Dieser Erneuerungsprozess kann sich in manchen Fällen sogar auf 3 bis 4 Tage verkürzen, wie zum Beispiel bei an Psoriasis erkrankten Menschen.

Die häufigste Ursache und Auslöser für Schuppen ist ein Hautpilz, der für einen gesunden Menschen eigentlich harmlos ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich der Pilz auf der Kopfhaut ausbreiten und damit die Schuppenbildung verstärken.

Die Ausbreitung des Pilzes kann durch folgende Umstände begünstigt werden:

  • überdosierte Reinlichkeit durch zu häufiges Waschen
  • Verwendung von zu aggressiven Shampoos und sonstigen Pflegeprodukten
  • sehr heißes Föhnen der Haare
  • zu trockene Heizungsluft in geschlossenen Räumen
  • Stress
  • bestimmte Allergien
  • schlechte Ernährung
  • Alkohol, Kaffee, Zucker und Weizenmehlprodukte verstärken eine Schuppenbildung
  • Hormonumstellungen
  • wenn während einer Diät plötzlich Schuppen auftauchen, sollte diese Diät sofort beendet werden

Behandlungsmöglichkeiten bei Schuppen

Handelt es sich um keine krankhafte Schuppenbildung wie bei der Neurodermitis oder der Psoriasis, kann man durch die richtige Pflege rasch Herr über das Problem werden. Meist ist eine Überbesiedelung eines Pilzes der Auslöser der so unangenehmen Schuppen.
Grundsätzlich unterscheidet man beim "normalen" Schuppenbefall zwischen trockenen und fettigen Schuppen, welche je nach Art mit unterschiedlichen Mitteln zu bekämpfen sind.
Einen Spezialfall stellt das sogenannte seborrhoische Ekzem dar, welches verstärkt durch sehr fettige Schuppen mit begleitendem starken Juckreiz auf der Kopfhaut bei den Betroffenen zum Vorschein kommt.

Folgende Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Es wird die Ursache, sprich der Pilz selbst, mit einem bestimmten Antipilzmittel bekämpft. Hier werden gerne Präparate mit den Inhaltsstoffen Selendisulfid und Zinkpyrithion verwendet. Diese sollten die Neubildungsrate der Hautzellen wieder auf ein Normalmaß reduzieren. Wende Dich zur Beratung über das geeignete Produkt an einen Arzt oder Apotheker.
  • Parallel dazu solltest du eine Intensivkur für 3 bis 6 Wochen durchführen.
    Dabei wird als Shampoo ausschließlich ein Spezialshampoo gegen die Schuppen verwendet. Die Haare dürfen in dieser Zeit maximal 2 bis 3 mal pro Woche gewaschen werden und zwar nur mit diesem Spezialshampoo. Manchmal kommt es vor, dass besonders zu Beginn der Intensivkur die Schuppenbildung stärker wird. Dies ist kein Grund zur Sorge, denn bedeutet lediglich, dass Du gut auf das Präparat ansprichst. Nach dieser Kur solltest du auf ein sehr mildes Shampoo umsteigen und nur mehr einmal pro Woche das Spezialshampoo anwenden.
  • Achtung! Anti-Schuppen-Shampoos müssen länger einmassiert werden als normale Shampoos, damit die Inhaltsstoffe ihr Wirkung entfalten können.
  • Shampoos und Lotions mit dem Inhaltsstoff Huflattich können die Schuppenbildung relativ natürlich reduzieren. Huflattich wirkt reizmildernd und beruhigend auf die Kopfhaut.
  • Spezielle Weidenteer-Shampoos werden gerne gegen die "fetten" Schuppen eingesetzt, welches ebenfalls in der Apotheke zu kaufen ist. Dieses Shampoo beinhaltet neben dem Weidenteeröl auch Schwefel und Salicylsäure, welche in Kombination die Schuppen schonend von der Kopfhaut lösen und die Überproduktion der Talgdrüsen eindämmen. Nach drei Wochen sollte sich eine Besserung des Schuppenproblems einstellen.
  • Eine besonders schonende Naturmethode sind Essigspülungen.
    Spüle dein Haare mit einer 1:1 Mischung aus Wasser und Obstessig. Diese Methode zeigt besonders gute Ergebnisse bei juckender Kopfhaut und fettigen Schuppen. Der Nachteil ist der unangenehme Essiggeruch während der Haarspülung, wenn danach die Haare mit einem normalen Shampoo gewaschen werden, ist der Geruch nicht mehr wahrzunehmen.
  • Brennnessel ist als altes Hausmittel gegen Schuppen schon lange bekannt und bewährt. Es gibt fertige Shampoos, Lotions und Haarwasser mit dem Wirkstoff der Brennnessel.
    Du kannst die Brennnesselspülung aber auch selbst herstellen:
    Die gesammelten Brennnesselblätter werden mit kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. Wenn das Brennnesselwasser abgekühlt ist, wird die Kopfhaut damit gut einmassiert und nach einer kurzen Einwirkzeit wieder ausgespült.
    Grundsätzlich wirkt Brennnessel entzündungshemmend, reduziert die Talgproduktion und der Juckreiz wird gemildert. Der Geruch von selbstgebrauten Brennnesselspülungen ist wiederum gewöhnungsbedürftig.

Achte auf Deine Ernährung!

  • Eine ausgewogene Ernährung mit zinkhaltigen Lebensmitteln wirkt sich positiv auf eine gesunde Kopfhaut aus. Dazu zählen unter anderem Vollkornprodukte, Hühnerfleisch, Meeresfische und Austern.
  • Eine Vitamin-A reiche Ernährung fördert die Widerstandsfähigkeit von Kopfhaut und Haaren. Produkte mit einem hohen Vitamin-A Gehalt findest du in Karotten, Fenchel, Marillen, Schweineleber und Hühnerleber.
  • Das Vitamin-H (=Biotin) fördert den Stoffwechsel von Haut und Haaren und kann durch Lebensmittel wie Leber aufgenommen werden. Biotin lässt sich einfach als Nahrungsmittelergänzung aufnehmen.
  • Vitamin-E hilft gegen trockene Haut und erhöht die Widerstandskraft von Haut und Haaren. Du findest einen hohen Vitamin-E Gehalt in Haselnüssen, Paprika und Sonnenblumenöl.

Weitere Infos zu verschiedensten Hautthemen findest Du auf www.hautinfo.at.

Grundsätzlich solltes Du beim Arzt vorab klären, um welches Schuppenproblem es sich genau handelt. Wenn dem Schuppenproblem eine Hautkrankheit wie Neurodermitis oder Psoriasis zugrunde liegt, muss diese medizinisch behandelt werden.

(Foto: Istockphoto©/cristi_m)

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