Eine sanfte Atmosphäre in großen Räumen

Als erstes staunt man über die Größe des Museums, welches in einer alten, traditionsreichen Weinkellerei untergebracht ist, geschmückt von zwei grünbedachten Türmchen. Das Museum ist nicht zu übersehen. Es liegt im Ortsteil Trarbach direkt an der Mosel, ein Parkplatz befindet sich direkt vor dem Haus. Die einzigartige Dauer-Ausstellung ist auf mehreren Etagen plus einem Dachgarten untergebracht.

Beim Eintreten fühlt man sich bereits in einer anderen Welt. Leise Musik untermalt die sanfte Atmosphäre, Räucherstäbchen zaubern einen angenehmen Duft. Wenn man das Eintrittsgeld im Shop entrichtet hat, kann die Besichtigung losgehen. Man sollte viel Zeit und Muße mitbringen, schon im Geschäft gerät der Asienfan in Verzückung. Eine nette Idee ist die gegebene Möglichkeit, den Besuch zwischendurch für einen Kaffee, einen Spaziergang oder ein Essen im Ort zu unterbrechen und dann wiederzukommen.

Buddha-Figuren aus aller Welt

Buddha-Figuren aus aller Welt (Bild: Reisefieber)

Ein Rundgang im Museum

Mit einem Informationsflyer in der Hand erkundet man die vielen Etagen des Museums. Nicht alle Buddha-Figuren sehen gleich aus. Sie unterscheiden sich zum einen in ihrer Körperhaltung, aber auch in ihren Gesten. Die Stile der einzelnen Länder sind unterschiedlich, ebenso die Materialien, die von Holz, über Stein bis zu Marmor reichen. Wir alle kennen vielleicht den kleinen dickbäuchigen lachenden Buddha aus dem Asienshop oder dem Chinarestaurant. Was hat aber der Buddha der Askese mit dem kleinen Kerl zu tun, der uns als genussfreudiger Mensch anlacht? Das und mehr erfährt der Besucher im Buddha-Museum.

Im Erdgeschoss lernt man die Welt der kambodschanischen Buddhas kennen. Wer kennt nicht die Bilder der Tempeln von Angkor Wat bei Siem Reap, die zum UNESCO-Welterbe gehören. In Burma (Myanmar) sehen sie wieder etwas anders aus, ebenso in Indien oder Ceylon. Der Info-Raum zeigt uns eine Einführung "Buddha auf einem Blick". HIer lernen wir auch die Bedeutung der unterschiedlichen Mudras, Handhaltungen, die mal eine Geste des Lehrens und der Wunschgewährung, des Ingangsetzens des Rades des Lebens oder der Meditation erkennen lassen.

Ferner werden in den Buddhismus integrierte Götter wie z.B. Ganesha und Mönche gezeigt. Man erhält Einblick in das Leben des Buddhas sowie die einzelnen Symbole wie z.B. das Blatt des Bhodibaumes, unter dem er die Erleuchtung fand.

In der hellen Glashalle finden sich Statuen aus Thailand in allen Größen und Formen.

Obergeschoss und Dachgarten

In die fernen Welten des Himalaja nach Tibet, Bhutan, in die Mongolei und Nepal entführt das Obergeschoss mit ungewöhnlichen Exponaten. Die Grüne und Weiße Tara ist die weibliche Version der erleuchteten Weisheit. Weiter geht die Reise nach Japan und China.

Auf der Dachterrasse haben wir einen großartigen Blick über die Mosel und den Stadtteil Traben auf der gegenüberliegenden Seite. Entspannt wandeln wir zwischen großen Buddhafiguren umher.

Buddha aus Holz (Bild: Reisefieber)

Buddha-Kopf mit Goldverzierung (Bild: Reisefieber)

Hohe Glashalle und Keller

In der hohen Glashalle entzücken u.a. zwei große Torwächter aus Siam, wie sie in den thailändischen Tempeln stehen. Damit nicht genug, auch der Keller ist voller vielseitiger Kunstwerke mit Buddhas aus allen Ländern. Interessant ist die Geschichte des Maitreya-Buddhas, des lächelnden Buddhas, der auf einen chinesischen Mönch zurückgehen soll. Eine große Leinwand am Ende zeigt landschaftliche Impressionen. Im Keller ist gut die Funktion des Hauses zu erkennen, welches eine ehemalige Weinkellerei war.

