Was ist ein Enneagramm?

Ein Enneagramm ist ein Neun-Stufen-Modell, in welchem verschiedene Persönlichkeitmuster typisiert und in neun Gruppen zusammengefasst werden.

Eine exakte Analyse der Persönlichkeitsstruktur ist natürlich mit einer Einteilung in Gruppen nicht gegeben (schließlich gibt es unzählige Mischformen), aber eine gewisse Grundtendenz lässt sich schon erkennen. Und wer weiß, mit welcher Persönlichkeitsstruktur er es bei seinem Gegenüber zu tun hat, hat es auf zwischenmenschlicher Ebene einfach leichter, sei es bei Verhandlungen im Beruf oder auch bei Gesprächen unter Freunden und in der Familie.
Jede dieser Gruppen hat bestimmte Charakteristika. Je mehr typische Eigenschaften man an sich oder an anderen findet, umso leichter lassen sich die Personen einer bestimmten Gruppe im Enneagramm zuordnen. Und wer weiß, mit welcher Art von Mensch er es zu tun hat, kann sich besser darauf einstellen.

Die 9 Typen - 1. Der Perfektionist

Der Perfektionist ist der erste Persönlichkeitstyp im Enneagramm. Er strebt danach, fehlerlos zu sein und alles perfekt zu machen. Das erwartet er aber auch von anderen. Oft haben seine Mitmenschen das Gefühl, ihm nichts recht machen zu können und seinen Ansprüchen nicht genügen zu können.

 

Unvollkommenheit und Fehler sind Perfektionisten nicht nur bei anderen, sondern auch bei sich selbst das Schlimmste. Sie neigen daher sowohl zu übermäßiger Kontrolle anderer und auch zur Selbstkontrolle.

Dem Perfektionisten tut es gut, sich hin und wieder klar zu machen, dass er die Welt wohl nicht verbessern wird und Pflichtgefühl und Ordnungsliebe zwar wichtige Eigenschaften sind, die er aber auch mal beiseite lassen sollte.

 

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Erkennen Sie sich wieder oder haben Sie einen solchen Perfektionisten in Ihrem Freundeskreis? Dann schenken Sie ihm doch einfach einmal eine Pflanze für den Garten oder den Balkon. Wer sich mit so etwas beschäftigt, stellt schnell fest, dass es Dinge gibt, die auch ohne Kontrolle funktionieren, zum Beispiel hier das Wachstum der Pflanzen. Das kann eine heilsame Erkenntnis für den Perfektionisten sein. Wenn nicht, dann hat er zumindest einen schönen Blumenschmuck.

 

2. Der Fürsorgliche

Der Enneagramm Typ 2 will gebraucht werden. Er gibt sich fürsorglich, helfend und ist immer für andere da, er opfert sich auf und kennt die Bedürfnisse seiner Mitmenschen. Ein offenes Ohr für die Probleme anderer Menschen ist zwar eine geschätzte Eigenschaft, kann aber schnell ins Gegenteil kippen. Das ist dann der Fall, wenn es sich um eine Person handelt, die sehr viel Aufmerksamkeit und Anerkennung braucht und sich diese verdienen möchte, indem sie andere Menschen umsorgt. Das kann leicht aufdringlich wirken, denn sie nehmen eine Menge Unannehmlichkeiten in Kauf, nur um Dankbarkeit zu ernten und das Gefühl zu bekommen, gebraucht zu werden. Für die eigenen Bedürfnisse ist da natürlich kein Platz mehr. Der zu extreme fürsorgliche Typ sollte daher seinen falschen Stolz ablegen und auch zu seinen eigenen Wünschen stehen.

3. Der Leistungsorientierte

Das Wichtigste ist, bei seinen Mitmenschen gut anzukommen - das denken sich Vertreter des Typ 3 und sie handeln entsprechend danach. Sie sind auf ihre Leistung orientiert, aber nur so lange, wie sie sich davon Erfolg versprechen. Sie verwenden viel Energie darauf, bei der Umgebung glänzend dazustehen. Alles was sie tun, ordnet sich diesem großen Ziel unter. Demzufolge ist auch ihr Interesse an ihren Mitmenschen recht gering. Sie dienen in den Augen des 3er Typs lediglich dazu, vor ihnen zu brillieren und ein dankbares Publikum zu haben oder sie sind ihm von besonderem Nutzen, um ihr Ziel zu erreichen.

 

Selbstzweifel kennen sie nicht und Niederlagen gilt es zu vermeiden. Im Extremfall kann sich eine solche Person eigene Schwächen überhaupt nicht eingestehen. Er hetzt von einem Erfolg zum nächsten, für den er sich bewundern lassen kann. Da er eine immer höhere Dosis an Bewunderung braucht, wird er bald nur noch aktiv sein. Das geht eine Zeit lang gut, kann aber im Extremfall dazu führen, dass der Körper irgendwann streikt und ihn mit einer Krankheit niederstreckt.

4. Der Romantiker

Melancholisch sucht der Romantiker im Enneagramm nach sich selbst, nach seinem Innersten, nach seiner wahren Identität. Das erreicht er, indem er sich von seiner Umgebung abgrenzt, was ihn häufig in die Rolle des Außenseiters bringt - und genauso fühlt er sich auch: unverstanden und ausgegrenzt.

Einerseits findet der Romantiker Erfüllung in der Abgrenzung, andererseits ist es genau diese Abgrenzung, die ihm zum Verhängnis wird. Denn er beobachtet das Leben der anderen und stellt dort genau die Dinge fest, die ihm fehlen. Er ist hin- und hergerissen und das kann oft zu extremen Gefühlsschwankungen führen. Wer in dieser Richtung veranlagt ist und wem die Balance fehlt, muss sich vor Augen führen, dass es eine Menge Zwischenstufen zwischen Schwarz und Weiß, zwischen himmelhoch-jauchzenz und zu-Tode-betrübt gibt.

