leistungen auffiel, zwar nicht in Sprachen aber in den Naturwissenschaften. Mit dem strengen Schulsystem im deutschen Kaiserreich kam Albert jedoch nicht so zurecht, er galt als aufrührerisch, legte sich mit den Lehrern an und brach letztendlich nach 6 Jahren ohne Abschluss das Gymnasium ab.

Seine Familie war inzwischen nach Mailand gezogen und Albert folgte ihnen ohne das Abitur in der Tasche. Das holte er im schweizerischen Aarau nach wo er 1896 das Abiturzeugnis erhielt mit Bestnote in allen Fächern außer Französisch. Noch im gleichen Jahr gab er seine deutsche Staatsbürgerschaft auf um in der Schweiz studieren zu können und war die nächsten fünf Jahre staatenlos. Noch als Schüler im Alter von 16 Jahren schrieb er seine erste wissenschaftliche Arbeit "Über die Untersuchung des Ätherzustandes im magnetischen Felde", die aber nie publiziert wurde. Das Gerücht, Einstein wäre nur ein mittelmäßiger Schüler gewesen ist somit eine Legende und nicht belegbar.

Albert Einstein im Alter von drei Jahren

Albert Einstein im Alter von drei Jahren (Bild: Wikimedia Commons)

Studium und beruflicher Aufstieg

Einstein schrieb sich für ein Studium an der Schule für Fachlehrer des Polytechnikums in Zürich ein, welches er 1900 mit einem Diplom als Fachlehrer für Mathematik und Physik verlies. Er war zunächst erstmal arbeitslos, da er keine Anstellung als Assistent am Polytechnikum bekam, wohl eine Folge seiner eher unmotivierten Einstellung während des Studium. Erstes Geld verdiente er 1901 als Lehrer und mit Privatstunden in Mathematik und Physik. Zu dieser Zeit erhielt er auch die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Wie erst später öffentlich bekannt wurde, wurde Albert Einstein im Januar 1902 Vater einer unehelichen Tochter mit seiner Kommilitonin Mileva Marić, die er Anfang 1903 heiratete. Über das Schicksal des Mädchens ist allerdings nichts weiter bekannt, man vermutet, dass es früh verstorben ist oder zur Adoption freigegeben wurde.

Im Juni 1902 erhielt Einstein endlich eine feste Anstellung mit Hilfe seines Freundes Marcel Grossmann beim Schweizer Patentamt in Bern als Prüfer. Albert Einstein war gerade 23 Jahre alt.

Neben seiner Tätigkeit als Patentprüfer beschäftigte er sich weiterhin mit physikalischen Problemstellung, die er alle theoretisch anging. In den folgenden Jahren publiziere er einige seiner wichtigsten Arbeiten zum Photoelektrischen Effekt und zur Brownschen Molekularbewegung. Außerdem erhielt er im Januar 1906 den Doktortitel in Physik. Seine Arbeit 1905 zur "Äquivalenz von Masse und Energie", enthielt die weltberühmte Formel E = mc² und wurde als spezielle Relativitätstheorie bekannt. Die Jahre am Patentamt gehörten zu seinen Produktivsten überhaupt.

Albert Einsteins Aufstieg war nicht mehr aufzuhalten, er wurde 1911 Professor für theoretischen Physik in Prag, was ihm auch die österreichische Staatsbürgerschaft verschaffte, kehrte aber schon ein Jahr später an die Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich zurück..

Der große Max Planck holte Einstein 1914 nach Berlin, wo er, befreit von allen Lehrtätigkeiten, an der Universität seinen Forschungen nachgehen konnte. Hier entwickelte er die allgemeine Relativitätstheorie und wurde 1917 Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik. Auch privat gab es Veränderungen: 1919 lies er sich scheiden und heiratete kurz darauf seine Cousine Elsa Löwenthal.

Albert Einstein mit seiner ersten Frau Mileva Marić (Bild: Wikimedia Commons)

Einstein Superstar

Schließlich erhielt Einstein 1921 den Nobelpreis für Physik, nicht für die Ausarbeitung der Relativitätstheorie sondern für seine Arbeiten zum Photoelektrischen Effekt. Albert Einstein war eine Berühmtheit, er reiste viel und hielt Vorträge auf der ganzen Welt. Aber Einstein wurde in dieser Zeit auch politischer, seine pazifistische Haltung entwickelte sich. Während der Machtübernahme in Deutschland durch die Nationalsozialisten hielt er sich gerade in den USA auf. Er reiste 1933 zurück nach Europa und gab in der deutschen Botschaft in Brüssel seinen Reisepass zurück. Sein Ausbürgerungsantrag wurde abgelehnt, seine Staatsbürgerschaft wurde ihm jedoch durch Strafausbürgerung 1934 aberkannt. Schon vorher ist er den Nationalsozialisten wegen einiger pazifistischer Äußerungen aufgefallen. Einstein, als jüdischer Intelektueller, wurde als Feind der Nation bezeichnet und seine Schriften öffentlich verbrannt.

Von da an betrieb Albert Einstein bis zu seinem Tod seine Forschungen in Princeton in den USA. Er arbeitet an grundlegenden physikalische Fragestellungen und suchte Zeit seines Lebens die "Weltformel", eine einheitliche Feldtheorie, die weder er noch ein andere Physiker bis jetzt aufstellen konnte.

Durch seine Bekanntheit und Ansehen half er zahlreichen jüdischen Künstlern und Wissenschaftlern bei der Ausreise aus Deutschland und bei der Einreise in die USA.

