Die beliebtesten Mädchennamen der letzten 10 Jahre in Deutschland

"Alte" Namen sind wieder gefragt (Bild: © Die Persönliche Note)

Die beliebtesten Mädchennamen der letzten 10 Jahre in Deutschland (2000-2010)

Ganz eindeutig sind die Vornamens-Hitlisten nicht: Unterschiedliche Quellen veröffentlichen unterschiedliche Ranglisten.

Dennoch tauchen die hier im Artikel behandelten 10 beliebten Mädchennamen in beinahe allen Hitlisten der letzten zehn Jahre auf.

Die 10 beliebtesten Mädchennamen der letzten zehn Jahre (in Deutschland):

  • Anna
  • Hanna (Hannah)
  • Lea (Leah)
  • Leonie (Leoni)
  • Lena
  • Mia/Maria/Marie
  • Emma
  • Sofie (Sophie), auch: Sofia (Sophia)
  • Julia
  • Laura

Die beliebtesten Mädchennamen 2011

Die beliebtesten Mädchennamen 2011 (veröffentlicht von der Gesellschaft für deutsche Sprache)

  • Sophie (Sofie)
  • Marie
  • Maria
  • Mia
  • Sophia (Sofia)
  • Emma
  • Anna
  • Hanna (Hannah)
  • Johanna 
  • Leonie
"Anna" - in den letzten Jahren immer in der Top 10 der beliebtesten Mädchennamen

Anna

  • 1. griechische und lateinische Version des hebräischen Vornamens "Hanna(h)", Bedeutung: "Gnade, Anmut"
  • 2. weibliche Form des männlichen Vornamens "Anno" (Kurzform von Arnold)
  • Namenstag: 26. Juli, 7. August
  • Name der Großmutter von Jesus Christus (Mutter der Jungfrau Maria)
  • im Mittelalter wurde der Name "Anna" auch für Männer verwendet
  • Beliebt auch in: Österreich, Ungarn und Dänemark
  • In der Sprache der nordamerikanischen Ureinwohner vom Stamm der Algonquin soll "Anna" auch "Mutter" bedeuten
  • Anna ist ein Palindrom: von vorn und von hinten gelesen bleibt der Name gleich
  • Auch das ist "Anna": Anouk, Antje, Nainsi, Nensi oder Quanna

Hanna (Hannah)

  • 1. Hanna(h) ist ein hebräischer Name und stammt aus der Bibel: In der Bibel gibt es drei Frauenfiguren, die den Namen Hannah bzw. Hanna tragen
  • Bedeutung: "die Begnadete", "Gnade Gottes"
  • 2. Hanna(h) kann auch eine Kurzform von Johanna sein
  • gebräuchlicher ist die Schreibweise "Hanna"
  • Auch Hannah ist ein Palindrom: von vorne und hinten gelesen bleibt das Wort gleich
  • Hannah wird häufig auch als Ortsname oder als Familienname verwendet
  • Für Hanna gibt es keinen eigenen Namenstag: Meist werden die Namenstage der verwandten Namen (z.B. Johanna, siehe oben) verwendet
  • Beliebt auch in: Ungarn und Österreich
  • Auch das ist "Hanna(h)": Channah, Henda, Chana oder Henye

Lea (Leah)

  • die Herkunft dieses Namens ist nicht ganz eindeutig zu bestimmen
  • Mögliche Bedeutungen: 1. "die Wildkuh" (hebräisch), 2. "Herrscherin" oder "Herrin" (assyrisch), 3. weibliche Form des männlichen Namen Leo, also: "die Löwin"
  • in der Bibel ist Lea(h) die Ehefrau des Jakob aus dem Alten Testament
  • Namenstag: 22. März (Die heilige Lea von Rom gilt als Schutzheilige der Jungfrauen und Witwen)
  • Beliebt auch in: Belgien, Frankreich und Österreich
  • Auch das ist "Lea(h)": Lia, Leatrice, Leia, Leigh oder Ley
  • in der hawaiianischen Kultur ist Lea(h) als die Göttin der Kanubauer bekannt

Leonie (Leoni)

  • 1. weibliche Form von Leon oder Leonius, Bedeutung: "die Löwin"
  • 2. Kurzform von Eleonore, Bedeutung: "Gott ist mein Licht"
  • Namenstage: 10. Januar, 6. November, 10. November, 12. Juni
  • Beliebt auch in: Österreich
  • Auch das ist "Leoni(e)": Leonda, Lonna, Leonce oder Leonelle