5. Der Denker

Der Denker ist der Besonnenste der Enneagramm Typen. Sie beobachten lieber von außen, anstatt sich ins Getümmel zu stürzen. Er lebt distanziert von seinen Mitmenschen, im zwischenmenschlichen Bereich ist ihm die Theorie näher als die Praxis. Informationen zum Verarbeiten und eigene Gedanken, das sind die Dinge, auf die ein Denker im Enneagramm Wert legt. Sie sammeln quasi Gedanken, Theorien und Wissen und umgeben sich so sehr damit, dass sie es auch als Schutzwall gegen Aufdringlichkeiten gebrauchen können. Auf Außenstehende wirkt das teilweise recht eigenbrötlerisch.

6. Der Skeptiker

Misstrauische und skeptische Menschen sind sie, die Vertreter der sechsten Gruppe im Enneagramm.

Grundsätzlich sind sie sehr auf Sicherheit bedacht und wollen am liebsten alles amtlich abgesichert und beglaubigt haben. Dennoch haben sie ein Problem damit, auch vertrauenswürdigen Organen Glauben zu schenken. Sie selber halten sich zwar peinlich genau an Vorschriften und Gesetze und sind gleichzeitig davon überzeugt, dass alle anderen eben dieses nicht tun.

Durch diese Unberechenbarkeit ihrer Umwelt fühlen sie sich in ihrer Planung und in ihrer Sicherheit bedroht. In überspitzter Form neigen die Skeptiker dazu, für alle Unfehlbarkeiten einen Sündenbock zu suchen und auch, in jeder Situation ein mögliches Weltuntergangsszenario zu erblicken.

7. Der Optimistische

Voller Energie und Abenteuerlust stürzen sich die Optimisten in die Welt. Je mehr Erlebnisse, umso besser. Sie sind begeisterungsfähige Mitmenschen, die in ihrem Überschwang auf ihre Umgebung durchaus mitreißend wirken können. Sie sehen die Welt mit Kinderaugen, sind neugierig und meistens gut drauf, schließlich gibt es ja so viel zu entdecken. 

Das Risiko beim optimistischen Tye im Enneagramm liegt in der Übertreibung. Es müssen immer mehr Ereignisse mitgemacht, immer mehr Abenteuer erlebt werden. Oft hetzen diese Menschen dann von einem Event zum nächsten, immer auf der Suche nach neuem Erleben und damit verbunden nach neuem Genuß.

Oft sind sie multi-tasking-fähig und erledigen viele Dinge gleichzeitig, sie bügeln während des telefonierens und essen während sie ihre Mails abrufen. Übermaß ist auf Dauer aber auch nicht gut. Wer sich Dauerstress antut und von einem Termin zum nächsten hetzt, nur um nichts zu verpassen, wird sich bald ausgelaugt fühlen.

 

8. Der Führende

Der Boss ist ruhig und entschlossen und er verfolgt kämpferisch sein angestrebtes Ziel. Sie sind sehr direkt. Das spiegelt sich nicht nur in ihrer Sprache, sondern auch in ihrem Denken wider. Sie teilen die Welt in zwei Hälften, für sie gibt es nur schwarz oder weiß, nur gut oder böse, nur Freund oder Feind. Kompromisse machen und sich auf andere einstellen, ist nicht ihre Stärke. Wenn sie ihre Führungsposition nicht haben, so fechten sie ihre Kämpfe so lange aus, bis sie dort sind, wo sie ihrer Meinung nach hingehören. Eigene Schwächen haben die Führenden aus dem achten Typ des Enneagramm in ihren eigenen Augen nicht. Deshalb geben sie auch nur selten bis gar nicht eigene Fehler zu, denn das ist ihrer Meinung nach ein Zeichen von Schwäche und auch von mangelnder Führungskompetenz. Denn wer sich in der Hierarchie über den anderen befindet, darf in dieser Denkweise keinesfalls Fehler haben/machen und damit Angriffspunkte liefern.

 

9. Der Friedliebende

Bloß nicht auffallen. Das ist die Devise des Enneagramm  Typs Nr. 9. Denn wer eine herausragende Position einnimmt, ist leichter angreifbar, weil der Fokus der Umgebung auf ihm liegt. Da aber Konfliktvermeidung das treibende Motiv im Verhalten des Friedliebenden ist, muss alles verhindert werden, was in irgendeiner Art und Weise Zwietracht provozieren könnte. Dass für Konflikte auch andere Menschen verantwortlich sein können, das sehen die harmoniebedürftigen 9er nicht. Sie geben sich lieber demütig und unterwürfig vor allem und jedem, nur um nicht anzuecken und keinen Streit zu riskieren.

Sie möchten am Liebsten nicht nur sich selber aus jeder Art von Konflikt heraushalten, sondern eigentlich die ganze Welt versöhnen. Ein harmonisches Umfeld ist ihnen wichtig und so treten sie auch oft als Vermittler oder Friedensstifter bei Streitereien anderer auf.

Dennoch gibt es für jeden Menschen auch Konflikte, die einfach nicht vermeidbar sind. Das stellt ein richtiges Problem für die Friedliebenden dar. Sie stecken den Kopf in den Sand und schieben unangenehme Konfliktsituationen so lange vor sich her, bis daraus ein noch größeres Problem wird.

Vorschaubild: Das Enneagramm (bei Amazon)

Sophie1975, am 26.10.2012
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Bildquelle:
Mag.a Bernadette Maria Kaufmann (Mit selbst gebautem Gewächshaus den Garten das ganze Jahr nützen)

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