Druckwasserdichter Keller - nach altbewährter Bauweise

Zeit ist Geld. In fast keinem Bereich trifft diese Aussage so sehr zu wie beim Bauen eines eigenen Hauses. Gerade während der Bauzeit treten für den Häuslebauer oft Doppelbelastungen auf, die von den Meisten unterschätzt werden. Die bereits beanspruchten Darlehen müssen bedient werden, aber auch die aktuelle Miete bleibt nach wie vor ein Kostenfaktor.

Ein wirksames Mittel, die Bauzeit zu beschleunigen sind Fertigteilkeller. Die vorgefertigten Teile werden auf der Baustelle nur noch zusammengefügt und ausbetoniert. Für einen Fertigteilkeller unter ein Einfamilienhaus mit normaler Größe benötigt man dafür gerade mal 2 Arbeitstage

Allerdings steht beim Bau eines Kellers nicht nur die schnelle Bauzeit im Vordergrund. Viel mehr sollte der Bauherr sein Augenmerk auf die wasserdichte Ausführung des Untergeschosses legen.

Zunächst sollte man darauf achten, dass bei der Abdichtung eines Kellers keinerlei Chemie verwendet wird. Denn Klebstoffe, Schweißbahnen, Folien oder Beschichtungen sind auf Dauer gesehen nicht funktionstüchtig. Chemie ist nur zeitlich begrenzt haltbar. Chemie altert, wird spröde, und kann somit seinen eigentlichen Zweck nach und nach nicht mehr erfüllen.

Beton hingegen zieht sich zusammen wenn er aushärtet. In Fachkreisen spricht man davon, dass er schwindet. Diesen Vorgang nennt man Hydration. Während der Hydration baut der Beton Spannungen auf, die zu Haarrissen in der betonierten Fläche führen.

Solange diese "Schwundrisse" kleiner als 0,30 mm bleiben stellen sie für die Statik des Hauses keinerlei Relevanz dar. Diese "Toleranz" wird bei der statischen Berechnung eines Fertigteilkellers automatisch zugrunde gelegt.

Des weiteren entwickelt der Beton für Schwundrisse in dieser Größenordnung tatsächlich eine Art Selbstheilung. Dies erfolgt, weil Kalk im Grund- und Regenwasser die entstandenen Risse wieder auffüllt. Dadurch bleibt die Kelleraußenwand dicht. Bei größeren Rissen ist dieser Vorgang jedoch nicht mehr möglich. Deshalb tritt im Ergebnis Wasser in das Bauwerk ein. Dies gilt es zu vermeiden.

Ein weiteres Problem stellen Setzungen dar, die bei jedem Neubauvorhaben in den ersten Monaten eintreten. Diese Setzungen finden solange statt, bis der Baukörper sich in dem fremden Baugrund endgültig plaziert hat. Als Spielraum werden hier ca. 0,50 cm bis 2,00 cm angesetzt. Durch diesen baubedingten Vorgang bilden sich erneut Spannungen, welche die genannten Haarrisse erzeugen.

Was aber macht jetzt einen Keller wasserdicht? Die Lösung liegt, wie so oft, Jahrhunderte zurück. Die Römer bauten in der Nähe vom Coloseum ein riesiges Wasserbecken. Das Becken ist mittlerweile ca. 2000 Jahre alt, aber immer noch dicht. Beim genaueren Hinschauen erkennt man, dass die Römer große Steinquader verwendeten, und diese wie ein Mosaik aufeinander legten. Die Fugen wurden mit einem Gemisch aus Kalk und Sand verschlossen.

Das Resultat war phänomenal. Je älter das Becken wurde, desto dichter wurde es.

Die Heilung der Risse erfolgte durch den Kalk. Sanierungsmaßnahmen sind seit der Erstellung des Beckens bisher nicht angefallen. Durch das Aufteilen der Wände des Beckens in kleine Blöcke konnten sogar Erdsetzungen so kompensiert werden, dass sich nur kontrollierte Risse bildeten, die nicht breiter als 0,30 mm wurden.

Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis war die Herstellung von Teilelementen, in welche Bewegungsfugen eingebaut wurden. Dadurch werden ganz simpel viele kleine Risse erzeugt bei denen das Prinzip der "Selbstheilung" greift.

Drainage oder Sickerschacht werden bei der angewandten Bauweise nicht mehr benötigt. Auch fallen weitere Behandlungen, wie zum Beispiel Bitumenanstrich, Anfüllschutz oder Noppenfolien für den Fertigteilkeller nicht mehr an.

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