Lena

  • Kurzform verschiedener weiblicher Vornamen: meist abgeleitet von Magdalena oder Helena, möglicherweise aber auch von Caroline oder Marlene
  • 1. Bedeutung (von Helena, griechisch): "die Leuchtende, die Strahlende, die Sonnengleiche" (hele = Sonne)
  • 2. Bedeutung (von Magdalena, hebräisch): "die aus Magdala stammt"
  • Namenstag: 18. August
  • Zahlreiche Ortschaften und Flüsse tragen den Namen "Lena"
  • Beliebt auch in: Österreich und Polen
  • Auch das ist "Lena": Lenke, Jelica, Ilonka, Duci oder Lennie

Mia, Marie und Maria

  • sowohl Marie als auch Mia sind Kurzformen des Namens "Maria"
  • lateinischer Name für "Mirjam": Mirjam ist im Alten Testament der Bibel die Schwester des Propheten Moses, Bedeutung (mehrere Varianten sind möglich): 1. "bitteres Meer", 2. "die Geliebte", 3. "die Wohlgenährte"
  • Namenstage: 1. Januar, 12. September
  • vor allem in katholischen Familien häufig auch als (zweiter) männlicher Vorname verwendet - der einzige Mädchenname, der in Deutschland für Männer zulässig ist
  • viele Jahrhunderte lang durfte Maria in christlichen Kreisen als Vorname nicht verwendet werden (Entwürdigung der Jungfrau Maria)
  • Zahlreiche Orte tragen den Namen oder Beinamen "Maria" (vor allem Orte der Wallfahrt)
  • Beliebt auch in: Australien, Kroatien, Katalonien, Spanien und Chile
  • Der Begriff "mia" bedeutet in anderen Sprachen u.a. "meine", "Frau" oder "Liebste(s)"
  • Auch das ist Maria (Mia): Miet, Mitzi, Moira, Maja, Miia

Emma

  • 1. Kurzform von Erma (Irma), Bedeutung: "groß, gewaltig, umfassend" (germanisch), auch: "die Erhabene, die Göttliche"
  • 2. Möglicherweise auch Koseform von "Wilhelmina/Wilhelma", Bedeutung: "Helm und Schutz"
  • Namenstage: 31. Januar, 19. April, 27. Juni, 9. September, 10. Dezember
  • Beliebt auch in: Belgien, Frankreich, Norwegen, Kanada, USA
  • Auch das ist "Emma": Ima, Ema, Immine, Emja

Sofie (Sophie), auch: Sofia (Sophia)

  • Bedeutung: griechisches Wort für "Weisheit", also: "die Wissende"
  • Namenstage: 15. Mai, 3. September
  • Der 15. Mai ist der letzte Tag der Eisheiligen und wird auch als "Kalte Sophie" bezeichnet, in zahlreichen Bauernregeln findet sie Erwähnung, z.B.: "Kalte Sophie wird sie genannt, denn oft kommt sie mit Kälte angerannt!"
  • Beliebt auch in: Norwegen und Dänemark
  • Auch das ist "Sofie": Zoia, Zola oder Sonja

Julia

  • 1. weibliche Form von Julius, "aus dem Geschlecht der Julier" (gens Iulia), Iulus ist auch der Name des Enkel der Göttin Venus
  • 2. alternative Bedeutungen: "die Jugendliche" oder "dem Gott Jupiter geweiht"
  • bekannt vor allem durch Shakespeares Tragödie "Romeo und Julia"
  • Namenstage: 22. Mai, 16. September
  • Beliebt auch in: Polen, Schweden, den Niederlanden, Katalonien und Österreich
  • Auch das ist "Julia": Hülya, Jillian, Liana, Uljana oder Giulietta

Laura

  • Kurzform von Laurentia (Laurentius): "aus Laurentum", alternative Bedeutung: "die Lorbeergeschmückte" (laurus = Lorbeer; Lorbeer galt bzw. gilt als Symbol für Ehre und Sieg)
  • Laura wurde als Name vor allem durch die Gedichte von Francesco Petrarca populär (auch von Schiller gibt es die "Oden an Laura")
  • Namenstage: 22. Januar, 19. Oktober
  • Beliebt auch in: Österreich, Belgien, Dänemark und Spanien
  • Auch das ist "Laura": Lavra, Laurette, Lowri, Laure oder Laurence

Warum so viele Namenstage ...?

