Das Gebäude

Das Gebäude der Berliner Philharmonie ist nicht symmetrisch und wirkt wie ein Zelt. Sein Herz ist ein großer fünfeckiger Konzertsaal. Rund um die Bühne steigen unregelmäßig ansteigende Logen in die Höhe. Sie bieten 2440 Sitzplätze. Und die haben von allen Seiten eine gleich gute Sicht auf die Bühne. Durch die Architektur des Saales ist die Distanz zwischen Orchester und Publikum klein. Und viele Künstler schätzen es, das sie in der Philharmonie inmitten der Zuhörer zu sitzen.

Die asymmetrische Form des Saales konzipierte der Akustiker Lothar Cremer. Durch frei hängende Reflektoren unter der Decke über dem Podium viele weitere Kunstgriffe wird der Raum gleichmäßig beschallt und die Nachhallzeit optimiert. So bieten alle Plätze neben der guten Sicht auch eine hervorragende Akustik.

Der eigenwillige Bau bescherte Hans Scharoun Spott und Kritik. Die an einen Zirkus erinnernde Form des Gebäudes mit dem Podium in der Mitte des Zuschauerraums brachte der Philharmonie in der Lokalpresse die Bezeichnung "Zirkus Karajani" ein. Doch inzwischen sind die Kritiker weitgehend verstummt. Heute gilt die Berliner Philharmonie als einer der gelungensten Konzertsäle der Welt und ist eine Ikone der Architektur des 20. Jahrhunderts. Mit diesem Gebäude begründete Hans Scharoun einen eigenen Baustil. Die Kölner Philharmonie das Leipziger Gewandhaus, die Suntory Hall in Tokio, das Musikkitalo in Helsinki und die Disney Hall in Los Angeles machten Anleihen beim Berliner Prototyp. Und auch die im bau befindliche Elbphilharmonie in Hamburg platziert das Orchester in die Mitte des Zuschauerraumes.

Zwischen 1984 und 1987 entstand in Verbindung zur Philharmonie auf der Grundlage der Planungen von Hans Scharoun nach den Plänen von Scharouns Partner Edgar Wisniewski der Kammermusiksaal mit 1180 Plätzen.

Berliner Philharmonie

Berliner Philharmonie (Bild: haros)

Der Architekt Hans Scharoun

Der 1893 in Bremen geborene Hans Scharoun war als Architekt einer der wichtigsten Vertreter der organischen Architektur. Er orientierte sich am Werk des Architekten Hugo Häring. Der postulierte, dass die Gestalt eines Gebäudes aus seiner Aufgabe abzuleiten ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte sich für die Wiederaufnahme des Lehrbetriebes an der Technischen Hochschule Berlin und hatte hier bis zu seiner Emeritierung als Professor 1958 den Lehrstuhl für Städtebau inne.

Seine bekanntesten Bauten sind de Berliner Philharmonie und das 1978 fertig gestellte Gebäude der Staatsbibliothek der Stiftung Preußischer Kulturbesitz an der Potsdamer Straße in Berlin-Tiergarten.

Literatur

  • Jörg C. Kirschenmann und Eberhard Syring: Hans Scharoun. Außenseiter der Moderne. Taschen Köln 2004, ISBN 3-8228-2449-6
  • Johannes Althoff: Die Philharmonie. Berlin-Edition Berlin 2002, ISBN 3-8148-0035-4
  • Edgar Wisniewski: Die Berliner Philharmonie und ihr Kammermusiksaal – Der Konzertsaal als Zentralraum. Gebrüder Mann Berlin 1993, ISBN 3-7861-1714-4
  • Wolfgang Stresemann: Philharmonie und Philharmoniker. Stapp Berlin 1984, ISBN 3-87776-518-1
  • Peter Blundell Jones: Hans Scharoun. Eine Monographie. Krämer Verlag Stuttgart 1980, ISBN 978-3-7828-1447-8

Mehr über die Berliner Philharmonie und Hans Scharoun

  1. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Philharmonie
  2. Berliner Philharmonie
  3. Archinform: Hans Scharoun
  4. Scharoun Gesellschaft

 

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