Blickkontakt mit der Mutter und soziale Interaktion

Eine Eltern-Kind-Beziehung zwischen Eltern und einem neurotypisch entwickelten Kind fördert durch die gegenseitigen Aktionen und Reaktionen das Umweltverständnis des Säuglings oder Kleinkindes. Schon mit dem ersten Blickkontakt, der dann immer wieder beidseitig wiederholt und gesucht wird, und einer freudigen Reaktion der Mutter oder des Vaters darauf, bilden sich Synapsenverbindungen im Gehirn des Babys für eine nonverbale Kommunikation. Bei fehlendem Blickkontakt kann sich die Beziehung zu den Eltern schwieriger gestalten.

Sprachentwicklung durch soziale Interaktion beim Kleinkind

Wenn ein etwa einjähriges Kind wissen möchte, wie ein Gegenstand heißt, so zeigt es mit dem Zeigefinger auf das Objekt und sieht die Mutter an. Die Mutter blickt in die gezeigte Richtung und benennt den Gegenstand. Auch wenn die Mutter ein für das Kind wichtiges oder interessantes Objekt sieht, zeigt sie darauf und lenkt den Blick des Kindes in die gewünschte Richtung. Mit einer Benennung des Objektes lehrt sie das Kind neue Worte. Das Kind erweitert auf diese Weise ständig seinen Wortschatz und sein Umweltbewusstsein. Das Erlernen der Sprachmelodie, die Erfassung von Bedeutung der Sprache und die Bildung enger sozialer Kontakte verbinden sich mit diesen Prozessen.

Bedürfniserfüllung erreicht das Kleinkind durch Blickkontakt und Zeigen

Autistische Kinder zeigen meist nicht auf Gegenstände, ihnen fehlt neben der Fähigkeit zur gewohnten nonverbalen Kommunikation von Kleinkindern auch die Fähigkeit, sich in andere Personen hineinzuversetzen. Damit sind ihnen weitere Lernprozesse erschwert. Ein normal entwickeltes Kind von einem Jahr meldet seine Bedürfnisse an, indem es auf Spielsachen oder Nahrung zeigt. Selbst bei wenig Sprachkenntnissen kann sich das Kind den Eltern verständlich machen. Es erregt Aufmerksamkeit durch Blickkontakt und Laute, zeigt auf Gegenstände und sieht auffordernd die Bezugsperson an. Seine Bedürfnisse werden dann meist erfüllt.

Schwierige Bedürfniserfüllung für autistische Kinder

Autistische Kinder pflegen wenig oder keinen Blickkontakt und zeigen nicht auf Dinge, die sie haben wollen. Auch ist häufig ein Insichgekehrtsein zu beobachten, das wenig auf Bedürfnisse und Wünsche schließen lässt. Stereotype Verhaltensweisen des Kindes, wie ein Hin- und Herschaukeln mit dem Oberkörper und ein sich Hin- und Herwerfen mit dem gesamten Körper oder dem Kopf, erschweren den Elternoder Pflegepersonen eine Deutung der kindlichen Gefühlswelt. Besonders wichtig sind bei einer mangelnden Kontaktaufnahme zur Pflegeumgebung regelmäßig wiederkehrende Fütter- und Trinkzeiten und ein sehr aufmerksamer Umgang mit dem Kind.

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Immortelle, am 29.07.2013
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Bildquelle:
Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de (Das Phänomen Autismus)
Silvia Harnisch/Sabine Wolfram (Autisten unter sich - Eine Wohngruppe stellt sich vor)

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