Einstein hat Deutschland die Vorgänge im Dritten Reich und den Holocaust nie vergeben und hat sich lebenslang entschieden geweigert wieder Mitglied in der Bayrischen Akademie der Wissenschaften oder der Max-Planck-Gesellschaft zu werden, obwohl es öfters an ihn herangetragen wurde.

(Bild: Wikimedia Commons)

Einstein und die Atombombe

Die Entdeckung der Kernspaltung 1938 in Deutschland durch Otto Hahn und Fritz Strassmann und der drohende Ausbruch des zweiten Weltkriegs 1939 veranlasste Einstein, zusammen mit anderen Wissenschaftlern, einen Brief an den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt zu unterschreiben, der auf die Gefahr hinwies, Deutschland könne eine "Bombe neuen Typs" entwickeln oder besitzen. Letztendlich, wie Einstein selbst später erkannte, war diese Einschätzung jedoch falsch, da Deutschland zu dieser Zeit technisch weit davon entfernt war, eine Atombombe zu bauen. Der Brief, vor allem auch durch Einsteins Unterschrift, brachte jedoch in den USA das gigantische Manhatten Projekt ins Rollen, an dessen Ende die erste Atombombe stand, die dann auch über Japan 1945 zweimal eingesetzt wurde. In einem Gespräch viel später kurz vor seinem Tod bezeichnete Einstein die Unterschrift unter diesen Brief als seinen einzigen großen Fehler im Leben.

Trotz landläufig anderer Meinung hatten die Arbeiten von Albert Einstein nichts mit dem Bau einer Atombombe zu tun. Er selbst war auch in keinster Weise daran beteiligt. Ganz im Gegenteil, mit seiner pazifistischen Einstellung und offenen Sympathie für den Kommunismus galt er als Sicherheitsrisiko. Ironischerweise, obwohl er an der technischen Entwicklung nicht beteiligt war, dient seine berühmteste Formel E = mc² zur Berechnung der freigesetzten Energie einer Atombombe.

Nach der Kapitulation Deutschlands 1945 schrieb Einstein eine weiteren Brief an den amerikanischen Präsidenten, diesmal um vor dem Einsatz von Atomwaffen zu warnen, allerdings erfolglos wie die Geschichte zeigt.

Einsteins berühmte Formel von der ...

Einsteins berühmte Formel von der Äquivalenz von Masse und Energie (Bild: Woodpuncher/Pixabay)

Einstein der Wissenschaftler

Einstein hat einmal gesagt: "Wir sind alle unwissend, aber nicht alle auf demselben Gebiet". Er war sicher auf seinem Gebiet einer der Größten und hat die theoretische Physik wie kein Zweiter mit neuen, radikalen Ideen und Erkenntnissen vorwärts gebracht. Die alten Vorstellungen, basierend auf den mechanischen Gesetzen von Newton aus dem 17. Jahrhundert, hat Einstein rigoros über den Haufen geworfen und nur als Spezialfall von viel allgemeineren Gesetzen erkannt. Die Konsequenz daraus lässt sich mit normaler Vorstellung nicht mehr nachvollziehen, nur mehr mathematisch lässt sich die Welt von Einstein beschreiben und verstehen. Der Raum ist gekrümmt, die Zeit kann langsamer laufen, Masse kann sich in Energie umwandeln und umgekehrt, all das wurde in Experimenten überprüft und bestätigt. Es gibt keinerlei Anzeichen, dass an Einsteins Theorien etwas falsch ist. Sein größter Triumpf jedoch, die einheitliche Feldtheorie, die "Weltformel", blieb im versagt. Bis zu seinem Tod versuchte er, allgemeine Formeln aufzustellen, die alle in der Natur vorkommenden Kräfte einheitlich beschreiben.

Umso erstaunlicher ist es, dass trotz seines Genies Einsteins den nächsten Schritt der theoretischen Physik, die Quantenmechanik, ablehnte und für falsch hielt. Zu diesem Thema lieferte er sich heiße Diskussionen mit Max Born und Niels Bohr, was Einstein letztendlich zu dem berühmten Zitat "Gott würfelt nicht" veranlasste. Damit lehnte er die grundlegende Annahme der Quantenphysik ab, dass die Welt auf Wahrscheinlichkeiten basiert.

Trotz der Tatsache, wie man inzwischen weiß, dass Einstein in diesem Punkt irrte, wird sein Verdienst und sein Werk dadurch in keinster Weise geschmälert. Gerade die kritische Einstellung und das Hinterfragen neuer Ideen und Theorien zeichnet einen großen und seriösen Wissenschaftler aus.

 

Einstein starb im Alter von 76 Jahren am 18. April 1955 in Princeton, USA.

"Liebe Nachwelt!

Wenn Ihr nicht gerechter, friedlicher und überhaupt vernünftiger sein werdet,
als wir sind bzw. gewesen sind, so soll Euch der Teufel holen."
(Albert Einstein)

(Bild: Wikimedia Commons)

Kuriose Fakten über Einstein:

  • Als Schüler arbeitete Einstein in der Fabrik seines Vaters und half bei der Elektrifizierung des Oktoberfestes in München
  • 1952 bot man Albert Einstein an, Staatspräsident von Israel zu werden, was er jedoch ablehnte
  • Obwohl Einstein ein leidenschaftlicher Segler war konnte er nicht schwimmen
  • Bei der Obduktion nach seinem Tod hat der Pathologe Thomas Harvey Einsteins Gehirn gestohlen
  • Einsteins Asche wurde auf dessen Wunsch von seiner Stieftochter Margot an einem geheimen Ort verstreut
  • Einstein wurde 1999 von 100 führenden Physikern zum größten Physiker aller Zeiten gewählt
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