Der amerikanische "Way of live"

Wer etwa zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende in die USA auswanderte, musste annähernd Tag und Nacht aktiv sein um überleben zu können. Diese notwendige Aktivität kennzeichnet offensichtlich auch noch heute Amerikaner. Sie fassen körperliche Beschwerden als Folge von Inaktivität auf und besuchen als Erstes ein Gym (Gymnastikstudio). Amerikaner, abends auf dem Sterbebett machen sich Selbstvorwürfe, am Morgen nicht (im Smog einer Autostraße) gejoggt zu haben.

In der Muckibude

In der Muckibude

Sie vergessen dabei - wegen ihres fast manischen Zwangs zur Aktivität - simple Naturbeobachtungen: Ein krankes Tier legt sich bei Schmerzen möglichst bewegungslos in eine Ecke und bewegt sich erst dann wieder mehr, wenn der Schmerz es zulässt. Alles eben zu seiner Zeit.

Diese Bewegungs-Bulimie führt dann auch zu Konstruktionen von teuren Geräten für die Gymnastikstudios und zu sinnlosen aber gewinnbringenden Einsatz von Elektrotherapiegeräten.  Investitionen, die wieder herausgewirtschaftet werden. Nicht wenige der niedergelassenen Orthopäden sind entweder Inhaber oder stille Teilhaber dieser Studios und wenn es mit der Beschwerdefreiheit nicht geklappt haben sollte, wird dem Patienten in aller Regel die Schuld daran zugeschrieben: Er hätte zuviel trainiert.

Der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis

Wenn auch hier im Folgenden von Arthrosen und Arthritis die Rede sein wird, gilt das Gesagte dennoch für alle Schmerzzustände, bei der Bewegung angeblich angezeigt ist.

Mit Arthrose wird Knorpelverschleiß und mit Arthritis eine Gelenkentzündung bezeichnet. Beide Zustände können jedes Gelenk des Körpers betreffen, also nicht nur die großen Gelenke, sondern auch die kleinen Gelenke der Wirbelsäule. 

In der Praxis zeigt es sich immer wieder, dass zwischen beiden Zuständen häufig nur graduelle Unterschiede liegen. Bei Bewegung werden arthrotisch veränderte, aufgeraute Gelenkflächen gereizt. Der Zustand ist, bildhaft ausgedrückt mit einem im Gelenkweg befindlichen Stachel eines Stacheldrahtes vergleichbar. Jede, auch nur mäßig schmerzhafte Bewegung erzeugt deshalb einen Reiz, der den Zustand in Richtung Arthritis (Entzündung) verändert. Das ist aus Sicht der Betroffenen eine absolut unerwünschte Reaktion. Aus Perspektive des Körper gesehen jedoch logische Abhilfe, denn mithilfe der Entzündung kann er das Gelenk versteifen und alles was sich nicht mehr bewegt, kann auch keinen Ärger mehr machen. Orthopädische Chirurgen leben bei Versteifungsoperationen von diesem Effekt. 

Ist Arthrose heilbar? Klares Nein. Knorpelschäden an den Gelenken sind nicht rückgängig zu machen. Eine bestehende Arthrose ist nicht heilbar. Verloren gegangener Knorpel wächst nicht nach. Keine auch  Behandlungsmethode kann den alten, gesunden Zustand des Gelenks wieder herstellen. Wichtig ist deshalb bei diesem Geschehen strikt schmerzhafte Bewegungen zu vermeiden um den beginnenden, normalen Versteifungsprozess nicht zu beschleunigen.

Frei erhältlich sind viele Präparate, die den Wiederaufbau des Gelenkknorpels aufheben sollen. Leider erfüllen sie kaum jemals diesen Zweck. Theoretisch, wenn doch, würden sie die tatsächlichen Ursachen von Gelenkabnutzungen lediglich verschleiern und schlussendlich Zustandsverschlechterungen bewirken.   So erweisen sich beispielsweise Arthrosen der Hüftgelenke als Folgen gestörter Darm- oder Nierenfunktionen. Beim Einsatz von Mitteln, die diese Beschwerden, ohne auf Ursachen einzugehen, symptomatisch "abschalten", muss deshalb, ohne auf die tatsächlichen Verursacher einzuwirken, sich weiter u.U. irreparabel schädigend auswirken.

