Dabei kann Zelten zu einem wunderbaren Erlebnis werden. Mit entsprechenden Vorarbeiten ist man gegen die größten Unannehmlichkeiten schon einmal gewappnet. Und die beginnen bereits mit der Auswahl und dem Kauf der richtigen Ausrüstung. Wer dabei etwas auf das Gewicht der Ausrüstung achtet, für den verliert der Gedanke an das stundenlange Tragen des Gepäcks jeglichen Schrecken. Es ist mittlerweile kein Problem eine Grundausstattung im fünf Kilo Bereich zum moderaten Preis zu ergattern. Doch hier allzu knausrig vorzugehen ist nicht angeraten. Mit der Schwere des Gepäcks entscheidet sich ob eine Tour zur Tortur ausartet. Schließlich muss das Ganze erst einmal zum bevorzugten Zeltplatz getragen werden.

Die drei wichtigsten Gegenstände sind: Schlafsack, Matte und Zelt.

Am Zeltplatz angelangt, kommt als Erstes das neue Zelt zum Einsatz. Jetzt zeigt sich ob der Aufbau außerhalb des Outdoorgeschäftes und ohne die Hilfe des Verkäufers genauso zügig vonstattengeht. Welche Bauweise - Kuppel-, Tunnel- oder Geodätzelt - man bevorzugt ist Geschmackssache. Wichtig ist, dass genügend Stauraum für das Gepäck vorhanden ist und der Innenraum großzügig gehalten ist. Denn nichts ist schlimmer und für den Mitcamper lustiger anzuschauen, als die allmorgendlichen Verrenkungen beim Anziehen in einem viel zu kleinen Zelt. Ein zweiter großer Eingang kann auch nicht schaden. Verhindert er doch das drüber klettern über den Mitcamper in der Nacht, wenn man doch noch einmal raus muss.

Die entscheidenden Punkte beim Kauf eines "stressfreien Zeltes"

  • durchgängig geschlossene Kanäle für die Zeltstangen erleichtern den Aufbau ungemein
  • ein großer zentraler Eingang oder zwei Eingänge (sorgt auch für eine besser Lüftung)
  • großzügig geschnittene Apsiden zur Unterbringung des Gepäcks bzw. zum Aufenthalt bei schlechtem Wetter
  • eine Wassersäule von mindestens 2000mm für das Oberzelt und mindestens 3000mm für den Boden
  • getapte oder geklebte Nähte
  • verschließbare Lüftungsöffnungen
  • reflektierende Abspannleinen
  • ordentlich gearbeitete Heringe (wenn sich die Enthaltenen bereits beim Ansehen verbiegen, ist es angeraten separate Qualitätsheringe zu kaufen)

Der bequeme Untergrund

Die Matte sollte sorgsam gewählt werden. Schließlich ist sie die Barriere zum kalten Boden. Sie soll uns auch von unten wärmen. Gute Matten lassen den Komfort des heimischen Bettes schnell vergessen. Besonders bequem sind die hohen aufblasbaren oder selbst-aufblasende Matten. Sie sind ähnlich wie Luftmatratzen aufgebaut, doch die Hohlräume sind mit Vlies, Daunen oder Schaumstoff für eine rundum perfekte Isolation gefüllt. Eine ausreichend breite Matte garantiert auch den ausbleibenden Bodenkontakt beim nächtlichen Umherdrehen.

Die Matte

Die günstigste Variante sind Schaumstoffmatten, z.B. von Evazote

  • Schaumstoffmatten sind robust und nahezu unzerstörbar (Achtung: einige schwarze Matten schmelzen bei zu großer Hitze)
  • es gibt sie in rollbaren und faltbaren Versionen
  • die maximale Dicke beträgt 2cm, unebene Untergründe sind spürbar
  • sie sind sehr günstig
  • sehr gute Isolation
  • die Nachteile sind das relativ hohe Gewicht (190cm x 58cm x 1,9cm: 920g) und das große Packmaß (60cm x 25cm)

Die nächste Stufe sind selbstaufblasende Matten, z.B.: Therm-a-Rest TT Trail Pro

  • selbstaufblasende Matten sind recht robust
  • klein im Packmaß (ca: 28 cm x 18 cm)
  • erhältlich bis 5cm Dicke (183cm x 51cm)
  • top Isolationswerte durch Schaumfüllung
  • besserer Liegekomfort als Schaumstoffmatten bei ungefähr gleichem Gewicht

Eine weitere Steigerung sind ultraleichte aufblasbare Matten, z.B.: Exped SynMat UL 7M

  • bester Schlafkomfort bei bis zu 7cm Dicke
  • top Isolierleistung durch Kunstfaserfüllung
  • minimales Packmaß: 24 cm x 9,5 cm
  • geringes Gewicht: 460g
  • der größte Nachteil ist die Empfindlichkeit dieser Matten, der Schlafplatz sollte sorgsam nach spitzen Steinen, Dornen usw. abgesucht werden

Die Decke

Zugegeben, eine Decke ist beim Zelten etwas fehl am Platz. Ist sie doch viel zu schwer und zu groß im Packmaß. Das Mittel der Wahl ist der Schlafsack. Am Wichtigsten ist der Temperaturbereich. Keinesfalls sollte hierbei allzu knapp geschätzt werden. Eine großzügige Sicherheitsreserve nach unten kann nicht schaden. Schließlich kennt kein Hersteller das persönliche Temperaturempfinden. Die Form des Schlafsackes sollte sich nach der Schlafgewohnheit richten. Grob wird zwischen Mumien- und Deckenschlafsack unterschieden. Eine Sonderstellung nimmt die Ei-Form ein. Sie ist ein Hybrid aus den beiden Erstgenannten.

Schlafsacktipps

  • Kunstfaserfüllungen wärmen im Gegensatz zu Daunen auch wenn der Schlafsack nass geworden ist
  • Schlafsäcke mit Daunen sind etwas leichter und kleiner im Packmaß
  • der Temperaturbereich wird in drei Werten angegeben: Extrem, Mann, Frau (z.B.: -20°C / -4°C / -2°C)
  • Richtwert sollte die Angabe für Frauen sein, keinesfalls nach dem Extremwert richten!
  • besser etwas mehr Reserve nach unten beim Temperaturbereich einplanen, einen zu warmen Schlafsack kann man immer noch öffnen
  • je enger der Schlafsack anliegt desto besser wärmt er (Mumienschlafsäcke)
  • dagegen sind Deckenschlafsäcke bequemer aber auch wesentlich schwerer
  • eine einstellbare Kapuze sowie ein Kragen sind ein Muss
  • je kürzer der Reißverschluss ist, desto kleiner ist die Kältebrücke
  • eine kleine Tasche im Inneren des Schlafsacks ist perfekt für Wertsachen

Um das perfekte Schlaflager zu finden, bietet jedes gute Fachgeschäft ausgiebiges Probeliegen an. Übrigens, auf ein teures outdoortaugliches Kopfkissen kann getrost verzichtet werden. Ein Pullover oder eine Jacke in den Schlafsackbeutel gesteckt ist mindestens genauso bequem.

Weitere empfehlenswerte Utensilien sind ein Erste Hilfe Set, eine Zeltlaterne, ein Kochset sowie ein Taschenmesser.

Der Extra-Tipp

Besonders schön lässt es sich - in vorausgesetzt trockenen Nächten - einschlafen wenn man das Oberzelt zurück geklappt oder die Zelttür geöffnet hat und man den wunderbaren Ausblick auf das nächtliche Firmament genießt. Und schon wird aus dem Zelt ein 10000 Sterne Hotel.

Autor seit 2 Jahren
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