Der Zeckenbiss

Die Zecken lauern auf ihre Wirte, bzw. auf Säugetiere, während sie in Büschen, Gräsern und Blättern verharren. Leider zählt auch der Mensch oft zu den Opfern. Kommt der Mensch am Standort der Zecke vorbei, lässt sie sich direkt auf ihn fallen. Sobald das Insekt einen dunklen, feuchten und warmen Ort auf der Haut gefunden hat, sticht sie zu, um Blut zu saugen. Genau während dieses Vorganges gelangen die Borreliose Bakterien in den menschlichen Körper. Meist erfolgt diese Übertragung erst am Ende des Zeckenbisses. Es gilt, das Insekt unbedingt so schnell wie möglich zu entfernen. Dafür gibt es spezielle Zeckenzangen. 

Unterschiedlichste Symptome bei Borreliose

 Je nachdem, welches Krankheitsstadium und welche Ausprägung vorliegen, können die Symptome für Borreliose sehr unterschiedlich ausfallen. Besonders dann, wenn die Infektion sich noch am Anfang befindet, ist es schwierig, die Zeichen dafür sicher zu erkennen und diese auch zu behandeln. Wer früh handelt, kann dafür sorgen, dass die Beschwerden später nicht chronisch werden können. Ansonsten können die Symptome bei der Borreliose in späterer Phase sehr vielfältig und unterschiedlich sein, was diese Krankheit wiederum sehr schwer zu interpretieren macht.

Stadien der Borreliose

Die Symptome der Krankheit hängen davon ab, welches Stadium die Krankheit erreicht hat. Die Erreger der Borreliose breiten sich ausgehend von der Stelle, an der sich der Zeckenstich ereignet hat aus. Das tun diese über die Blutbahn, somit erreichen sämtliche Borreliose Erreger den Körper. Die Symptome können sich im Verlauf dieser Infektion daher stetig verändern und auch schlimmer werden. Normalerweise gibt es drei Stadien, unter denen unterschieden wird.

 

Der Krankheitsverlauf von Borreliose ist nicht bei jedem Patienten gleich in derselben Reihenfolge. Es kann sein, dass sich nur die Symptome von einem einzigen Stadium zeigen, bei einem anderen wiederum treten sämtliche Symptome in unterschiedlicher Art und Weise kombiniert auf. Das gesamte Krankheitsbild von Borreliose ist daher im Gesamtbild gesehen sehr vielgestaltig.

Das erste Stadium von Borreliose

Hat sich ein Zeckenbiss ereignet, können die Bakterien der Borreliose in die Haut eindringen. Die so genannte Wanderröte bei ca. 89 % der Patienten zum Vorschein, dies geschieht innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen. Der Fachausdruck für diese gerötete Haut ist Erythema migrans. Die Ausbreitung erfolgt ausgehend von der Stichstelle der Zecke, zudem verbreitet sich diese kreisförmig. Die Mitte kann im Verlauf immer blasser werden, es kann zu einer Ringform kommen. Manchmal kann es sein, dass sich eine Rötung an mehreren Körperstellen zeigt.

Zecke

Weitere Anzeichen

Zusätzlich können weitere Anzeichen, die eher unspezifisch sind, auftreten. Beispiele hierfür sind:

 

  • Appetitlosigkeit
  • Schüttelfrost
  • Fieber
  • Gelenkschmerzen,
  • Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit

 

Weil die Zecke ganz speziell in den warmen Monaten im Sommer sehr aktiv ist, treten die meisten Symptome auch im Sommer auf. Es kommt sogar vor, dass die Symptome oft mit der Sommergrippe verwechselt werden. Deshalb sollte ein Biss von einer Zecke über mehrere Wochen gut beobachtet werden. Sobald sich ein Kreis bildet, sollte unbedingt sofort der Hausarzt aufgesucht werden. Dieses Zeichen weist klar darauf hin, dass es sich um eine Infektion mit Borreliose handeln könnte. Patienten sollten daher so schnell wie möglich mit Antibiotika passend behandelt werden. 

Es muss nicht sein, dass sich nach dem Zeckenstich und der Infektion eine so genannte Wanderröte entwickelt. Die Bakterien breiten sich nämlich in diesem Fall dann unentdeckt im Körper aus, so dass sich die Infektion erst später zeigt.

Das zweite Stadium der Infektion

Mehrere Wochen, bzw. sogar Monate danach sind sämtliche Borreliose Erreger im ganzen Körper durch das Blut verteilt und haben schon unterschiedliche Organe erreicht. Die Erreger können sich in unterschiedlichen Bereichen festsetzen. Genau dort kann es zu den typischen Symptomen kommen.