 

Das hier Gesagte gilt auch für jeden anderen Schmerzzustand.

Wirbelsäulenleiden und Muskelaufbau

Die viel empfohlene Bewegungstherapie bei Wirbelsäulenleiden sollte ebenfalls überdacht werden. Nach herkömmlicher Ansicht handelt es sich dabei um Folgen einer schwachen Rückenmuskulatur. Durch deren Stärkung, so wird argumentiert, würden sich derartige Beschwerden wirkungslos beeinflussen lassen. Unausgesprochen wird vorausgesetzt, dass sich beispielsweise ein Wirbel aus seiner Normallage nach auf der einen Seite nach links gedreht und auf einer Seite nach unten geneigt ist, sich darüber hinaus auch nach vorn verlagert hat. Was soll in dieser Situation das Auftrainieren der Rückenmuskulatur bewirken? Da dieses Training die Rückenmuskulatur zwangsläufig beidseitig stärkt, kann es nur zur Verstärkung der bestehenden Beschwerden beitragen.

An dieser Stelle erwarte ich Einwände von den Personen, denen Rückentraining geholfen hat. Gratulation dazu, nur kann es sein, dass die Ursache der Schmerzen nicht in der Wirbelsäule, sondern in den angeschlossenen Innereien lag? Dann hat u.a. nicht das Muskeltraining sondern beispielsweise der Gang aufs WC geholfen.

Ja und was kann man tun?

1. Wie bereits gesagt, vermeiden Sie möglichst alle schmerzhaften Bewegungen. Wenn es unbedingt Bewegungstherapie sein muss, bieten sich isotonische Spannungsübungen an. Dabei wird die betroffene Muskulatur, ohne dass das Gelenk bewegt wird einfach für 5 - 10 Sekunden angespannt. Diese Muskelanspannungen sollen mit Pausen von jeweils 30 Sekunden bis zu 2 Minuten 10 bis 20 mal wiederholt werden. Auch hierbei dürfen keine Schmerzen empfunden werden. Als Beispiel hier das Vorgehen bei Rückenbeschwerden: In bequemer und beschwerdefreier Position wird die Rückenmuskulatur, wie soeben beschrieben angespannt und wieder losgelassen. Die Wirbelsäule wird dabei nicht bewegt. Dadurch werden nicht nur Muskelspannungen, sondern auch beginnende entzündliche Vorgänge reduziert.

2. Trennen Sie sich von der häufig geäußerten Auffassung, dass nur Wärme gut tun kann. Beschwerden die sich z.B. im (warmen) Bett verstärken, fordern Kälteanwendungen. Ansonsten einfach ausprobieren: Ein Schmerz der sich nach 30 Sekunden Kälte (Eis aus dem Tiefkühlfach) nicht deutlich bessert will mit Wärme behandelt werden. Gleiches gilt umgekehrt auch für wärmende Maßnahmen. Eine genaue und wichtige Anleitung (!) finden Sie hier:

http://pagewizz.com/waerme-bis-zur-invalidenrente/

3. Misstrauen Sie den Ärzten und Orthopäden die Ihnen erzählen wollen, dass Wirbelsäulen- und Gelenkbeschwerden wegen mangelnder Bewegung oder Übergewicht etc. entstehen würden. All das hat seine Hintergründe, die nicht am Ort der Schmerzen ihre Ursache haben. Oftmals sind es unerkannte internistische Störungen und Erkrankungen, die die orthopädische Symptomatik auslösen. Nähere Informationen finden Sie hier:

http://pagewizz.com/geldquelle-mensch-in-der-medizin/

Für weitere Informationen stehe ich Ihnen hier gerne zur Verfügung

Klaus_Radloff, am 04.11.2012
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