Das Haar und sein Aufbau

Das Haar an sich besteht – wie auch die Finger- und Fußnägel – aus verhornten Zellen, die weder durchblutet sind, noch Nervenenden besitzen. Diese Substanz wird als Keratin bezeichnet.

Was wir über der Haut sehen, ist der Haarschaft in unserer eigenen Haarfarbe, der unter der Haut an der Wurzel vom Haarfollikel gehalten und genährt wird. Jeder Haarfollikel besitzt eine sogenannte Papille, die in die Haarwurzel hineinragt. Diese Papille enthält Blutgefäße, die für die Nährstoffversorgung zuständig sind.

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Was bringt die Farbe ins Haar?

Die Haarfarbe wird durch den Farbstoff Melanin bestimmt. Diese Substanz ist in allen Faserschichten des Haares verankert. Das Melanin wird in den Melanozyten produziert, die an die Haarfollikel angeheftet sind. Diese kleinen Produktionswerke wandeln die Aminosäuren in farbige Pigmente um. Je nach Haarfarbe unterscheidet man zwei verschiedene Melaninarten:

  • Das Eumelanin färbt das Haar Schwarz-Braun. Es ist so grobkörnig, dass es im einzelnen Haar deutlich zu erkennen ist.
  • Das Phaeomelanin oder Rot-Pigment färbt Haare hellblond, blond oder rot und hat eine sehr feine Struktur.

Die beiden Melanin-Arten kommen im Haar nur selten in Reinform vor. Je nach Mischungsverhältnis entstehen die verschiedenen Haarfarben.

  • Blonde Haarfarbe: wenig Eumelanin, viel Phaeomelanin
  • Dunkle Haarfarbe: viel Eumelanin, wenig Phaeomelanin
  • Rote Haarfarbe, kaum Eumelanin, sehr viel Phaeomelanin
  • Graue Haarfarbe: wenig Eumelanin, wenig Phaeomelanin

Die Farbbrillanz der Haarfarbe

Wie leuchtend die Haarfarbe ist, hängt nicht von den Farbpigmenten ab. Auf der Haaroberfläche befinden sich Schuppenzellen, die keine Farbe besitzen und über den Farbpigmenten in der Faserschicht des Haares liegen. Der Aufbau der Schuppenzellen entspricht in etwa einem Tannenzapfen. Je nachdem, wie glatt die Schuppen anliegen, wirkt die Haarfarbe eher leuchtend oder matt und stumpf.

Die Wachstumsphasen des Haares

Was kaum jemand weiß: Unsere Haare unterliegen Wachstumszyklen. Jede einzelne Haar hat eine Lebensdauer an dessen Ende es ausfällt. Diese Lebensdauer ist unabhängig von dem Nachbarhaar oder der Haarfarbe.

Man unterscheidet drei Wachstumsphasen:

  • In der Phase eins, der Anagenphase wächst das Haar – bis zu drei Millimeter in einer Woche. Es hat direkten Kontakt zur Papille und wird optimal versorgt. Dies ist im Übrigen auch die Phase, in der sich Körperbehaarung am besten dauerhaft entfernen lässt.
  • Die Phase zwei, die Katagenpahse ist die Übergangsphase. Der Anschluss der Haarwurzel an den Follikel ist unterbrochen, das heißt das Haar wird nicht mehr mit Nährstoffen versorgt. Trotzdem bleibt es noch einige Wochen in der Haut.
  • In der dritten Phase, der Telogenphase ruht das Haar, die Wurzel schiebt sich immer mehr in Richtung Hautoberfläche; am Ende der Phase fällt es schließlich aus und macht Platz für ein neues Haar

Wie lange diese Wachstumsphasen dauern, ist von der Körperregion abhängig. So dauern die Wachstumszyklen der Körperbehaarung zwischen vier Wochen (Gesicht) und zwei Monaten (Beinbehaarung). Die Haare auf dem Kopf wachsen mehrere Jahre, deshalb können sie im Gegensatz zur Körperbehaarung auch so eine beachtliche Länge erreichen.

alexaeastwest, am 30.06.2011
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Bildquelle:
Wikimedia Commons, Gemeinfreies Bild (Kilt und Plaid - Geschichte und Tradition schottischer Kleidung)

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