Brokkoli: Gesund, und gut für den Boden
Brokkoli wächst lange weiter und liefert wochenlang frische Ernten. Gesund, vielseitig und leicht anzubauen – selbst für Gartenanfänger.Warum Brokkoli so gesund ist
Brokkoli zählt zu den nährstoffreichsten Gemüsen im Garten. Er liefert große Mengen Vitamin C, stärkt das Immunsystem und unterstützt den Körper bei der Abwehr freier Radikale. Besonders wertvoll ist Sulforaphan – ein sekundärer Pflanzenstoff, der in Studien mit entzündungshemmenden und zellschützenden Effekten in Verbindung gebracht wird.
Wie andere Kohlsorten trägt Brokkoli zur Entgiftung der Leber bei und liefert Ballaststoffe, die die Verdauung fördern und lange sättigen. Wer Brokkoli regelmäßig isst, profitiert von einer Kombination aus Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Pflanzenstoffen.
Mehr zu natürlichen Süßungsmitteln wie Stevia finden Sie rechts im passenden Artikel.
Der ideale Standort
Brokkoli gedeiht am besten auf lehmigem, nährstoffreichem Boden und benötigt viel Sonne. Zwar wächst er auch auf kargeren Böden, doch ein warmer, sonniger Platz fördert kräftige Pflanzen und gute Erträge. Ein windgeschützter Standort verhindert, dass junge Triebe umknicken. Bei Bedarf geben Holzstäbe zusätzlichen Halt.
Beliebte Sorten
Die Sortenwahl entscheidet darüber, wie früh, wie reich und wie lange Brokkoli geerntet werden kann. Die meisten Sorten sind einjährig, daneben gibt es robuste mehrjährige Formen.
Einjährige Sorten
- Amigo – feste, graublaue Köpfe; ideal für frühen Anbau
- Atlantic – aromatische, grüne Köpfe; mittelfrüh und ertragreich
- Marathon – mittelspät, sehr ertragreich, feste blaugrüne Köpfe
Mehrjährige Sorten
- Nine Star Perennial – weiße, zarte Sprosse; treibt über Jahre neu aus
- Perennial Broccoli
- Purple Sprouting Broccoli – winterhart; violette Sprosse im Frühjahr
- Taunton Deane – langlebig, viele Seitentriebe
- Ewiger Kohl / Ewiger Brokkoli – regionale Landrassen mit regelmäßigen Neuaustrieben
Bio‑Brokkoli‑Saatgut
- Bio‑Brokkoli "Calabrese"
- Bio‑Brokkoli "Green Sprouting"
- Bio‑Brokkoli‑Mischungen für Anfänger
Wer die genannten Sorten selbst ausprobieren möchte, findet hochwertiges Brokkoli‑Saatgut – auch in Bio‑Qualität – bei verschiedenen Anbietern. Besonders beliebt sind die Sorten "Marathon", "Calabrese" und "Amigo", die sich für Anfänger wie Fortgeschrittene eignen.
Wer sich für traditionelle Pflanzenkunde interessiert, findet rechts meinen Artikel über den Kräuterbuschen.
Brokkoli ernten: Der richtige Zeitpunkt
Gut entwickelte Pflanzen liefern pro Stück rund 1 Kilogramm Brokkoli. Schnittreif ist er, sobald die Blütenköpfe gut ausgebildet sind und die Knospen noch fest geschlossen bleiben.
Die Haupterntezeit liegt zwischen Sommer und Herbst. Durch die Erderwärmung können sich die Zeiträume verschieben, daher lohnt sich eine aufmerksame Beobachtung.
Der Haupttrieb wird geerntet, sobald er etwa 10 bis 15 Zentimeter lang ist. Ein Schnitt knapp oberhalb einer Blattachsel regt die Bildung neuer Seitensprosse an – so verlängert sich die Erntezeit über Wochen.
Mehrjähriger Brokkoli: Einmal pflanzen, mehrfach ernten
Mehrjähriger Brokkoli ist ideal für alle, die regelmäßig ernten möchten, ohne jedes Jahr neu auszusäen. Er benötigt einen sonnigen Standort, ausreichend Wasser und ein unkrautfreies Beet.
Im Winter braucht er zusätzlichen Schutz vor Frost und Schnee. Eine Einfassung aus Holz und eine Abdeckung mit Vlies oder Latten verhindern Frostschäden. So bleibt der Bestand gesund und liefert im nächsten Jahr erneut frische Triebe.
Schädlinge und Krankheiten bekämpfen
Brokkoli ist robust, aber anfällig für typische Kohlkrankheiten. Gegen Schleimpilze hilft ein gut belüfteter Boden, der mit Kalk oder Urgesteinsmehl angereichert wurde.
Zur Abwehr der Kohlfliege hat sich ein Kragen aus Kunststoff oder Karton bewährt, der um den Pflanzenhals gelegt wird. Befallene Pflanzen sollten entfernt werden. Ausreichende Pflanzabstände reduzieren das Risiko zusätzlich.
Brokkoli richtig überwintern lassen
Mit etwas Schutz kann Brokkoli problemlos im Freiland überwintern. Ein stabiler Rahmen aus Brettern schützt vor Wind und Schnee. Bei stärkerer Kälte wird zusätzlich Vlies oder eine leichte Plane aufgelegt.
Im Frühjahr wird die Abdeckung entfernt, und der Brokkoli wächst weiter. Wer die Pflanzen umsetzen möchte, hebt sie vorsichtig an der Wurzel aus und setzt sie in ein mit Kompost vorbereitetes Beet.
Warum Brokkoli dem Boden und uns guttut
Brokkoli lockert mit seinen kräftigen Wurzeln die Erde, Pflanzenreste erhöhen den Humusgehalt, und eine Mulchschicht hält den Boden feucht und lebendig.
In einer durchdachten Fruchtfolge trägt Brokkoli zu gesunden Beeten und stabilen Erträgen bei. Gleichzeitig liefert er reichlich Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die das Immunsystem stärken.
Wie Ernährung und Gesundheit zusammenhängen, zeigt mein Artikel über Miso, den Sie rechts finden.
Fazit
Brokkoli ist ein Gemüse, das mehr kann, als man ihm zutraut. Er verbessert den Boden, stärkt die Gesundheit und belohnt jeden, der ihm ein sonniges Plätzchen schenkt, mit einer langen Erntezeit. Wer einmal erlebt hat, wie kräftig eine selbstgezogene Pflanze wächst und wie frisch die eigenen Röschen schmecken, möchte Brokkoli im Garten nicht mehr missen. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, die Schüppe in die Hand zu nehmen und den ersten Brokkoli zu setzen. Der Aufwand ist gering – der Gewinn dafür umso größer.