Die Namenstage beziehen sich auf den jeweiligen Namenspatron bzw. Schutzheiligen.

Während der Name "Hanna(h)" keinen eigenen Schutzheiligen (Namenspatron) hat, sind es bei "Emma" z.B. gleich fünf Namenstage, also auch fünf Namenspatrone bzw. fünf Schutzheilige. (Schlägt man im Heiligenlexikon nach, dann findet man sogar noch mehr Schutzheilige, die den Namen "Emma" tragen).

Wer die jeweiligen Namenstage bzw. Namenspatrone genauer nachprüfen will, findet im Heiligenlexikon schnell und einfach entsprechende Informationen.

Kleiner Rückblick: Populäre Mädchennamen der letzten Jahrzehnte

1960er: Sabine, Claudia, Petra, Susanne
1970er: Nicole, Sandra, Stefanie, Katrin (in sämtlichen Schreibweisen)
1980er: Stefanie, Julia
1990er: Julia, Anna, Sarah, Laura, Lisa

Interessantes und Kurioses über Vornamen

  • Eltern aus sozial schwachen Familien geben ihren Kindern eher (amerikanische) Namen, die sie aus Film und Fernsehen kennen. Bildungsbürger dagegen sind selbstbewusster und möchten sich stärker abgrenzen - sie bevorzugen deshalb klassische Namen, z.B. aus Literatur, Geschichte oder Religion, aber auch aus der eigenen Familientradition.
  • Welchen Namen Eltern ihrem Kind geben, verrät auch immer etwas über die Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen, die Eltern für ihr Kind haben.
  • In vielen katholischen Gebieten sind Namenstage noch immer populär - in überwiegend protestantischen Regionen kennt und feiert man heutzutage fast nur noch den Geburtstag.
  • Die Namensforschung wird auch mit dem Fremdwort "Onomastik" bezeichnet.
  • "Chantalismus" nennt sich die weibliche Entsprechung zum "Kevinismus": "die scherzhaft als Krankheit bezeichnete Neigung von Eltern, ihren Kindern ungewöhnliche, exotische Vornamen zu geben". (Wikipedia)
  • Diese Namen sind in Deutschland tatsächlich erlaubt: November, Emelia-Extra, Pebbles, Cheyenne, Galaxina oder Godot
  • In Deutschland muss ein Vorname immer eindeutig als weiblich oder männlich zu erkennen sein - ist er das nicht, wie z.B. im Falle von "River", muss dem Kind ein zweiter unmissverständlicher Vorname beigefügt werden.
  • In anderen Ländern ist er schon lange, inzwischen aber auch in Deutschland erlaubt: Der männliche Vorname "Jesus"
  • Wieviele Vornamen dürfen Eltern ihrem Kind denn eigentlich geben? - Die Antwort auf diese Frage bestimmt zwar der jeweilige Standesbeamte, jedoch gilt: Mehr als fünf Vornamen dürfen es in der Regel nicht sein
  • Ortsnamen sind als Vornamen in Deutschland meist nicht erlaubt, Ausnahmen sind z.B. "Dakota, "Chelsea" oder "Brooklyn"
  • Wer einen Doppelnamen mit Bindestrich hat, der muss auch auf allen offiziellen Dokumenten mit ganzem Namen unterstreichen - wird der Name ohne Bindestrich geschrieben, dann reicht auch der erste Vorname aus.

Quellen:

"Ungewöhnliche Vornamen: Kann ja nicht jeder Kevin heißen" (Süddeutsche Zeitung)

"Namensrecht: Warum Jungs Maria, Mädchen nicht Joseph heißen dürfen" (Focus)

"Kevinismus: Wie Namen die Zukunft von Kindern beeinflussen" (WeltOnline)

Und wenn man den eigenen Vornamen nicht mag ...?

Logisch, dann könnte man ihn doch einfach ändern lassen, sich einen ganz neuen Vornamen aussuchen. Aber das ist gar nicht so einfach und kostet außerdem noch Geld - und eine schlüssige Begründung.

