Zweijähriges Mädchen verbrennt sich Füße und Hand durch Grillglut unter dem Sand

Es passierte Anfang Juli 2013 an einem wunderschönen Sommertag am Strand von Brodau, in der Nähe von Eutin. Familie E. aus Hamburg wollte einfach nur ein Picknick am Strand machen. Während Mama Olga E. alles vorbereitete, planschte ihr Töchterchen ausgelassen im Wasser herum. Kurz darauf geschah das Unglück. Darja kam aus dem Wasser, lief durch den Sand, schrie plötzlich schmerzerfüllt auf. Kurz darauf lag die Kleine am Boden.

Ihre Schmerzensschreie gingen durch Mark und Bein. Sofort war Mutter Olga bei ihrer Tochter und konnte kaum glauben, was sie sah. Die Haut an den Füßen des Mädchens war abgezogen. Die 41-Jährige handelte rasch. Sie nahm ihr schreiendes Töchterchen auf und lief mit ihm zum Wasser, um die verbrannten Stellen zu kühlen. Nicht nur Darjas Füße wiesen Brandverletzungen auf, auch ihre linke Hand.

Nachdem die Familie einen Notruf abgesendet hatte, trafen kurze Zeit später RTW und Polizei am Unglücksort ein. Darja E. wurde unverzüglich mit dem Rettungshubschrauber ins nächstgelegene Krankenhaus - Sana-Klinik Eutin - gebracht, wo sie unter Vollnarkose operiert wurde. Später wurde die Zweijährige in der Abteilung für Schwerbrandverletzte im Kinderkrankenhaus "Wilheimstift" in Rahlstedt untergebracht. Zu jener Zeit hat das Mädchen bereits zwei Operationen hinter sich.

Was war passiert am Ostseestrand von Brodau? Darja E. hatte sich die schweren Brandverletzungen zugezogen, weil unter dem Sand noch Kohlen vor sich hin glühten. Vermutlich dachten die Strandbesucher am Vorabend, es würde ausreichen, das Grillfeuer mit Sand zu ersticken. FALSCH! Nur Wasser löscht glühende Kohlen und davon gibt es an jedem Strand und Flussufer genügend. Unter der lockeren Sandschicht kann Holzkohle noch sehr lange vor sich hin glimmen.

Glutnester sind gefährlich für Strandbesucher

Die kleine Darja aus Hamburg ist nicht Einzige, deren Strandbesuch an der Ostsee zum Albtraum wurde. Ebenfalls im Juli 2013 wurden im Ostholsteiner Kreis Neustadt ein Vater und sein kleiner Sohn Opfer rücksichtsloser "Griller", die einfach nur Sand über die glühende Holzkohle geschüttet haben. Der 34-Jährige und sein 3 ½ Jahre alter Sohn kamen mit schweren Brandverletzungen an Füßen und Unterschenkeln in die Sana-Klinik Eutin, wo die Notfallbehandlung stattfand. Die Polizei ermittelt auch in diesem Fall wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen unbekannt.

Glutnester sind gefährlich für alle Badegäste und Strandbesucher, die ohne Vorwarnung in diese heimtückische Falle tappen. Nicht immer sind es - wie oft angenommen - Jugendliche, die an Flussufern, Kiesgruben und Badestränden grillen und dann die Feuerstellen verlassen, ohne die Glut zu löschen, oder einfach nur Sand anstelle von Wasser drüber schütten. Es gibt genügend Erwachsene, die nach einer feucht-fröhlichen Grillparty am Strand nicht mehr in der Lage sind, das Grillfeuer zu löschen oder den Einweggrill ordnungsgemäß zu entsorgen. 

Erste Hilfe bei Verbrennungen am Strand

Jedes Jahr werden es mehr Strandbesucher, die durch heiße Asche am Strand akute Verbrennungen erleiden, weil Dummheit die Oberhand hat. Wenn es schon offizielle Grill- und Lagerfeuerstellen gibt, sollten diese auch genutzt werden.

