Beziehung ade!

  • Ein Mittel gegen Schnarchen, das man häufig hört, ist das Schlafen in getrennten Schlafzimmern. Ich persönlich kenne kaum Paare, die sich einfach so mal ein Zimmer in der Wohnung freiräumen können, um ein zweites Schlafzimmer einzurichten. Aber ich kenne viele Paare, die es als Anfang vom Ende einer Beziehung betrachten würden, wenn man erst einmal in getrennten Räumen schläft.

  • Die Verbannung des Schnarchers auf die Couch ist räumlich zwar eher machbar, bestraft aber den Betroffenen für etwas, wofür er überhaupt nichts kann. Dass dieser dann vielleicht irgendwann aus der Beziehung/Wohnung ausbricht, dürfte kaum überraschen. Kaum jemand hat Lust, den Rest seines Lebens auf der Couch zu verbringen und dem Komfort und der Gemütlichkeit zu entsagen, die ein Bett mit sich bringt.
  • Die beliebte Methode, dem Schnarcher kurz die Nase zuzuhalten, mag kurzfristig gegen das Schnarchen helfen - aber nur solange, bis er aus Luftmangel panisch hochschreckt. Eine vertrauenbildende Maßnahme ist das jedenfalls nicht.

  • Sich mit dem nächtlichen Lärm abzufinden mag zwar auf den ersten Blick eine konfliktfreie Lösung sein, ist es aber nicht, denn: Beide Partner sind am nächsten Tag unausgeschlafen, weil sie durch das eigene Schnarchen keinen erholsamen Schlaf hatten oder auf der anderen Seite, weil der schnarchende Partner den eigenen Schlaf gestört hat. Praktiziert man das über Jahre hinweg, kann die ungenügende Nachtruhe schnell zu einer gereizten und allgemein gespannten Stimmung führen, die sich wiederum negativ auf die Beziehung auswirken kann.

Gemeinsam ist diesen drei Mitteln gegen Schnarchen nicht nur die Gefährdung der partnerschaftlichen Beziehung, sondern sie bekämpfen nur die Auswirkungen, nicht aber die Ursache des Problems. An diesen jedoch sollte aber unbedingt gearbeitet werden, denn Schnarchen ist nicht nur störend und lästig, sondern kann auch richtig gefährlich sein, wenn zum beispiel Atemaussetzer oder andere Schlafstörungen hinzukommen.

Schlafqualität verbessern

  • Die Rückenlage begünstigt das nächtliche Schnarchen, da das Zäpfchen nach hinten in Richtung Rachen fällt und dort durch den Atem stärker vibriert und somit Geräusche erzeugt, die einem Rasenmäher nicht unähnlich sind. Wer in Seitenlage oder auf dem Bauch schläft, bekommt mehr Luft und kann dadurch sein Schnarchen reduzieren. Wer in der Nacht bemerkt, dass sich der Partner wieder zurück in die Rückenlage gedreht kann, kann ihn mit liebevollem Knuffen an sein ursprüngliches Vorhaben erinnern.

  • Die ganz harten Fälle, bei denen diese Erinnerungen nichts fruchten, können es mit einem speziellen T-Shirt versuchen. Dieses besitzt auf dem Rücken eine weiche Stoff- oder Schaumstoffrolle, die ein Zurückdrehen auf den Rücken verhindert.
  • Ein Anti-Schnarch-Kissen wie in nebenstehender Abbildung hat die gleiche Wirkung. Es hat einen aufblasbaren Kopf-Seiten-Roller, der - wie der Name schon sagt - dafür sorgt, dass der Kopf zur Seite gerollt wird und sich dadurch der Schläfer selbständig aus der Rückenlage auf die Seite dreht.
  • Auch Hausstaub- oder Milbenallergie kann Schnarchen verursachen. Reagiert man allergisch auf diese Auslöser, schwellen die Nasenschleimhäute an, man bekommt weniger Luft, atmet durch den Mund und - schnarcht. Halten Sie deshalb das Schlafzimmer möglichst sauber und staubfrei und sorgen Sie auch für stets frisches Bettzeug, möglichst ohne allergieauslösende Zusätze gewaschen.

  • Wählen Sie ein flaches Kissen, das man in der Mitte nicht zusammenlegt. Der Kopf liegt flacher, die Atemwege sind nicht abgeknickt.

