In den Badlands (Bild: Edward Sheriff Curtis / Museum of Photographic Arts Collections)

Mangas Coloradas wurde von den Soldaten gefoltert

Unter dem Schutz der weißen Flagge erschienen Cochise und seine Krieger bei Lieutenant George N. Bascom. Man kann es nur seiner Unerfahrenheit zuschreiben, das er die Indianer sofort einsperren ließ, anstatt sie anzuhören. Cochise brach aus dem Gefängnis aus und nahm drei Weiße als Geiseln, um sie gegen die anderen Apachen auszutauschen. Als Bascom sich weigerte, tötete er die Weißen. Daraufhin ließ Bascom die Gefangenen hängen, unter anderem Cochises Bruder und zwei seiner Neffen.

Als Rache für ihre roten Brüder überfielen fünfhundert Chiricahuas am 15. Juli 1882 eine Einheit unter dem Befehl von Colonel James H. Carleton am Apache Pass. Nur durch die eilig herbeigeschafften Haubitzen der Soldaten wurden die Indianer in die Flucht geschlagen. Die Apachen glaubten an böse Medizin und machten Cochise für die Niederlage verantwortlich. Nur mit Mühe gelang es ihm, das Vertrauen seiner Krieger zurückzugewinnen.

Mangas Coloradas wurde bei dem Angriff schwer verletzt. Einige Krieger brachten den fast siebzigjährigen Häuptling nach Janos in Mexiko. Dort zwangen sie einen Arzt, ihren Anführer zu operieren. Anschließend schleppten sie Mangas Coloradas zu den verlassenen Minen von Pinos Altas, wo sich die Reisighütten seines Stammes befanden.

James H. Carleton war inzwischen zum Befehlshaber von Arizona ernannt worden. Er schickte Captain Edmond D. Shirland mit einigen Soldaten zu den Minen, um den alten Häuptling gefangen zu nehmen. Mangas Coloradas ließ sich ohne Gegenwehr nach Fort McLane zu General Joseph R. West bringen. Während der folgenden Nacht bewachten zwei Soldaten den Anführer. Aus einer Laune heraus erhitzten sie ihre Bajonette über dem Feuer und stachen dann auf die Füße und Beine des Häuptlings ein. Diese Prozedur setzten sie fort, bis sich Mangas Coloradas aufrichtete. "Ich bin kein Kind, mit dem man spielt!" rief er verzweifelt. Daraufhin schossen die Soldaten mit Gewehren auf den wehrlosen Häuptling, zogen ihre Navy-Pistolen und gaben noch zwei weitere Schüsse ab.

Bücher über Cochise

Thomas J. Jeffords und Cochise wurden Blutsbrüder

Als Cochise von dem feigen Mord an Mangas Coloradas erfuhr, trieb er seine Krieger zu noch größerer Grausamkeit an. Da die Regierung mit dem Bürgerkrieg beschäftigt war, gab es kaum Gegenwehr. Etliche Farmen und Ranches gingen in Flammen auf. Nur an die beiden größten Städte Tubac und Tucson wagten sich die Chiricahuas nicht heran. Die Armee schickte den erfahrenen Indianerkämpfer General George Crook nach Apacheria, um für Ruhe zu sorgen. Es gelang ihm sogar, Cochise zur Aufgabe zu bewegen, doch als der Häuptling erfuhr, dass man ihn in ein Reservat fern seiner Heimat bringen wollte, floh er abermals und setzte den Kampf gegen die Weißen fort.

Der Konflikt wäre vermutlich noch weiter eskaliert, wenn nicht ein gewisser Thomas J. Jeffords eingegriffen hätte. Er stammte ursprünglich aus New York, war aber schon als junger Mann nach Arizona gezogen und hatte dort mehrere Jahre als Kutscher gearbeitet, bevor man ihn zum Posthalter der Strecke Fort Bowie - Tucson ernannte. Hilflos musste er mitansehen, wie innerhalb kürzester Zeit vierzehn Kutscher von Apachen getötet wurden. Da die Soldaten das Problem nicht lösen konnten, beschloss er, Cochise in seinem Lager aufzusuchen und mit ihm über den Frieden zu verhandeln.

Die beiden Männer verstanden sich sofort und wurden zu Blutsbrüdern. Allein diesem Umstand war es zu verdanken, dass General Oliver Otis Howard einen Friedensvertrag mit dem Anführer schließen konnte. Die Freundschaft zwischen Cochise und Thomas J. Jeffords bildete die Grundlage für den Western "Broken Arrow" (deutscher Titel: "Der gebrochene Pfeil", Regie: Delmer Daves) aus dem Jahr 1950. Als Vorlage diente der 1947 erschienene historische Roman "Blood Brothers" von Elliott Arnold. Cochise starb am Morgen des 8. Juni 1874 an der Zuckerkrankheit.

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