Was dann - sich einfach ein Pseudonym zulegen oder einen erträglichen Spitznamen suchen?

Cora Besser-Siegmund, Psychologin und Autorin des Buches "Magic Words" findet, dass jeder seinen eigenen Vornamen (und Nachnamen) als stark und positiv empfinden sollte.

Ob das tatsächlich der Fall ist, testet die NLP-Therapeutin zuerst mit einem kinesiologischen Muskeltest. Zeigt der eigene Vorname eine Schwächereaktion, dann sollte er "verändert" bzw. gestärkt werden. Mit Cora Besser-Siegmunds Methode geschieht das auf spielerische, kreative und ungewöhnliche Weise - und macht Spaß! Schon Kinder können ungeliebte Namen "verzaubern".

So beschreibt die Autorin ihre Magic-Words-Methode auf der eigenen Website. Wer sich für das Buch interessiert, der kann hier eine Rezension lesen.

P.S.: Die Magic-Words-Methode funktioniert mit allen negativen bzw. stressbesetzten Wörtern!

Den eigenen Namen positiv besetzen: Mit "Magic Words"

Namensvetterin aus dem Kinderbuch

(Ja, das weibliche Gegenstück zum "Namensvetter" ist tatsächlich die "Namensvetterin".)

Gerade jüngere Kinder freuen sich oft ganz besonders, wenn sie in Buch, Film oder Fernsehen einer Kinderfigur "begegnen", die denselben Namen trägt.

"Oh, die heißt ja genauso wie ich...!"

Wer also z.B. zum nächsten Kindergeburtstag ein Kinderbuch verschenken möchte, der wertet seine Geschenkidee mit diesem kleinen "Trick" noch ein bisschen auf.

Es ist auch ganz einfach: Wer in einer Online-Buchhandlung stöbert und den entsprechenden Kindernamen eingibt, der wird in den meisten Fällen schnell fündig: Da gibt es die "Lea Wirbelwind", "Leonie, der Jungenschreck" oder "Mia Meermädchen".

Aus Kinderbüchern bekannt sind außerdem:

  • Annika (schwedische Form von "Anna") aus "Pippi Langstrumpf" von Astrid Lindgren
  • In der schwedischen Originalausgabe trägt auch sie den Namen "Anna": Inga von den Bullerbü-Kindern (ebenfalls von Astrid Lindgren)
  • Eine sensible Kinderbuchheldin in einer wunderschönen Geschichte: Anna aus "Alles Liebe, deine Anna"
  • Mia Maria heißt das kleine Waisenmädchen aus Astrid Lindgrens "Madita"-Geschichten
  • Und wieder eine Lindgren-Figur: Mio (aus "Mio, mein Mio") ist das männliche Gegenstück zum weiblichen Vornamen Mia
  • Sofie (Sophie) findet man in Jostein Gaarders Philosophieroman "Sofies Welt", aber auch in "Sophiechen und der Riese" von Roald Dahl
  • Julia heißt die weibliche Kinderbuchheldin aus der "Jan-und-Julia"-Kinderbuchreihe von Margret Rettich
  • Als Buch oder Film bei Kindern bekannt und beliebt: "Lauras Stern" von Klaus Baumgart
Beliebte Kindernamen in Kinderbüchern: Schöne Geschenkidee für kleine Namensvettern!
Alles Liebe, Deine Anna.
Mio, mein Mio
Sophiechen und der Riese

Mehr Informationen rund um das Thema "Vornamen"

  • Onomastik: Namen, Namensbedeutung und Ahnenforschung - mit Vornamenlexikon
  • Hier werden die aktuellen Vornamen-Hitlisten veröffentlicht: Gesellschaft für deutsche Sprache
  • Hitlisten, Wissenswertes und Vornamenslexikon: Die beliebtesten Vornamen von 1890 bis 2012 findet man bei beliebte-vornamen.de
  • Namensbedeutung, Hitlisten, Suchfunktionen: So findet man den richtigen Vornamen für sein Baby - bei vornamen.com
  • Über beinahe jeden Vornamen lassen sich in der Wikipedia interessante Informationen finden - hier der Link zum Hauptartikel "Vornamen"
  • Namenspatrone und Namenstage finden: Am besten funktioniert das im Heiligenlexikon
Michaela, am 12.04.2012
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Bildquelle:
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