Das Aufschieben hat psychologische Vorteile - Wer zaudert, umgeht Probleme

Im Angesicht unserer Endlichkeit ist Aufschieberitis sinnlos 

Wir wissen nicht, wann wir sterben, wir wissen jedoch, dass es jeden treffen wird. Gemessen
an der langen Zeit, die wir tot sein werden, ist unsere Lebensdauer erschreckend kurz. Aus der Perspektive der Ewigkeit hat es keinen Sinn, Unerledigtes in die Zukunft zu verschieben und die wertvolle Gegenwart mit Hoffen und Zweifeln zu verbringen. Getanes wird am Lebensende meist seltener bereut als Ungetanes. Wer möchte sich schon gerne selber Schaden zufügen? Doch genau das tut ein Mensch, der sich mit dem Aufschieben herumquält. Diese Gedanken kann man sich klar machen, wenn das Unbehagen im Angesicht einer unerledigten Aufgabe zupackt.

Tipps gegen die Angst zu versagen - Den Teufel an die Wand malen

An erster Stelle steht der Entschluss, sich verändern zu wollen. Dann ist es wichtig, die ganz persönlichen Motive fürs Aufschieben zu begreifen. Durch die reine Bewusstmachung ist die Angst noch nicht weg, bleibt sie jedoch im Ungewissen, kann man sie auch nicht bekämpfen. Man bekommt Ängste besser in den Griff, wenn man erkennt, dass das Eintreten der schlimmsten Befürchtungen nicht der Weltuntergang wäre. Wer zum Beispiel zögert Fahrstunden zu nehmen, weil er befürchtet durchzufallen, der kann sich ausmalen was passiert, wenn seine Ängste wahr würden. Er sieht dann, dass seine Sorge übertrieben ist und der schlimmste Fall kein Beinbruch wäre.

Lebensziele erreichen: kleine Schritte machen 

Große Aufgaben bewältigt man besser in kleinen Portionen. Will jemand einen Roman schreiben, kann er sich angewöhnen zu festgelegten Zeiten am PC zu sitzen und mit dem Schreiben zu beginnen. Immer am Dienstag von 20 Uhr bis 20.30, das reicht für den Anfang. Bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes kann es helfen, jegliche Ablenkung auszuschalten, also nicht parallel  telefonieren, im Internet surfen und keine Störungen durch die Familie zulassen. Es steigert die
Motivation, wenn man sich für durchgehaltene Arbeitsphasen belohnt, beispielsweise mit einer Tasse Milchkaffee oder einem kurzen Spaziergang. Hat man erst einmal den Anfang gefunden, so stellen sich auch Erfolgserlebnisse ein, die den Fortgang der Arbeit beflügeln.

Auf die lange Bank schieben tut nicht gut - Den Mut zur Veränderung finden

Lange Bank ... (Bild: G.Spalke)

Warum nicht einfach handeln?

Wer sich mit Sorgen herumschlägt oder der Vergangenheit grämt, lässt sich im Handeln lähmen.
Die Entscheidung im Jetzt zu leben kann bewusst getroffen werden. Grüblerische Gedanken kann man vertreiben, wenn man sich auf die Atmung konzentriert. Auch lässt sich das Kopfkino stoppen, wenn man all das was dort kreist, formuliert und zu Papier bringt. 

Eine andere Methode das Aufschieben zu beenden ist, einfach zu beginnen. Egal ob Sie sich das Wein trinken oder das Rauchen abgewöhnen wollen: Beginnen Sie jetzt! Es gibt keinen Grund zum Verschieben, es sei denn, Sie wollten auch in Zukunft rauchen und trinken. Falls das so ist, dann tun Sie auch dies. Es ist ihr gutes Recht und ihre eigene Verantwortung. Eine Sache zu verschieben kann bedeuten, dass man nicht wirklich zu ihr steht oder das man nicht an die eigene Stärke glaubt.

Muss man der oder die Beste sein?

Es hilft auch sich klar zu machen, dass es nicht notwendig ist, stets Höchstleistungen zu vollbringen. Eine halb gute Tat ist immer noch besser als gar keine. Wir alle machen Fehler und lernen daraus und sind deshalb keine schlechten Menschen. Man stelle sich eine Katze vor, die nach einer Maus jagt und diese verfehlt. Die Katze würde wohl kaum in Selbstzweifel versinken, depressiv werden und anderen Katzen die Ohren volljammern. Sie würde es einfach wieder probieren, und zwar so lange, bis sie zum Ziel kommt. In dieser Hinsicht können Tiere ein Vorbild sein, sie zweifeln nicht an sich selbst.

Problemlösung in der Partnerschaft nicht auf die lange Bank schieben!

Möchte man ein Problem angehen, von dem andere Personen betroffen sind, zum Beispiel
Sex in der Partnerschaft, dann ist es allemal besser offen über die eigenen Ängste zu sprechen, als zu schweigen und sich Sorgen zu machen. Man muss dann darauf achten, in erster Linie von sich selbst zu erzählen und vermeiden dem anderen mit Schuld zu überhäufen. "Mir geht es so und so …", anstatt: "Immer machst du das und jenes …"  Wer seine Befürchtungen mitteilt, teilt auch das Leid und die Angst. So kommt Bewegung in eine festgefahrene Sache.  

Mutig zur Tat schreiten

Angst lässt sich mit Mut bekämpfen. Sich durchzuringen und etwas Mutiges zu tun, kann der Auslöser dafür sein, lange Hinausgeschobenes endlich zu erledigen. Das Aufschieben aufgeben heißt letzten Endes leben lernen. Wir haben die Wahl, ob wir uns selber täuschen und der Wirklichkeit entfliehen wollen oder ob wir sie in unserem Sinne gestalten und handeln.

Autor seit 5 Jahren
9 Seiten
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