Erste Baderegel: Nie mit vollen Magen ins Wasser!

Meine Oma verbot mir immer, nach dem Essen sofort ins Wasser zu gehen. Obgleich ich es damals nicht verstanden hatte, hielt ich mich an diese Baderegel und gab jene später so an meinen Nachwuchs weiter. Es ist kein Mythos, dass man mit vollen Magen nicht ins Wasser soll. Nicht nur Kinder sind dann stark gefährdet, auch Erwachsenen kann während des Schwimmens nach dem Essen plötzlich übel werden. Und das kann tatsächlich lebensgefährlich sein. Also nicht lange rätseln, ob du nach dem Essen ins Wasser kannst, sondern einfach die erste Baderegel befolgen und eine Verdauungspause einlegen. So bist du auf der sicheren Seite.

Zweite Baderegel: Nicht mit leeren Magen schwimmen gehen!

Damit im Wasser keine Ohnmachtsanfälle drohen, folgt hier die zweite Baderegel: Gehe niemals mit gänzlich leeren Magen schwimmen! Glaubst du nun, ich binde dir einen Bären auf, weil ich in der Ersten der acht Baderegeln genau das Gegenteil behauptete, solltest du schnell weiterlesen. Badeunfälle lassen sich vermeiden, wenn man die Baderegeln der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) befolgt. Dort steht zum Beispiel auch geschrieben, dass es ebenfalls gefährlich sein kann, mit leeren Magen schwimmen zu gehen. Sportmediziner wissen um die Auswirkung eines leeren Magens bei sportlichen Betätigungen. Einerseits ist die Energiezufuhr viel zu gering, andererseits können die inneren Organe aufgrund fehlender Nahrung und der körperlichen Aktivität stark gereizt werden.

Eine Unterversorgung des Gehirns kann gleichwohl die Folge sein, wenn du mit nüchternen Magen schwimmen gehst und dein körpereigener Flüssigkeitsspeicher leer ist. Dies kann schlimmstenfalls Schwindel (aufgrund eines zu niedrigen Blutzuckerspiegels) sowie Wahrnehmungsstörungen erzeugen und unweigerlich zu einem Badeunfall führen. Wenn du also sicher sein möchtest, dass dein Magen weder zu voll noch zu leer ist, nimm eine halbe Stunde vor dem Badengehen eine leichte Mahlzeit mit Kohlenhydraten zu dir und fülle den körpereigenen Flüssigkeitstank auf. Was die Flüssigkeitszufuhr anbelangt, greife auf ungesüßte Tees und Wasser zurück, denn alkoholische Getränke sind tabu.

Dritte Baderegel: Alkohol im Schwimmbad meiden!

Ein Bierchen in Ehren kann doch nicht schaden, meinst du? Am Strand oder im Schwimmbad Alkohol zu trinken, kann dir zum Verhängnis werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob du eine Weinschorle trinkst, ein Glas Bowle oder ein Radler. Auch Getränke mit einem geringen Alkoholanteil können bei hochsommerlichen Temperaturen zur tödlichen Gefahr werden. Alkoholkonsum ist einer der Ursachen, warum es in Deutschland jährlich zu zahlreichen Badeunfällen kommt.

Bei Hitze kann der menschliche Organismus den Alkohol nicht verarbeiten, da er rasanter und intensiver wirkt. So schwindet das Reaktionsvermögen schneller, die Risikobereitschaft steigt, der Übermut nimmt zu und lässt Hemmungen schwinden. Da kann der Hechtsprung ins kühle Nass (von der Klippe oder vom Sprungturm) zum letzten Akt im Leben werden. Auch der Kreislauf macht schneller schlapp, wenn Alkohol und Sommerhitze aufeinandertreffen. Lass die Finger vom Alkohol im Schwimmbad, halte dich an die wichtigsten acht Baderegeln!

Vierte Baderegel: Beachte die Verhaltensregeln bei Gewitter am und auf dem Wasser!

Nicht nur Unwissenheit, Übermut, rücksichtsloses Verhalten und Alkoholkonsum führen zu tödlichen Badeunfällen, auch plötzlich aufziehende Gewitter können zur Gefahr für Leib und Leben werden. Insbesondere am, im und auf dem Wasser. Unwetter sind niemals zu unterschätzen, weshalb du die richtigen Verhaltensregeln bei Gewitter kennen solltest.

Fünfte Baderegel: Unbedingt beizeiten schwimmen lernen!

Viele Badeunfälle passieren, weil Menschen nicht schwimmen können. Natürlich vermitteln Schwimmhilfen wie Schwimmringe, Schwimmärmel, Schwimmgürtel und Schwimmnudeln zunächst Sicherheit im Wasser. Auch die Anwesenheit von Bademeistern und Wasseraufsichtspersonal erhört das Sicherheitsempfinden im Freibad und am bewachten Badestrand. Aber wer schwimmen kann, ist klar im Vorteil. Deswegen unbedingt so früh wie möglich schwimmen lernen.

 

(Bild: Kerstin Schuster)

Achtung: Ausnahmen bestätigen die Regel!

