Die Black Hills sind den Indianern heilig (Bild: Richard Throssel / Museum of Photographic Arts Collections)

Kein Weißer durfte die Black Hills ohne die Zustimmung der Indianer betreten

Den Triumph der Sioux und ihres Häuptlings Red Cloud (Rote Wolke) über Colonel Henry B. Carrington im Jahr 1866 hatten die amerikanischen Militärs nie vergessen. Und auch nicht die Zugeständnisse, die sie machten mussten. So durfte beispielsweise die geplante Wegstrecke für die Siedler nicht durch die Jagdgründe der Sioux führen, sondern musste südlich davon gebaut gebaut werden. Zudem hatte die Regierung den Indianern das Gebiet am Powder River und die Black Hills für immer überlassen und ihnen zugesichert, dass es keinem Weißen erlaubt war, sich irgendwo auf dem genau abgegrenzten Gebiet niederzulassen oder es ohne Zustimmung zu betreten.

Doch dieser Vertrag war bald genau so hinfällig wie alle anderen. 1872 wurde in den Black Hills Gold gefunden. Zwei Jahre später drangen 1200 Weiße unter militätischem Schutz in die Berge ein. Befehligt wurden die Soldaten von George Armstrong Custer. Sechs Jahre zuvor hatte er mit seinen Männern ein friedliches Zeltdorf der Cheyenne überfallen und sämtliche Bewohner niedergemetzelt.

Colonel Reynolds ließ ein Dorf der Sioux und Cheyenne zerstören

1875 kam es zu einem weiteren Wortbruch. Man bot den Dakotastämmen an, ihnen die Black Hills abzukaufen. Doch die Indianer waren nicht zu diesem Handel bereit. Häuptling Crazy Horse erklärte die Heiligen Berge für unverkäuflich. Und Tatanka Yotanka, der junge Häuptling der Hunkpapa drohte den Weißen mit Krieg, wenn sie es wagen sollten, in die Black Hills einzudringen.

Die Antwort der Regierung war ein Ultimatum. Bis Ende Januar 1876 sollten sich alle Indianer in Reservate begeben. Diese Forderung war nicht nur ungerecht, sondern eine Provokation. Im Winter war eine Umsiedlung über das tiefverschneite Land vollkommen unmöglich. Auf die Weigerung der Indianer hatten die Militärs nur gewartet. Anfang 1876 zerstörte ein Kommando unter Colonel Reynolds ein Dorf der Sioux und Cheyenne am Zusammenfluss des Powder River mit dem Little Powder.

Männer, Frauen und Kinder waren schutzlos der Winterkälte ausgesetzt. Zuflucht fanden sie im Dorf der Oglala bei Häuptling Crazy Horse. Gemeinsam setzte dieser mit Tatanka Yotanka ein umfassendes Bündnis aller Sioux-Stämme durch. Als Treffpunkt wurde das Tal des Rosebud verabredet. Dort wählten die Indianer Tatanka Yotanka zum obersten Häuptling der Sioux. Unter seinem englischen Namen "Sitting Bull" (Sitzender Stier) ging er in die Geschichte ein.

BerndT, am 21.02.2013
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Bildquelle:
The U.S. National Archives/Flickr (Der Geistertanz der Indianer)
dvarimtovim (Das Massaker an den Brulé-Indianern)

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