Wie macht man ein richtiges Lagerfeuer?

Woher bekommt man die wichtigste Zutat für ein Lagerfeuer, nämlich das Holz? Klar, aus dem Wald. Aber Vorsicht: Holzdiebe sind beim Förster oder dem Eigentümer des Waldes nicht gerne gesehen und die Strafe für den Holzdiebstahl kann richtig teuer werden. Reisig sammeln ist erlaubt, beim Holzschlagen sieht es anders aus. Besser ist es, beim Eigentümer oder der Forstverwaltung nett anzufragen. Oft kann man dort recht günstig Holz kaufen. Bekannte mit großen Gärten haben (in einigen Gegenden) oft das Problem, nur an einigen wenigen Tagen des Jahres Feuer machen zu dürfen. Eventuell sind sie sogar froh darüber, wenn ihnen jemand etwas von den alten ausgeschnittenen Ästen abnimmt.

2. Die Kunst der Gleichmäßigkeit

Das Lagerfeuer soll in erster Linie als Wärme- und Lichtquelle dienen und muss daher vor allem gleichmäßig brennen. Eine weit verbreitete Meinung ist es, dass Holz so richtig trocken sein muss, um ein anständiges Lagerfeuer hinzubekommen. Dem ist nicht so. Knochentrocken muss lediglich der Zunder sein, mit dem das Feuer entfacht wird. Tannennadeln, Holzmehl oder feine Baumrinde sind der ideale Zunder. Mit diesem werden dann kleinere trockene Zweige entzündet. Für den nachfolgenden Brennstoff gilt: Je trockener das Holz, umso schneller und mit umso mehr Funken brennt das Lagerfeuer ab. Besser ist es deshalb, trockenes und feuchtes Holz zu mischen. Die Beigabe von feuchtem Holz hält das Lagerfeuer länger am Brennen und vertreibt zudem auch noch Insekten. Generell brennt auch hartes Holz funkenfreier und gleichmäßiger ab als weiches Holz.

Geschichten erzählen am Lagerfeuer - 3. Spannend muss es sein

Geschichten gehören zum Lagerfeuer dazu. In der Regel müssen diese so spannend wie möglich sein. Schließlich befindet man sich bei Nacht in der freien Natur und ist in dieser normalerweise doch eher ungewohnten Situation für unheimliche Geschichten empfänglich. Gruselige Lagerfeuergeschichten handeln oft von dunklen Wäldern, unheimlichen Begegnungen oder nächtlichen Schreckmomenten. Zusammengedrängt um das Lagerfeuer lauscht es sich am besten, es vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit.

4. Ruhig mal sentimental werden

Lagerfeuerromantik ist die andere Art von Geschichten, mit denen man sich am Lagerfeuer gerne die Zeit vertreibt. Man erinnert sich an Liegesgeschichten, vergangene Ereignisse oder gemeinsam erlebte Situationen. Auch Sagen und Legenden werden gerne erzählt. Die romantischen Geschichten sind nicht gruslig oder esoterisch angehaucht. Die Atmosphäre am Lagerfeuer ist zumeist entspannt und es geht recht lustig zu.

Essen und Trinken am Lagerfeuer - 5. Der Klassiker: Kartoffelfeuer

Essen und Trinken gehören zu einem gemütlichen Abend am Lagerfeur natürlich dazu. Der Klassiker hierbei ist die Kartoffel, sie sollte man keinesfalls in seinem Picknickkorb vergessen. Wenn das Lagerfeuer neben einem abgeernteten Kartoffelfeld stattfindet, umso besser. Das macht die Sache nur noch ursprünglicher, wenn man aus dem Feld sich erstmal noch vergessene Kartoffeln herausholt. Danach werden diese einfach in der Glut des Lagerfeuers vergraben. Die Stelle sollte eher am Rand des Feuers sein, schließlich soll die Kartoffel ja nicht verbrennen und man möchte sie ja auch gefahrlos wieder aus dem Feuer herausholen und verzehren, sobald sie gar ist. Wer möchte, wickelt die Kartoffel vorher in Alufolie ein. Nötig ist das aber nicht.

6. Rustikale Sachen, die (fast) jeder mag

Ein Kessel über dem Feuer eignet sich bei einem kleineren Lagerfeuer. Alternativ macht man ein zweites kleineres Feuerchen und hängt den Kessel mit dem Dreibein darüber. Ein uriges Gericht für solch ein Gefäß ist zum Beispiel Gulasch. Wenn man gleichzeitig noch Stockbrot hat und ein paar Maiskolben, dann ergibt das zusammen schon eine ganz leckere Mahlzeit.

Nostalgie und Gemütlichkeit - 7. Gitarre und Co.

Das Lagerfeuerdiplom

Wikibooks bietet eine mehrbändige Gitarrenschule an. Der erste Teil dieses Buches beinhaltet das Lagerfeuerdiplom. Hierbei werden elementare Grundlagen der Liedbegleitung vermittelt. Sechs Akkorde und vier Schlagmuster sollen es ermöglichen, die gängigsten Lagerfeuerlieder problemlos begleiten zu können. Die Griffe müssen nicht perfekt sein und es muss auch nicht 100 Prozent fehlerfrei gespielt werden, es kommt lediglich darauf an, einige wichtige Griffwechsel zu beherrschen und den Rhythmus zu halten. Der Spaß steht klar im Vordergrund.

8. Lieder am Lagerfeuer zum Mitsingen

Als Lieder für ein Lagerfeuer eignen sich vor allem Lieder, die man leicht mitsingen kann. Sie sollten außerdem einen gewissen Bekanntheitsgrad haben, damit ein Großteil der Leute auch den Text kennt. Dazu sind Lieder mit einfachen Texten auch gut geeignet bzw. auch welche mit einem einprägsamen Refrain. Der Klassiker unter den Lagerfeuerliedern dürfte wohl "Country Roads" sein.

Wissenswertes rund um das Lagerfeuer - 9. Auf den Spuren alten Brauchtums

Feuerbrauchtum ist ein seit frühester Vorzeit bekanntes und praktiziertes Ritual. Der Grund lag wohl zu Beginn im Opferkult, im Reinigungszweck und im Dank an die Götter. Großfeuer wie das Osterfeuer, das Johannisfeuer oder das Neujahrsfeuer haben sich bis in die heutige Zeit gehalten. Die traditionellen Feuer werden mehr und mehr ergänzt durch private Lagerfeuer. Was in der Vergangenheit für Zusammenhalt und Geborgenheit sorgte, tut es auch heute noch. Früher vollzog man gemeinsam ein Ritual, heute feiert man ein gemeinsames Fest, ebenfalls mit Essen und Trinken, mit Musik und Tanz.

10. Lagerfeuer und Literatur

Lagerfeuerliteratur ist eng mit den Lagerfeuergeschichten verwandt. Bei beiden geht es darum, eine Geschichte zu erzählen, die emotional zum Lagerfeuer passt, also meistens sentimental oder gruselig ist. Befindet sich kein Geschichtenerzähler im Kreis, der auswendig erzählen kann, so darf natürlich auch abgelesen werden. Im flackernden Licht des Lagerfeuers kann das sogar einen besonderen Zauber hervorrufen, wenn jemand über ein großes Buch gebeut mit leiser Stimme daraus vorliest.

 

Sophie1975, am 19.07.2012
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Bildquelle:
Mag.a Bernadette Maria Kaufmann (Mit selbst gebautem Gewächshaus den Garten das ganze Jahr nützen)

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