Achten Sie auf Ihren Lifestyle

  • Übergewicht geht mit Fettansammlungen im Körper einher. Diese Fettdepots befinden sich überall verteilt, so auch im Rachenraum. Dadurch werden die Atemwege verengt und es kann weniger Luft hindurchströmen. Die gleiche Menge Luft muss nun eine verengte Stelle passieren und das führt zu den bekannten Schnarchgeräuschen.

  • Auf den abendlichen Schlummertrunk sollte man verzichten. Alkohol und Nikotin lassen die Muskeln schlaff werden und beeinträchtigen so die Atmung. Das führt in der Nacht dann dazu, dass der Eindruck entsteht, Sie wollten einen ganzen Urwald abholzen.

Mechanische Mittel gegen Schnarchen

  • Für leichte und mittelschwere Fälle kann bereits der Einsatz eines Nasenpflasters ein kleines Wunder vollbringen. Die Pflaster werden so aufgeklebt, dass sie die Nasenlöcher etwas weiten, damit die Luft besser einströmen kann. Nasenspiralen erzielen die gleiche Wirkung.
  • Schwerere Fälle mit Kieferfehlstellung können von ihrem Arzt eine Schnarchschiene verschrieben bekommen. Sie befreit die hinteren Atemwege, indem sie den Kiefer nach vorne schiebt und somit hinten Raum zum Atmen schafft.

Hilfe von außen

  • Lassen Sie sich beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt durchchecken! Vielleicht ist des Rätsels Lösung ja ganz banal und schnell zu beheben, wie beispielsweise durch eine Korrektur der Nasenscheidewand.

  • Nützt das alles nichts, bleibt noch der Gang in ein Schlaflabor. Dort verbringt man einige Nächte unter Beobachtung von Ärzten und Schlafforschern. Eventuell findet man dort die Ursache für das Schnarchen und wenn nicht, dann bekommt man in jedem Fall qualifizierte Informationen über das mögliche weitere Vorgehen und eine fachgerechte Beratung über den Sinn einer Operation. Außerdem können die Fachleute dort gut einschätzen, inwieweit das Schnarchen bereits im gefährlichen Bereich ist - etwa wenn Atemaussetzer während der Nacht hinzukommen.

  • Oft bleibt Schnarchern die OP als letzter Ausweg, wenn alle anderen Mittel versagen. Besprechen Sie mit einem Arzt das Für und Wider eines solchen Eingriffs.

Operative Maßnahmen

  • Zu große Mandeln oder Polypen können im Rachenraum dafür sorgen, dass weniger Luft hindurchkommt, was zum Schnarchen führen kann. Eine Mandeloperation oder die Entfernung der Polypen ist mittlerweile schon ein Routineeingriff, der längst nicht nur wegen der Schnarcherei durchgeführt wird.

  • Auch an der Nasenscheidewand kann die Geräuschkulisse liegen. Ist diese Wand verkrümmt oder schief gewachsen, findet der Luftstrom ebenfalls nicht den idealen und leisesten Weg. Eine Korrektur ist kein großer Aufwand.

  • Auch das Gaumensegel lässt sich durch einen Eingriff verkleinern, damit es weniger flattert und somit auch weniger Geräusche erzeugt.

Gemeinsam ist den chirurgischen Eingriffen, dass die Krankenkasse nur für die Kosten aufkommt, wenn das Schnarchen über das normale Maß hinausgeht und beispielsweise bei einer Apnoe auch gefährlich werden kann. Dann ist der Eingriff medizinisch ausreichend begründet. Wohl dem, der sich wegen einer Mandelentzündung sowieso einer entsprechenden Operation unterziehen muss, die von der Kasse getragen wird. Der schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, die Entzündung ist weg und das Schnarchen auch - als angenehmer Nebeneffekt. Für die anderen heißt es: Wenn der Eingriff nicht medizinisch begründet ist, muss er privat getragen werden. Je nach Operation entstehen dabei schon einmal Kosten von 500 Euro und mehr.

Die erste Anlaufstelle bei ernsteren Beschwerden ist in jedem Fall der Arzt. Ein Pagewizz-Artikel kann keinen ärztlichen Rat ersetzen.

Sophie1975, am 29.10.2013
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