CreateSpace - Ein neuer und einfacher Weg zum gedruckten Buch.

Jeder Autor kann ein Lied davon singen: die Verlagssuche ist gepflastert mit Steinen und Hindernissen, der Buchmarkt übersättigt. Kaum ein Verlag (schon gar kein renommierter) hat Interesse daran oder geht das Risiko ein, das Werk eines unbekannten Autors zu veröffentlichen. Erhält man endlich eine Zusage, dann kann man ziemlich sicher sein, dass man als Autor für das Erscheinen seines Buches ordentlich in die Tasche greifen muss. Von Urheberrechten bis eventuellen Film-Lizenzen klingt zwar alles sehr schön, was einem in der Mitteilung auf chamoisfarbenem Papier mit Goldprägung versprochen wird, doch um das Manuskript in einen Roman bzw. ein Buch zu verwandeln, wird der Autor zunächst ordentlich zur Kasse gebeten. Die Investition lohnt sich in den seltensten Fällen; es sei denn Steven Spielberg wäre an einer Verfilmung interessiert.

Meinen ersten Roman habe ich über Book on Demand publiziert. Damals war das eine gute Chance, doch ausgezahlt hat sich dieser Schritt nicht, was auch an meiner völligen Unerfahrenheit gelegen haben mag. Print-on-Demand-Verlage gibt es mittlerweile einige mehr. Wirklich überzeugt hat mich CreateSpace, ein relativ neuer Verlag unter den Flügeln von Amazon.

Quiet Little Boy Reading Library Book (Bild: AllPosters)

Einen Account erstellen...

Schritt 1: Mitglied wird man bei CreateSpace in Nullkommanichts. Nach der Registrierung kann man sofort loslegen und wählen, welche Art Medium (Buch, DVD, CD, MP3, Download) man publizieren möchte. Einziges Manko: die Anleitung und auch die Führungstour gibt es bislang nur auf Englisch, da CreateSpace in den USA beheimatet ist. Allerdings ist der Schritt-für-Schritt-Anleitung gut zu folgen. Erforderlich sind im ersten Schritt Titel, Autorenname und eine kurze Inhaltsangabe (keine Angst, gerne in deutsch).

Schritt 2: Die ISBN-Nummer wird ohne Kosten vergeben; im Normalfall kostet sie den Autor zwischen 70,00 und 80,00 €. Hat man bereits eine, kann man sie natürlich verwenden.

Schritt 3: Das Interior. Zugegeben, hier hatte ich ein wenig Probleme, was das Format anbelangt, habe mich dann aber für das Standardformat (in Inches und Zentimeter angegeben) und cremefarbenes Papier entschieden. Danach kann man das Manuskript, genau wie bei Book on Demand, online als PDF oder Word-Dokument hochladen. Je nach Umfang dauert es einige Zeit, und man kann derweil am Cover im Cover Creator arbeiten. Da hat man wirklich die Qual der Wahl, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Ich habe ein wenig herumexperimentiert mit den Vorlagen und eigenen Bildern. Optional kann man den Klappentext und ein Selbstporträt auf die Rückseite einfügen.

Schritt 4: Die Vorschau. Über E-Mail erhält man die Benachrichtigung über die Fertigstellung des Manuskripts, wird auf evtl. Format- oder Bildqualitätsfehler aufmerksam gemacht und kann das Buch in einer animierten 3D-Vorschau durchblättern und durch erneutes Hochladen der Datei korrigieren. Übrigens: wenn es Fragen gibt, kann man jederzeit den Support anrufen, auch in Deutschland bzw. dem Land, in dem man lebt.

Schritt 5: Ist man zufrieden, lässt man sich nach dem Ausfüllen der Formalitäten wie Adresse, Bankverbindung und Steuernummer ein Proof Exemplar schicken, das nach ca. zwei bis drei Tagen druckfertig ist.

 

 

 

Young Girl Reading (Bild: Jean Honore Fragonard / AllPosters)

Und das Endprodukt und der Preis...

Anders als andere Print-on-Demand-Verlage kann es sich ein Riese wie Amazon leisten, nicht nach Seitenzahl zu berechnen. Das bedeutet, dass der Autor den Preis selbst festlegt und Tantiemen von 30% pro verkauften Exemplar erhält. Mein historischer, über 500 Seiten dicker Roman kostet als Taschenbuch bei CreateSpace bescheidene 15,60 €.

Ein Nachteil des Veröffentlichung bei CreateSpace: das Produkt ist ausschließlich über diesen Verlag und Amazon zu beziehen. Buchhandlungen können CreateSpace-Bücher nicht bestellen. Doch da Amazon sich ohnehin einer weltweit großen Kundschaft erfreut und auch Leseproben bereitstellt, sehe ich das nicht als wirklich nachteilig an. Die Bücher können sich sehen lassen und brauchen nicht den Vergleich mit herkömmlichen Verlagsbüchern zu scheuen.

Für mich eine absolut grandiose Idee, die unbekannte Autoren auf ihrem ohnehin schwierigen Weg zur Veröffentlichung ideal unterstützt!

CreateSpace - unkompliziert zum Buch (Bild: Christine Wirth)

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