Wie geht man am besten vor?

Trödelmärkte finden in der Regel an Wochenenden statt. Die Termine für die eigene Region findet man leicht im Internet. Es lohnt sich, die Seite des jeweiligen Marktbetreibers genauer anzusehen, denn hier gibt es wichtige Hinweise über die unterschiedlichen Gepflogenheiten: Einige erwarten Vorab-Reservierungen (einige wenige sogar Vorauskasse – nicht sehr empfehlenswert, falls man am Trödeltag dann doch nicht hinfährt, aus welchen Gründen auch immer. Das Geld ist jedenfalls futsch), einige nehmen keine Reservierungen vor und man kann einfach am Trödeltag mit Sack und Pack erscheinen. Die Standgebühren sind unterschiedlich und richten sich nach dem, was der Marktbetreiber bietet. Und natürlich nach der Länge des Standes, den man aufbauen möchte. Es gibt Plätze mit Überdachung, die meist etwas teurer sind, dafür ist man aber bei Regen geschützt; manche Betreiber nehmen einen Pauschalpreis für eine festgelegte Anzahl an Metern, zum Beispiel 30,- € für 4 Meter, inklusive Autostellplatz direkt am Stand. Andere Betreiber gestatten aus Platzgründen kein Auto am Stand, manche erst ab einer Standlänge von 3 Metern.

Auch wichtig: Zu welcher Uhrzeit muss man spätestens seinen Platz einnehmen? Dazu gibt es je nach Marktbetreiber unterschiedliche Vorgaben. Toiletten sind übrigens immer vorhanden.

Stand und Standgebühr

Wie viele Meter Stand sollen es sein? Ein Tapeziertisch, meistbenutztes Utensil aller Trödler, misst 3 Meter. Eine Menge Trödelgut lässt sich darauf präsentieren. Aber: Wenn man nicht gerade einen Pauschalpreis hat, ist es eine Überlegung wert, ob nicht auch 2 Meter ausreichen. Das Rechenexempel ist nämlich, was sich denn eher lohnt: Mehr Geld für die Standgebühr ausgeben (und das dann auch durch Verkäufe wieder hereinholen müssen!) oder lieber mit etwas weniger Platz vorlieb nehmen. Es ist nun leider so, dass die Standgebühr die Einnahmen schmälert. Wenn man geschickt aufbaut, kann man aus einem kleinen Stand viel herausholen. Keinen Platz verschenken, lautet die Devise. Auch der Platz vor dem Stand kann genutzt werden, durch Bücherkisten oder sperrige, große Gegenstände. Die Anordnung der Tische, ob in L- oder U-Form oder einfach nebeneinander, spielt ebenso eine wesentliche Rolle. Es empfiehlt sich, bevor man als Neuling startet, einmal selbst über Flohmärkte zu bummeln und auf genau diese Dinge zu achten. Wie haben die "Kollegen" ihre Stände gestaltet? Wie sind die Waren präsentiert? Wovon würde ich mich angezogen fühlen? Was wirkt langweilig, was macht neugierig? Wo "knubbeln" sich die Käufer? Denn auf dem Trödelmarkt wie überall, wo etwas verkauft werden soll, gilt es, die Aufmerksamkeit der Käufer auf sich zu ziehen. Gar nicht so einfach bei der geballten Konkurrenz! 

Flohmarkt

Wir legen los!

Sind die organisatorischen Fragen geklärt, kann es losgehen – Sachen packen und ab! Nein, so einfach ist es leider doch nicht, denn jetzt beginnt die Mühsal. Es empfiehlt sich, das Auto schon am Vortag zu beladen, da man am Trödeltag morgens sehr früh starten muss. Das Packen kann schon einmal einen ganzen Nachmittag dauern, mit hin- und herräumen, sortieren, Kisten schleppen und verstauen. Wie bringt man den ganzen Kram in einem kleinen Auto unter? Und auch wenn das Auto etwas mehr Platz bietet – schnell kommt man da an seine Grenzen. Deshalb gut auswählen, was man mitnimmt. Der oben schon erwähnte Tapeziertisch macht nicht immer Sinn, denn damit ist man auf eine Länge von mindestens 3 Metern festgelegt. Besser sind einzelne Tische, die man separat anordnen kann. 

