Gelenkerkrankung Arthrose - Ursachen, Symptome und Behandlungsformen

Bisher galt Arthrose als Erkrankung, von der vor allem ältere Menschen betroffen sind. Inzwischen hat sich aber gezeigt, dass auch jüngere Menschen unter Arthrose leiden können, hauptsächlich im Knie oder in den Handgelenken. Was versteht man unter Arthrose, wo liegen ihre Ursachen, welche Symptome können auftreten und welche Behandlungsmöglichkeiten für Arthrose gibt es?

Definition Arthrose

Die Medizin beschreibt die so genannte primäre Arthrose als Folge von kristallinen Ablagerungen in den Gelenken. Als mögliche Ursachen gelten erbliche Disposition oder zu schwache Blutgefäße. Ursächlich kann allerdings auch eine unausgewogene Ernährung sein. In sehr seltenen Fällen kann Arthrose durch Einnahme von Medikamenten (z.B. Antibiotika) hervorgerufen werden. Im Gegensatz zur primären Arthrose wird die sekundäre Arthrose hauptsächlich durch eine dauerhafte Überlastung der Gelenke ausgelöst, z.B. bei Hüftfehlstellungen, Stoffwechselstörungen oder übermäßiger sportlicher Betätigung.

Mögliche Symptome bei Arthrose

Eine Arthrose-Erkrankung ist nicht immer sofort an ihren Symptomen erkennbar. Erste, oft nicht zuzuordnende Anzeichen, sind unter anderen Wetterfühligkeit, Gelenksteifheit oder Spannungsgefühl. Arthrose ist eine Erkrankung der Gelenkknorpel. Deshalb berichten Betroffene sehr häufig von zunehmenden Gelenkschmerzen, die am Beginn als so genannter Anlaufschmerz, im weiteren Verlauf als Ruhe- oder Nachtschmerz auftreten. Befällt die Arthrose das Knie oder Hüftgelenk, so führt sie mit der Zeit zu einer deutlichen Verformung der Gelenke. Dadurch wird die Bewegungsfreiheit zunehmend eingeschränkt. Ein ganz klassisches Symptom der Arthrose sind Schmerzschübe, die mal schwächer und mal stärker sind.

Therapien bei Arthrose

Für Arthrose-Patienten ist es unabdingbar, dass sie möglichst früh in eine Behandlung einsteigen. Je früher man mit einer Arthrose-Therapie beginnt, desto größere Erfolgschancen sind vorhanden. Welche Therapien stehen nun aber zur Verfügung? Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Behandlungsmethoden, die zur Verbesserung beitragen können und die je nach Stadium angewandt werden.

Bewegung und Entlastung für die Gelenke

Eine relativ einfache Methode der Behandlung wäre es, die Gelenke zu entlasten. Dies könnte beispielsweise durch eine Gehhilfe oder eine Gewichtsreduktion (übergewichtige Patienten) erreicht werden. Auf jeden Fall sollten sich Betroffene ausreichend bewegen und vielleicht ein leichtes Schwimm- oder Fahrradtraining absolvieren. Zusätzlich kann Krankengymnastik zu einer besseren Versorgung der Gelenke führen, wodurch der Verlauf der Erkrankung meist verlangsamt wird.

Therapie mit Medikamenten

Im weiteren Verlauf der Erkrankung sind Bewegung und Entlastung oft nicht mehr ausreichend. Daher sollte in diesem Fall mit der Einnahme von Medikamenten begonnen werden. Entzündungshemmende- oder schmerzlindernde Präparate leisten hier meist gute Dienste bezüglich der Schmerzlinderung. Zuerst werden Medikamente ohne Kortison verordnet, erst bei schwerem Krankheitsverlauf greifen Ärzte auf kortisonhaltige Präparate zurück. Bei besonders schweren Fällen hat der Arzt auch die Möglichkeit, das Kortison direkt in die betroffenen Gelenke zu injizieren. Eine andere Variante ist das Injizieren von Hyaluronsäure, die das betroffene Gelenk sozusagen "schmiert" und für Linderung sorgt. Damit Kortison oder Hyaluronsäure ihre Wirkung entfalten können, sind drei bis sechs Injektionen notwendig. Die Krankenkassen übernehmen leider in vielen Fällen die entstehenden Kosten für solche Injektionen nicht.

Operation bei schwerer Arthrose

Ist die Arthrose in Knie- oder Hüftgelenk bereits weit fortgeschritten, hilft meist nur noch ein chirurgischer Eingriff, um die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Bei einer solchen Operation wird das verschlissene Gelenk durch eine Endoprothese (künstliches Gelenk) ausgetauscht. Eine Endoprothese hält im Normalfall über zwanzig Jahre, abhängig von ihrer Beanspruchung.

Alternative Behandlungsmethoden – Aminosäure und Akupunktur

Der Einsatz von Aminosäuren bei Arthrose kann zwar keine Heilung herbeiführen, unterstützt aber beim Aufbau von neuem Knorpelgewebe. In vielen Fällen leiden Betroffene unter einem Mangel an Aminosäuren und so kann die Verabreichung die Genesung durchaus positiv beeinflussen. Meist werden Arginin, Methionin oder Glycin verwendet.

Eine ebenfalls vielversprechende Alternative zur klassischen Schulmedizin ist die Akupunktur bei Arthrose. Zwar kann eine Behandlung mit Akupunktur keine Heilung bewirken und ist lediglich als begleitende Therapie geeignet. Sie muss in der Regel über zwei Monate erfolgen, um anzuschlagen. Viele Patienten berichten aber von einer Schmerzreduktion.

Auch in der Biotechnologie wurden in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte erzielt. So ist man heute schon in der Lage, künstliches Gewebe zu züchten (tissue engineering). Dabei wird neues Knorpelgewebe aus körpereigenem Zellmaterial produziert, welches dann eingepflanzt wird.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel niemals fachlichen Rat, zum Beispiel durch einen Arzt, ersetzen kann.

Quelle:

arthrose1.info

Autor seit 5 Jahren
207 Seiten
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