Am 28.07. gegen Mittag ruft mich mein Chef an - die Sekretärin in unserem Büro wurde positiv auf Corona getestet, deshalb sollen sich alle Mitarbeiter einem Corona Test unterziehen. Mein Einwand, das ich in der letzten Woche nur 2x kurz im Büro war, stößt auf taube Ohren. Solange bis das Ergeb -nis vorliegt, darf ich nicht arbeiten & bin krank geschrieben.

Ich fahre zu meinem Hausarzt, der führt aber keine Corona Tests durch, sondern schreibt mir nur eine Überweisung. Ich rufe die Corona Hotline an, die mir mitteilt das ich Online einen Termin für die nächsten Tage bei einer Teststelle machen kann. Da ich aber möglichst bald wieder arbeiten möchte (betrifft nicht nur besagte Firma sondern auch noch meinen Zweitjob), fahre ich zum Bürgerhospital. Vor dem Gebäude in dem die Tests durchgeführt werden stehen ein paar Leute - eine Mitarbeiterin im Strahlenschutzanzug (!!!) gibt mir ein Formular zum ausfüllen, um mir anschließend dann mit -zuteilen, daß ich ohne Termin nicht getestet werden kann. Ich rufe bei der Uniklinik an - der gleiche Sermon, Test nur mit Terminabsprache ein paar Tage vorher. Das teile ich meinem Chef mit (der sich mittlerweile schon bei seinem Hausarzt testen ließ), der mir verspricht sich darum zu küm -mern. Da er gute Beziehungen zum Gesundheitsamt hat, kann er für mich & meine Kollegen Testtermine für den nächsten Tag ausmachen.

Am nächsten Tag bin ich um 09:00 an der Uniklinik. Außer mir sind noch 5 andere Leute da. Man wartet draußen - legt bei einem Fenster die Versicherungskarte vor & bekommt ein Formular sowie ein Merkblatt. Nachdem ich das Formular ausgefüllt habe, wird mir am nächsten Fenster die Probe entnommen. Die ganze Prozedur dauert insgesamt (inklusive Wartezeit) ca.15 Minuten. Meine Frage wieso bei diesem geringen Ansturm Tests nicht auch ohne Termin durchgeführt werden können, kann man mir auch nicht richtig beantworten: "Das ist halt so vorgeschrieben." deutsche Beamtenlogik in Reinkultur. Man teilt mir mit, daß mir das Ergebnis falls positiv vom Gesundheits - amt, falls negativ von der KV Hessen mitgeteilt wird, per Anruf oder SMS, innerhalb von 24 Stunden (im schlimmsten Fall in 4 Tagen). Man rät mir mich in eine häusliche Quarantäne zu begeben, so -lange das Ergebnis nicht vorliegt. Am Nachmittag des nächsten Tages informiert mich mein Chef, das sowohl sein Testergebnis sowie sämtlicher Kollegen vorliegt (alle negativ). Nur ich habe noch keine Mitteilung bekommen & werde auch in den nächsten Tagen keine erhalten. Das bedeutet, das ich mehrere Tage nicht arbeiten kann & die Wohnung nicht verlassen darf. 6 Tage später, am Diens -tag finde ich einen Brief des IMD Labor in meinem Briefkasten, der mich über mein Testergebnis (negativ) informiert. Extrem ungehalten rufe ich bei dem Labor an um nachzufragen, wieso das so lange dauerte bzw wieso ich nicht von der KV Hessen per SMS informiert wurde. Die Mitarbeiterin teilt mir mit, daß das Labor eigentlich nicht dazu verpflichtet wäre, das Testergebnis den Probanten mitzuteilen (das ist ausschließlich Aufgabe des Gesundheitsamtes & der KV Hessen), sondern das die postale Benachrichtigung nur ein frei -williger Sonderservice ist. Laut besagter Mitarbeiterin ging mein Test am 29.07. bei ihnen ein, wurde am 30.07. ausgewertet & das Testergebnis am späten Nachmittag per Fax sowohl an das Gesundheitsamt als auch die KV Hessen übermittelt. Die KV Hessen, die im Fall eines negativen Ergebnisses verpflichtet wäre, die getestete Person zu infor -mieren, haben das offensichtlich versäumt (bis heute). Nach diversen Anrufen bei besagter KV Hessen (die Anrufe wurden immer von den jeweiligen Mitarbeiterinnen recht schnell beendet) konnte man mich auch nicht über den Verbleib meines Testergebnisses aufklären. Stattdessen wollte mir eine Mitarbeiterin weismachen, das die normale Bearbeitungszeit betreff Auswertung eines Coronatests zwischen 5 - 7 Tagen liegen würde (laut IMD Labor entspricht das nicht der Wahrheit). Der allgemeine Tenor beläuft sich auf Schuldzuweisungen in Richtung Labor oder Uni -klinik, die KV Hessen war sich keinerlei Versäumnises bewußt (merke: es ist nie Schuld der Be -hörden, denn die sind unfehlbar)

Fazit: Dank der KV Hessen, die offensichtlich nicht ihrer Mitteilungspflicht nachkam, konnte ich 4 Tage nicht arbeiten. Zu dem dadurch eintretendem Verdienstausfall kam auch noch der psychische Druck betreff Testergebnis. Hätte das Labor mich nicht benachrichtigt, hätte ich spätestens meine Quarantäne am darauffolgenden Mittwoch beendet. Telefonische Nachfrage wäre laut Merkblatt nicht möglich, da prinzipiell am Telefon keine Auskünfte erteilt werden aus Gründen des Daten -schutzes. Worst Case Scenario wäre, wenn ich die Wohnung verlassen hätte & wäre ohne meines Wissens positiv. In diesem Fall würde ich wegen einer bürokratischen Nachlässigkeit andere Men -schen infizieren bzw durch meine Arbeit auch besonders gefährdete Risikopatienten..

Auf meine offiziell eingereichte Beschwerde bei der KV Hessen via Email am 12.08. habe ich bis heute keine Antwort erhalte...

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