Was packt man denn nun ein? Grundregel: Nicht unbedingt vom eigenen Geschmack leiten lassen. Die kitschigsten Dinge finden glühende Liebhaber, wer hätte es vorher gedacht! Der Trödel ist eben immer wieder für Überraschungen gut. Es lässt sich nie vorhersagen, was gerade gut weggeht. An manchen Tagen sind es Bücher, an anderen Tagen verkauft man davon kein Stück. Ähnlich ist es mit Langspielplatten. Machmal sind sie gefragt, manchmal werden sie völlig ignoriert. Schnäppchenjäger suchen die unterschiedlichsten Sachen. Modeschmuck geht gut, auch echter Schmuck, Kinderkleidung, Ölgemälde, Dekoartikel, Haushaltsgegenstände, gut erhaltene Schuhe, DVDs. Und natürlich Elektrisches und Elektronisches in jeder Form - Handys, Bügeleisen, Wasserkocher, Spielekonsolen und Games. Ganz beliebt sind Wühlkisten mit z.B. Textilien oder Hausrat; viele Männer lieben auch Wühlkisten mit allerlei Werkzeug und Heimwerkerkram.

Ein paar Dinge sind grundsätzlich auf jedem Flohmarkt verboten: NS-Symbole, gewaltverherrlichende Schriften, Pornografie, lebende Tiere, Waffen. Wer übrigens nur Neuware verkauft, zahlt eine wesentlich höhere Standgebühr und muss einen Gewerbeschein vorlegen.

Pariser Flohmarkt (Bild: Kimberly Poloson / AllPosters)

County Flea Market (Bild: Mandy Lynne / AllPosters)

Feilschen? Ja, aber nicht um jeden Preis!

Manche Käufer machen sich einen Sport daraus, die Preise unbedingt zu drücken. Das hat mit Handeln/Feilschen nicht mehr viel zu tun und zeugt von wenig Respekt dem Trödelhändler gegenüber. Denn kaum ein Käufer kann sich vorstellen, wieviel Arbeit und Mühe hinter dem Ganzen stecken und dass auch für den Trödelhändler Ausgaben wie Standgebühr und Benzinkosten anfallen. Natürlich möchte man möglichst viel möglichst schnell verkaufen und wenig wieder mit nach Hause nehmen. Aber zu Dumpingpreisen wegschenken sollte man seine Sachen  nicht.

Noch ein paar Tipps am Rande:

Niemals (wirklich niemals!) das Portemonnaie oder die Geldkassette mit den Einnahmen auf oder unter dem Tisch ablegen! Langfinger sind überall, leider auch auf dem Trödel. Es empfiehlt sich eine Bauchtasche/Gürteltasche. Wertvolle Dinge unbedingt in eigener Reichweite platzieren, Schmuck am besten in einem Kästchen unter Glas. An Proviant und Getränke für den Tag denken, ebenso an Sonnencreme und Sonnenbrille im Sommer. Man sollte es nicht unterschätzen, wenn man etliche Stunden in praller Sonne steht und blinzeln muss. Ein Campingstühlchen nicht vergessen, wer will schon den ganzen Tag stehen! 

Wenn es zu heiß ist, etwa ab 30 Grad, wird es schwierig, Käufer zu motivieren. Die Leute sind dann zu sehr von der Hitze geschafft, schlappen lustlos über den Flohmarkt und sind absolut nicht in Kauflaune. Ebenso ist der Monatsletzte auch nicht besonders zu empfehlen. Und generell lässt ab mittags die Kauflust deutlich nach, dann sind die wirklich interessierten Schnäppchenjäger längst fertig mit ihrer Suche, und nachmittags kommen überwiegend "Seh-Leute", die oftmals einfach nur bummeln möchten.

Was am Ende übrig bleibt ...

Zeit, zusammenzupacken. Auch das ist wieder mühselig und dauert eine ganze Weile. Nun kommt das Highlight: am Ende die Einnahmen zählen. Standgebühr abziehen nicht vergessen. Wieviel bleibt übrig? Nicht genug eingenommen? Macht nichts, nächsten Sonntag ist wieder Trödel, irgendwo...

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