Duftkerzen und Atembeschwerden

Weihnachtliche Duftkerzen können Asthma und Hautausschläge bis hin zur Neurodermitis verursachen. Die Kerzen setzen beim Abbrennen reizende Substanzen frei. Ein sicherlich nicht nur zur Weihnachtszeit aktueller Hinweis, denn kaum jemand traut diesen emotionsträchtigen Dingen und Düften derartige Wirkungen zu. 

In einer Dpa-Nachricht vom 4.12.09 warnt die Deutsche Lungenstiftung (DLS) in Hannover unter Hinweis auf eine Studie der Carolina State University davor. Insbesondere Menschen, die bereits eine Kontaktallergie auf bestimmte Duftstoffe entwickelt haben, riskieren demnach Beschwerden. Verbraucher sollten daher besser zu Kerzen aus Bienen- und Sojawachs greifen, die allerdings etwas teurer sind. Außerdem empfiehlt die Lungenstiftung regelmäßiges und ausgiebiges Lüften, um denkbare Schadstoffkonzentrationen in der Raumluft abzubauen.

Ist das alles?

Nein, bei weitem nicht, das ist nur die Spitze des Eisberges. In dieser Meldung wird zwar völlig zutreffend auf die Gefährdung durch aus Paraffin hergestellten Duftkerzen hingewiesen, aber dennoch nur die halbe Wahrheit genannt. Das aus Erdöl gefertigte Paraffin ist hochgiftig und Paraffinpartikel, die Beschwerden auslösen können, werden beim Abrennen dieser Kerzen an die Raumluft abgegeben. Das ist auch ein triftiger Grund, sich Zigaretten nicht an der Flamme paraffinhaltiger Kerzen anzuzünden. Kerzen aus Bienenwachs haben diese negative Eigenschaft nicht. An den Flammen von Kerzen dieses Materials kann eine Zigarette unbedenklich angezündet werden. (Über die mögliche Schädlichkeit des Rauchens ist damit keine Aussage gemacht worden,)

Der zweite, und in dieser Meldung nicht erwähnte Auslöser von asthmatischen Anfällen, Hautausschlägen, Migräneattacken, Nacken und Rückenbeschwerden, ja möglicherweise auch einTennisellbogen dürfte der beigefügte Duftstoff sein. Er ist nicht nur in Paraffinkerzen enthalten, sondern auch in Bienenwachskerzen und Soja-Kerzen. In dieser Beziehung sind somit annähernd beide Varianten gleich schädlich.

Duftstoffen sollte mit Vorsicht begegnet werden, denn sie können, gleichgültig ob sie synthetischen oder natürlichen Ursprungs sind, Beschwerden auslösen. Sie sind in vielen Dingen unserer Umgebung enthalten. Das kann Parfüm ebenso sein, wie Seife oder andere Kosmetika. Besonders betroffen sind davon Personen, die in Frisiersalons und Kosmetikstudios arbeiten. Dazu kommen noch "Luftverbesserer" in der Wohnung, wie beispielsweise der Veilchenduft im WC und ein Duftbäumchen im Auto.

Stichwort Wohnung: Neuerdings treten die o.g. Beschwerden bei Betreten der Wohnung auf. Überlegen Sie sich in diesem Fall, was in letzter Zeit verändert wurde. Oft sind es neue Kleidungsstücke, Teppiche oder Gardinen, die die Beschwerden auslösen.

Dazu kommt noch das Duft-Marketing in Kaufhäusern und Supermärkten, hier werden u.U. synthetische Duftstoffe eingesetzt, um unangenehme Gerüche zu überlagern oder umsatzfördernd Appetit anzuregen.

Gleiches konnte auch in Fitness-Studios passieren, wo der starke Schweißgeruch der Trainierenden oft mit "Düften" überlagert wird. Hinterher entwickeln zukünftige Athleten u. U. statt strahlender Gesundheit ebenfalls, die o.g. Symptomatik. 

Sollten Sie nun, nachdem Sie sich hier soweit informiert haben, den Verdacht haben, dass die regelmäßig nach Besuch einer Ladenkette einsetzende Migräne etc. vom dortigen Duft-Marketing ausgelöst sein könnte, sind Sie meist auf dem richtigen Weg.

Das Wissen darum ist wichtig

Charakteristisch ist, dass Betroffene oft keinerlei Kenntnis von diesen Wirkungen haben und alles mögliche, nur nicht Duftstoffe, für ihre Misere verantwortlich machen. So wird nicht der Duftspender im Auto bei Anfällen von Atemnot, sondern beispielweise die stressige Verkehrssituation dafür verantwortlich gemacht.

Weiter haben sich Räuchermittel gegen Moskitos schon häufiger als Ursache für eine Neurodermatitis herausgestellt. Das war u.a. bei einem Kleinkind der Fall, bei dem die Haut seltsamerweise während der Sommermonate extrem "aufblühte". Der Mückenschutz in der Steckdose war hier der Verursacher.

Meist sind Duftstoffe nicht die alleinigen Bösewichte, sondern entfalten ihre unguten Wirkungen erst zusammen mit anderen Beeinträchtigungen, wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Reaktionen auf Medikamente. (Ein weiteres geplantes Thema.)

Ich wünsche jedem den verdienten Erfolg bei dem "Detektivspiel" nach den Auslösern und bin gerne zu weiteren Auskünften bereit.

Ein hoffentlich "heißer" Tipp - Problemort WC

Duftstoffe und Luftreiniger können Verursacher von Problemen sein. In vielen WC´s gibt es, damit die Alpenveilchen beim Mieter der nächsten, oberhalb gelegenen Etage nach Nutzung des Wc´s nicht die Köpfe hängen lassen, teure Spray´s. Duftemittelchen, die sich billigst und wirkungsvoll durch Streichölzer ersetzen lassen. Ein Streichholz kurz anbrennen und die Luft ist wieder rein. Ein Trick, der in lateinamerikanischen Toiletten erfolgreich praktiziert wird.

In wieweit er den Bedürfnissen eines "Atemluftallergikers" entspricht, kann ich nicht beurteilen. Aber Geld kann damit auf jeden Fall gespart werden.

Klaus_Radloff, am 04.12.2009
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