Vegemite, der Nationalstolz und das Schönheitselixier der Australier...

Ich bin Australien-Fan. Und das nicht nur, weil ich dort entfernte Verwandte habe, "Down Under" von den Men at Work schon seit ich denken kann zu meinen Lieblingsliedern gehört oder weil man Weihnachten im Sommer mit einer Grillparty, dem berühmten "Barbie" oder BBQ feiert. Nein, was mich so sehr an Australien fasziniert, sind neben der abwechslungsreichen Flora und Fauna die Menschen. Oft frage ich mich, warum das eigentlich so ist. Diese Menschen sind - abgesehen von den Ureinwohnern, den Aboriginies - zumeist Nachfahren von europäischstämmigen "Kriminellen", aber das scheint ihnen gar nichts auszumachen. Der durchschnittliche, wenig ehrgeizige "Aussie" genießt das Leben, träumt in den Tag hinein, und nimmt sich selbst und die Bürokratie nicht so furchtbar ernst. Natürlich hat er auch mit einigen Klischees zu kämpfen, aber "that's a load of bull". Soll heißen, auch das Image vom braungebrannten Surfer oder kampfsaufenden Schafscherer ist dem Australier ziemlich schnurz, und wenn nicht, dann wird es im Ausland mit einem schelmischen Lachen und einer entsprechenden Tat bestätigt. Und wenn sie lachen, die Australier (und das tun sie oft), dann zeigen sie stolz ihre schönen gepflegten Zähne.

 

Errol Flynn, Hugh Jackman, Heath Ledger, Jesse Spencer, Kylie, Mel Gibson...

Na ja, in der Liste treffen nicht so alle meinen Geschmack, aber was diesen Leuten aus dem Showbusiness gemein ist, ist ihre australische Herkunft bzw. Abstammung. Alle haben/hatten ein Image als Sunnyboy und Sexsymbol, und bestimmt war das nicht so einfach aus der Luft gegriffen. Vielen der Genannten schien es nicht einmal besonders zu behagen, derart die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Denken wir nur an das traurige Beispiel von Heath Ledger. Hier zeigt sich, dass der Australier mit dem Erfolgsdruck, der auf anderen Kontinenten herrscht und dem er sich zu unterwerfen hat, nicht selten überfordert ist.

Doch was eigentlich ist das Geheimnis ihres tollen Äußeren? Liegt es an den Genen? Dem Australian Way of Life? Ein wenig, sicherlich. Was gewiss eine entscheidende Rolle in der körperlichen Entwicklung des typischen Australiers spielt, ist - abgesehen von viel Bewegung in der frischen Luft - die Ernährung. Nirgends ist das Angebot an frischem Obst und Gemüse größer, und der Exil -Aussie vermisst nichts mehr als seine geliebten Mango, Papaya, Ananas oder Rambutan.

Australien (Bild: AllPosters)

Und jetzt kommt's!

Die Gruppe "Men at Work" hat es als Erkennungszeichen in der Fremde in ihrem Klassiker von 1982 besungen. Da bietet ein Muskelmann in Brüssel dem Sänger ein Vegemite-Sandwich an, und sofort schmilzt das Eis zwischen beiden.

Tatsächlich ist Vegemite - obwohl von der deutschen Firma Kraft hergestellt - ein typisches australisches Produkt und vermutlich auch das Geheimnis äußerlich attraktiver Australier. Für nicht-australische Gaumen eher gewöhnungsbedürfig, lässt sich sein Geschmack mit Maggiwürze vergleichen und ist nicht süß, wie man das von einem morgendlichen Brotaufstrich erwarten würde. Durch den hohen Anteil an Hefe schmeckt es sogar recht eigen, um es nett zu formulieren. Doch gerade diese Zutat sorgt für

volles, kräftiges Haar,

gesunde Zähne,

schöne Haut und

feste Nägel.

Nicht jeder Australier steht darauf (das wäre schon wieder ein Klischee), doch die meisten wachsen damit auf und nehmen bei Auslandsreisen mehrere Gläser als Vorrat mit. 

Weitere Zutaten von Vegemite sind Zwiebeln, Majoran, Semmelbrösel, Petersilie und Salz. Wer mutig ist und es ausprobieren und schön werden (bleiben) möchte - hier ist das Rezept.


 

Naschkatzen gibt es Down Under natürlich auch.

Auch der doppelte Schokoladenkeks TimTam erfreut sich großer Beliebtheit und wird im Ausland schmerzlich vermisst. Es handelt sich eigentlich um eine Art Dessertkuchen, vergleichbar mit unserem früheren Yes-Torty (die älteren Semester werden sich erinnern). Aber natürlich mit ganz eigenem Geschmack, wie man ihn nur in Australien erlebt. Darum gehört er ebenfalls in jeden Koffer eines für längere Zeit verreisenden Australiers.

Unter den spezifischen Süßwaren mit Nationalcharakter wäre der Vollständigkeit halber noch die Pavlova-Torte zu erwähnen, deren Erfindung auf einen Gastauftritt der russischen Tänzerin Anna Pavolva in den 1920er Jahren zurückgeht. Allerdings gibt es hier Streitigkeiten zwischen Australien und Neuseeland, die beide diese Erfindung für sich beanspruchen. Nachgewiesen ist der Ursprung der cremigen Obsttorte bis heute nicht, aber lecker ist sie in jedem Fall. Und darauf kommt's doch an, oder?

Autor seit 6 Jahren
77 Seiten
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