Auch gute Schwimmer können ertrinken, wenn sie beispielsweise in Flüssen mit starker Strömung baden und dann abgetrieben werden. Flüsse als Badegewässer sind ohnehin nicht zu unterschätzen. Außerdem ist es verboten, in unmittelbarer Nähe von Schiffsanlegestellen schwimmen zu gehen, denn hier droht Lebensgefahr.

Sechste Baderegel: Kinder mit Schwimmhilfen immer beaufsichtigen!

Dass Eltern ihre kleinen Kinder mit Schwimmhilfen nicht alleine im Nichtschwimmerbecken lassen sollen, müsste eigentlich klar sein. Denke ich jedenfalls. Leider sieht die Praxis anders aus und das kann ich absolut nicht nachvollziehen. Viele Bäderbetreiber in Deutschland beklagen sich längst schon über zu sorglose Eltern, die meinen, sie könnten ihren mit Schwimmärmeln und Schwimmringen ausgerüsteten Nachwuchs unbesorgt der Aufsicht des Bäderpersonals überlassen. Das ist in meinen Augen grob fahrlässig und unverantwortlich. Bademeister und Rettungsschwimmer haben andere Aufgaben, sie sind keine Babysitter.

Darum mein Rat an alle Erziehungsberechtigten: Beachtet die Baderegeln und lasst eure kleinen Schätze auch mit Schwimmhilfen niemals allein am und im Wasser! Diesen Artikel auf focus.de möchte ich all jenen Eltern empfehlen, die ihre Finger nicht vom Smartphone lassen können und auch denen, die zu sorglos sind und ihre Schützlinge mit Schwimmhilfen in der Badeanstalt sich selbst überlassen.

Siebte Baderegel: Wasserspielzeug niemals unterschätzen!

Klar ist Wasserspielzeug bei Kindern sehr beliebt und das bestenfalls in XXL Ausführung. Auch überdimensionale Wasserspritzen erfreuen sich neben Wasserbällen großer Beliebtheit. Aber Achtung, es kann gefährlich werden. Große Wasserspritzen besitzen eine starke Druckkraft und können somit zu schweren Verletzungen führen, wenn Personen in nächster Nähe davon getroffen werden. Außerdem können aufgeblasene Wassertiere, Schwimmreifen und Luftmatratzen schnell abtreiben oder gar kentern. Nichtschwimmer drohen dann zu ertrinken. Manch Wasserspielzeug birgt auch noch andere Risikofaktoren, die mitunter den Tod durch "sekundäres Ertrinken" zur Folge haben können. Elianna, die vierjährige Tochter der US-Amerikanerin Lacey Grace, hatte noch Glück im Unglück. Ihr wäre der Badeunfall mit der Poolnudel fast zum Verhängnis geworden.

Augen auf, liebe Eltern, beim Wasserspielzeug-Kauf!

Achte Baderegel: Sicherheitshinweise an Wasserrutschen beachten!

Viele Badeunfälle in Deutschland passieren aufgrund mangelnder Rücksichtnahme und nicht selten wegen "Dummheit" (die bekanntlich auch vor Schaden nicht schützt). Wasserrutschen und Sprungtürme sind wahre Magneten in den deutschen Freizeitbädern. Allerdings auch die größten Unfallquellen. Wobei nicht selten "Unschuldige" Opfer werden. Um Badeunfälle zu vermeiden, sollten die Benutzerhinweise der Wasserrutschen nicht nur gelesen, sondern auch beachtet werden. Die wichtigste Regel lautet: ABSTAND HALTEN!!!

ACHTUNG, diese Rutsche ist nur für Männer!

Die Therme Erding im Umland von München ist ein wahres Wasserrutschen-Paradies. Badeunfälle der anderen Art können hier schnell passieren, wenn Frauen eine der 26 Rutschen trotz Verbotes nutzen, weil sie sich "ausgegrenzt" fühlen. Dass die Röhrenrutsche "X-Treme Faser", auf der eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 72 km/h erreicht werden kann, nur von Männern benutzt werden soll, hat nun gar nichts mit Diskriminierung zu tun als vielmehr mit der weiblichen Anatomie. Denn die Nutzung dieser speziellen Röhrenrutsche in der Therme Erding ist aus Sicherheitsgründen ausschließlich den Herren der Schöpfung vorbehalten, um bei Frauen Verletzungen im Genitalbereich vorzubeugen. Gleichwohl gibt es eine "frauenfeindliche" Wasserrutsche in der Area 47, dem beliebten österreichischen Outdoor-Freizeitpark im zauberhaften Ötztal.

Nein, es ist weder ein schlechter Scherz noch diskriminierend für weibliche Badegäste. Hier geht es schlichtweg um deren gesundheitliche Sicherheit. Also: Warnhinweise an Wasserrutschen immer beachten, sie werden nicht umsonst geschrieben!

 

Die hier beschriebenen acht Baderegeln stellen keinen optimalen Schutz für die eigene Sicherheit dar, dienen lediglich als Warnhinweise, um das Risiko von Badeunfällen zu minimieren.

 

 

 

Autorin: Kerstin Schuster

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