Wer war Buddha?

Buddha wurde im Jahre 563 vor Christus als Siddhartha Gautama in einem Hain in Lumbini, im Norden Indiens, als Sohn eines Adligen des Reiches Kapilavastu geboren. Über die Geburt eines Sohnes erfreut, befragte sein Vater Suddhodana weise Männer nach der Zukunft seines Sprösslings. Ein alter Asket namens Atisa weissagte dem ihm weinend, dass Siddharta, wenn er dem weltlichen Leben entsage, ein Mönch werde.

Buddha war eine historische Person, die wirklich gelebt hat. Er ist kein Gott, aber ein Mönch, der bereits zu Lebzeiten im Alter von 35 Jahren die Erleuchtung erlangte. Buddha erkannte, dass unser Legen aus endlosem Leiden besteht. Wir führen ein Leben des Scheins (Maya), es ist getrieben von Wünschen, Begierden und Illusionen.

Herman Hesse

Ich kann jedem das kleine Büchlein von Herman Hesse: Siddhartha ans Herz legen, welches ich schon mehrfach begeistert gelesen habe. Es ist ein Klassiker der Weltliteratur.

Das Büchlein "Die Kuh, die weinte." zeigt in seinen Geschichten mit Humor und Einfühlungsvermögen Wege zu einem glücklichen und erfüllten Leben. "Buddhas Anleitung zum Glücklichsein." führt uns die fünf wichtigsten Hindernisse vor Augen, die uns vom Glück abhalten.

Café und Führungen

Wie gesagt, es braucht Zeit all diese Buddhas zu bestaunen. Wenn der Kopf schwirrt anhand der vielen Sinneseindrücke, kann man sich im Café bei einer Tasse Tee oder Kaffee entspannen oder in den Büchern und CDs stöbern.

Wer sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen möchte, sollte an einer Führung teilnehmen.

Anreise und Öffnungszeiten

Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet (Änderungen vorbehalten). Weitere Informationen sowie eine Wegbeschreibung findet man auf der Seite des Museums unter Buddha-Museum.

Die Adresse lautet:

Buddha-Museum
Bruno Möhring Platz 1
56841 Traben-Trarbach

Telefon 06541 8165180

Buddha-Museum

Jugendstil-Weinkellerei (Bild: Reisefieber)

meditierender Buddha auf dem Dachgarten des Buddha-Museum (Bild: Reisefieber)

Buddha-Museum im WDR-Fernsehen

In der WDR-Sendung "Wunderschön Weinorte an der Mosel" am 18.09.2014 besuchte die Moderatorin Tamina Kallert als Geheimtipp eines Zuschauers das Buddha-Museum in Traben-Trarbach und zeigte sich von der privaten Sammlung sehr beeindruckt. Auf die Frage, wie man zu diesem ausgefallenen Hobby kommt, antwortete der Inhaber, Wolfgang Preuß schmunzelnd: "Sie fragen einen Mann doch auch nicht, warum er seine Frau liebt! Es hat mit einer Buddha-Figur angefangen." Und tatsächlich, es handelt sich bei dem Museum um eine private Sammlung, die Herr Preuß akribisch zusammengetragen hat.

Das Buddha-Museum ist mittlerweile in aller Welt bekannt und selbst Buddhisten aus dem Ausland reisen an, um diese Vielfalt anzuschauen.

Der Eintrittspreis von derzeit 15 Euro für eine Tageskarte hält große Busgruppen ab. Der Besucher kann sich die Figuren in Ruhe betrachten, in einzelnen Räumen verweilen, meditieren oder seinen Gedanken nachhängen und vielleicht die Figuren zeichnen.

Reisefieber, am 19.12.2013
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Bildquelle:
Reisefieber (Die heilige Kuh in Indien)
Heidelberger (Was macht die Speicherstadt Hamburg zum Weltkulturerbe?)

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