Die Ape ist die häßliche Schwester der Vespa

Die Ape, was auf Deutsch Biene heißt, ist seit fast 70 Jahren das absonderlichste Transportgefährt der Italiener. Es ist die hässliche Schwester der Vespa, was Wespe heißt. Der Himmel mag wissen, warum dieses dreirädrige Transportmittel - es gibt auch eine ungeliebte vierrädrige Version - so heißt. Denn vom dem lieblichen Summton der Biene Maja hat sie nicht das Geringste. Vespa und Ape haben die gleichen Eltern, nämlich die früheren Flugzeugbauer von Piaggio Air und den Entwicklungsingenieur Corradino d'Ascanio. Ein Jahr nach der Erfindung des Motorrollers Vespa baute der Ingenieur 1947 eine neue Vespa mit drei Rädern – eins vorne und zwei hinten -, stülpte vorn ein blechernes Führerhaus und hinten eine Ladenfläche drüber – und fertig war das ganze Gefährt.

Schmale Lastesel für schmale Strassen

Und fortan donnern die Zweitakter – heute gibt es auch Viertakter – mit 40 km/h durch die schmalen Gassen kleiner Bergdörfer in den italienischen Voralpen oder auf den schmalen Sträßchen der Liparischen und anderen Inseln. Sie sind nur 1,30 Meter breit, haben einen extrem kleinen Wendekreis und können heute Materialien bis zu 600/700 Kilogramm transportieren. In den Anfangsjahren erlaubten die Motorino-Motoren nur eine Nutzlast bis zu 200 Kilogramm. Wobei bis heute für die Transportunternehmer eine einfache Regel gilt: Wenn sich die normalerweise in ihrer Aufhängung schräg nach innen stehenden Hinterräder senkrecht stellen, ist die Ladekapazität erreicht.

Ape auch mit Überrollbügel und Radio

An der Ape haben sich ihre Konstrukteure im Lauf der vergangenen 60 Jahre immer wieder neu versucht. 1994 brachte die Firma Piaggio beispielsweise die "Ape Cross Country" auf den Markt. Die 45 km/h schnelle Maschine verfügte über Überrollbügel (!), Allwetterreifen, Stoßbügel und Radio.

Jetzt eine neue Version - auch als "Rischka"

Im Frühjahr 2008 wurde schließlich ein neues Designkonzept vorgestellt. Diese Ape heißt liebevoll Apelino, ist eine umweltfreundliche Elektroversion mit einer Höchstgeschwindigkeit von 55 Stundenkilometern und einer möglichen Zuladung von 600 Kilogramm. Schließlich kann die Ladepritsche des Apelino umgerüstet werden zu einer Art Rischka, einem Promotions- oder Cateringsmobil.

Mario aus Stromboli nutzt die Ape als Familienauto

Diese Umbaumöglichkeit hat Mario von der Vulkaninsel Stromboli allerdings längst vorempfunden: Zwei Handgriffe, dazu vier starke Schrauben – und auf seiner Ladefläche ist eine Bank montiert. So fährt dann am Abend die ganze Familie fröhlich knatternd vom Ortsteil Piscita die drei Kilometer nach Scari zum Hafen, um dort im ristorante "Malandrino" oder bei "Zurro" eine Pizza zu essen.

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