 

Verbrennungen dürfen niemals mit Eis gekühlt werden, da sich sonst die Gefäße verschließen und die Durchblutung schlechter wird. Wasser kühlt und beruhigt im ersten Moment. Kühle Tücher sorgen ebenfalls für kurzzeitige Linderung.

Da sich die Brandverletzungen an deutschen Stränden häufen, sollten Urlauber und Strandbesucher vorsichtshalber für den Notfall gerüstet sein, um im Ernstfall schnell Erste Hilfe leisten zu können. So traurig es auch ist, doch in der heutigen Zeit sollte ein Brandwunden-Set im Strandgepäck nicht fehlen.

Wer an öffentlichen Stränden grillt, sollte dafür Sorge tragen, dass das Grillfeuer ordnungsgemäß gelöscht wird, bevor andere Personen großen Schaden erleiden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Brandverletzungen extrem schmerzhaft sind.

Verbrennungen ersten und zweiten Grades - meine persönliche Erfahrung

Kennen Sie den Spruch: "Das gebrannte Kind scheut das Feuer". Für Sie hat er wahrscheinlich keine Bedeutung, für mich schon. Wenngleich ich auch nicht durch glühende Holzkohlenester am Strand gelaufen bin, so habe ich dennoch schmerzhafte Erfahrungen mit Feuer gemancht. Wenn menschliche Haut verbrennt, entsteht ein bestialischer Geruch, den kein Brandopfer je vergessen wird. Verbrennungen verursachen Schmerzen, die kein Mensch erahnen kann, und nicht selten hinterlassen sie Narben.

Ich habe die Bilder noch heute im Kopf, wenn ich mich an jenen Tage erinnere, der eigentlich ganz lustig begann. Es war Fasching und ich trug ein Kostüm, zu dem auch eine lange schwarze Perücke gehörte. Meine Mama schickte sich gerade an, die auf einen Teller schön arrangierten Pfannkuchen ins Faschingshaft geschmückte Kinderzimmer zu tragen, als ich neugierige Liese schnell mal einen Blick in den Kochtopf riskierte. Trotz Mamas ausdrücklichen Verbotes, wohl bemerkt. Der Reiz liegt nun einmal darin, Verbote zu übergehen. "Wer nicht hören will, muss fühlen", heißt es nicht umsonst.

Das ganze Drama spielte sich innerhalb von wenigen Minuten ab. Als ich mich über den Topf beugte, um einen Blick auf dessen Inhalt zu erhaschen, machte sich die Flamme des Gasherdes gierig an einer Haarsträhne meiner Faschingsperücke zu schaffen. Ich spürte kurz darauf eine merkwürdige Hitze auf dem Kopf. Griff instinktiv mit der rechten Hand nach oben und schrie vor Schmerzen auf. Sekunden später lag ich laut schreiend auf dem Küchenboden. Den angstvollen Gesichtsausdruck meiner Mama werde ich nie vergessen. Achtlos ließ sie den Teller mit den Pfannkuchen fallen, eilte zu mir, zog mich vom Boden hoch, entfernte die brennende Perücke und rannte mit mir ins Badezimmer. Sie drehte den Wasserhahn auf, stellte die Brause an …

Ich hatte damals Glück im Unglück, trug lediglich Verbrennungen ersten und zweiten Grades davon. Die Erinnerungen an jenen denkwürdigen Faschingstag sind nach wie vor lebendig, wenngleich auch die Narben auf der Haut längst verheilt sind.

Mein Appell an alle Strand-Griller!

 

Löscht das Grillfeuer mit Wasser, bevor ihr den Strand verlasst. Denkt an die anderen Strandbesucher und deren Gesundheit. Brandwunden hinterlassen nicht nur Narben auf der Haut, sondern mitunter auch seelische Narben, die ebenfalls schlecht verheilen. Feuer ist unberechenbar! Ob es sich um offene Flammen handelt oder Glutnester, spielt diesbezüglich keine Rolle …

Autor seit 5 Jahren
293 Seiten
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