Zeckenbiss

Betroffenes Nervensystem

Oft wird von den Borreliose Erregern das Nervensystem befallen. In diesem Fall spricht der Mediziner von der frühen und akuten Neuroborreliose. In diesem Fall entzünden sich die Wurzeln der Nerven im Rückenmark. Das wiederum ruft folgendes hervor:

 

  • Gefühlsverlust
  • Empfindungsstörungen
  • Lähmungen
  • Nervenschmerzen

 

Ist das Nervensystem durch die Erreger befallen, kann auch das Gehirn betroffen sein. Eine akute Hirnhautentzündung wird besonders bei Kindern schnell entwickelt, in diesem Fall ist von Meningitis die Rede. Sobald die Nerven im Gehirn betroffen sind, kann es zu Lähmungen im Gesicht kommen.

Wenn das Herz betroffen ist

Die Borreliose Erreger befallen das Herz relativ selten. In diesem Fall kommt es entweder zu einer Herzbeutelentzündung oder zu einer Herzmuskelentzündung. Es können auch die Wandschichten des Herzens entzündet sein. In diesem Fall sind die Symptome wie folgt:

 

  • Vorhofflimmern
  • Herzstolpern
  • Herzrasen
  • Störungen der Erregungsleitung im Herz

Hautsymptome

Ist die Haut betroffen, können sich kleine rot und blau gefärbte Hautknoten entwickeln, dies ist besonders am Hodensack, an den Brustwarzen oder an den Ohrläppchen zu vernehmen. Diese Variante wird oft bei der Frauen, Jugendlichen oder Kindern beobachtet.

Drittes Stadium

Wenn nach der Infektion Monate, bzw. schon Jahre vergangen sind, kann sich das dritte Stadium der Krankheit zeigen. Meistens sind die Gelenke von einer so genannten Lyme Arthritis betroffen. Nur in den seltensten Fällen sind das Nervensystem oder die Haut, bzw. andere Organe betroffen.

Gelenksentzündungen

Bei dieser Phase verlaufen Entzündungen chronisch oder schubweise. Dabei sind entweder mehrere oder nur ein Gelenk betroffen. Meistens betrifft die Entzündung die Gelenke an den Knien, bzw. die Kiefergelenke, Fingergelenke und Sprunggelenke. Oft klagt der Patient über Schmerzen, bzw. Schwellungen im Bereich der Gelenke. Die Schmerzen können plötzlich aufflammen, bzw. spontan abklingen. Zudem entstehen die Schmerzen in den unterschiedlichsten Bereichen der Gelenke. Sobald es zu einer Reaktion dieser Entzündung kommt, wird der Knorpel im Gelenk geschädigt. Dadurch versteift sich das Gelenk zunehmend.

Entzündung der Haut

 

In Dritten Krankheitsstadium tritt relativ selten eine chronische Hautentzündung auf. Dies kommt häufig bei älteren Frauen vor. Dabei verändert sich die Haut, hauptsächlich sind die Streckseiten von Beinen und Armen betroffen, auch Zehen und Finger können sich verändern. Die Haut entzündet sich und schwillt an und färbt sich dunkelrot. Später wird sie dünn wie Papier und höchst sensibel. 

Gehirnentzündungen und Rückenmarkentzündungen

Das Rückenmark und das Gehirn können sich ebenfalls im Dritten Krankheitsstadium stark entzünden. Die Folge sind:

 

  • gelähmte Arme
  • gelähmte Blase
  • Koordinationsstörungen
  • Gangstörungen
  • Sprechstörungen
  • Sprachstörungen
  • Beinlähmungen
  • Hörstörungen

 

In seltenen Fällen kommt es auch zu einer Epilepsie, bzw. zu einem organischen Psychosyndrom oder zu entzündeten Hirngefäßen. In der Folge kann es zu Halluzinationen und Konzentrationsschwäche kommen.

Borreliose

Infektionen müssen nicht unbedingt die Krankheit verursachen

Es gibt Patienten, die keinerlei Beschwerden aufzeigen, auch wenn sie sich mit Borreliose infiziert haben. Das bedeutet, dass nicht jede Ansteckung mit den Erregern auch die Symptome auslösen muss. Es gibt Fälle, in denen das Immunsystem die Bakterien erfolgreich besiegt, manchmal verstecken sich diese allerdings auch irgendwo im Körper. Besteht der Verdacht, so gilt es, in jedem Fall sofort den Arzt aufzusuchen, um Folgeschäden möglichst zu vermeiden. Immerhin ist diese Krankheit besonders tückisch.

 

 

 

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