Tätowierungen und Piercings sind in der Gesellschaft bereits weit verbreitet. Doch neben diesen Formen der Body Modification – auch BodMod genannt – gibt es noch einige weitere Möglichkeiten, eine Körpergestaltung vorzunehmen. Zunächst soll aber erst einmal geklärt werden, was es mit einer Körperveränderung auf sich hat. Grundlegend handelt es sich bei der Body Modification nämlich um Eingriffe in den oder am Körper, wobei die vorgenommenen Veränderungen in der Regel dauerhaft, zumindest aber schwer rückgängig zu machen sind. Zwar verbreiteten sich die Formen der Body Modification in Europa erst ziemlich spät, doch die meisten Körpergestaltungen sind auf traditionelle Rituale verschiedener Völker und Kulturen zurückzuführen.

Tätowierungen – Tattoos als Body Modification

Wie eingangs erwähnt, sind Tätowierungen als Möglichkeit der Körpergestaltung weit verbreitet und bereits mehrere Jahrhunderte bekannt. Der richtige Aufschwung der Tattoo Kunst als Body Modification wurde in Europa aufgrund der beiden Weltkriege zunächst zunichte gemacht worden, jedoch lebte diese Form der dauerhaften Körperveränderung in den 1970ern wieder auf. Sofern ein Tattoo gestochen wird, handelt es sich um eine stetig bleibende Färbung der Haut, da die Tinte mit Hilfe einer Nadel in die mittlere Hautschicht gebracht wird. Vollkommen unabhängig voneinander, wandten viele alte Kulturen die Tätowierkunst an.

Piercing – beliebte Body Modification bei Teenagern und jungen Erwachsenen

Vereinzelt gab es in Europa vor einigen Jahrhunderten bereits Fälle von Intimpiercings, doch erst in den 1980ern wurde das Anbringen von Piercings als Body Modification populär. So wie auch die Tätowierungen, ist diese Form der Körpergestaltung in der Gesellschaft verbreitet. Vor allem Teenager und junge Erwachsene sind von diesem Körperkult begeistert, sodass sie sich neben den Lippenpiercings je nach Trend auch Brustwarzen-, Bauchnabel-, Zungen- und Augenbrauenpiercings stechen lassen. Und grundlegend gibt es keine Stelle am Körper, wo diese Form der Body Modification nicht vorgenommen werden könnte. Bekannt und weit verbreitet war das Durchstechen der Haut auch in vielen anderen alten Kulturen.

Transdermals – Silikon, Metall und Mikrochips unter der Haut

Immer mehr Beliebtheit finden bei der Body Modification auch die sogenannten Transdermals. Bei dieser Körpergestaltung werden auf chirurgische Art und Weise Implantate aus meist verträglichem Silikon unter die Haut eingesetzt, was später wie ein Relief wirkt. Auch werden bei der Body Modification Metallplatten unter die Haut gebracht, welche nach außen hin jedoch einen Gewindestab besitzen, wodurch das Aufschrauben von Nieten und ähnlichem Accessoire ermöglicht wird. Auch das Verpflanzen von Mikrochips ist in der BodMod Szene beliebt

Skarifizierungen – vom Ritzen, Schneiden, Spalten und Kauterisieren durch Hitze

Cutting – rituelle Tradition, heute Modetrend

Die Body Modification namens Cutting bezeichnet den heutigen Modetrend, bei welchem mit Hilfe eines Skalpells Muster in die Haut geschnitten werden. So offenbaren sich nach dem Heilungsprozess sogenannte Ziernarben. Auch bei dieser Form von BodMod finden sich die Ursprünge in der rituellen Tradition der afrikanischen Kultur.

Branding – Body Modification durch Hitze

Wie der Begriff Branding vermuten lässt, werden bei dieser Möglichkeit der Body Modification Narben erzeugt, die durch glühende Hitze entstehen. Auch hier kommen die Ziernarben erst dann richtig zur Geltung, wenn der Heilungsprozess abgeschlossen ist. Jedoch ist diese Methode der dauerhaften Körperveränderung nicht ganz ungefährlich, da es zu schwerwiegenden Entzündungen kommen kann.

Splitting - Spaltungen von Körperteilen bei der BodMod

Eine ebenso extreme Form von Body Modification sind Spaltungen von Körperteilen. Vorrangig wird dabei vermehrt das Spalten der Zunge vorgenommen, was jedoch auch Risiken birgt, denn der sensible Muskel kann nach dem Eingriff unter Umständen dauerhaft betäubt sein. In ganz extremen Fällen lassen sich Männer sogar die Eichel ihres Geschlechtsorgans spalten.

Body Modification soll den Körper verschönern und dient der Selbstfindung

Ob Elfenohren, geschliffene Zähne oder die bereits beschriebenen Körperveränderungen – all diese sollen den Körper verschönern. Doch ebenso dient der unmittelbare Eingriff, der in der Regel fast immer ohne Betäubung erfolgt, auch dem Rausch und als Mutprobe. Und im Allgemeinen fungiert Body Modification auch als Mittel zur Selbstfindung. Manche Psychologen sind sogar der Meinung, dass Menschen, die ihren Körper verändern, anschließend seelisch reifen – somit hätte BodMod eine therapeutische Funktion.

Body Modification birgt Risiken

Dennoch sollte klar sein: Körperveränderungen können Nebenwirkungen verursachen – Entzündungen und Einblutungen sowie Erstickungsanfälle sind möglich. Gesichtspiercings sollen in Einzelfällen sogar für den Tod verantwortlich gewesen sein, da Infektionen das Gehirn befallen hätten.

Grundlegend gilt: Wer eine Körperveränderung an sich vornehmen lassen möchte, sollte sich zuvor ärztlichen Rat einholen – dieser Artikel kann diesen nämlich nicht ersetzen. 

Welche Form der Body Modification würden Sie vorzugsweise an sich vornehmen oder haben Sie bereits?

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write-x, am 18.04.2011
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Bildquelle:
Wikimedia Commons, Gemeinfreies Bild (Kilt und Plaid - Geschichte und Tradition schottischer Kleidung)

Autor seit 6 Jahren
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