Social Business und sozialer Mehrwert

Das Hotel läuft als Social Business. Es muss sich selbst finanzieren. Öffentliche Zuschüsse bekommt es nicht. Für den ökonomischen Erfolg sollen fünf Branchenprofis und ein Jobcoach sorgen.Sie werden die Flüchtlinge im Arbeitsprozess begleiten und betreuen.
Nicht nur die Lobby unterscheidet das "Magdas" von anderen Hotels. Hier sieht der Gast die Fotos aller Mitarbeiter. Diese erzählen auch von sich, von Flucht, Vertreibung und Neuanfang. Das Hotel ist auch eine Begegnungsstätte. Touristen, Geschäftsreisende und ungewöhnliche Gastgeber treffen hier zusammen. So bietet das "Magdas" auch einen Fahrradverleih und eine Bibliothek an.


Vorurteile gegenüber Asylsuchenden abbauen, auch das ist ein Wunsch der Mitarbeiter. Maryam aus Marroko spricht 5 Sprachen und wartete 12 Jahre auf ihren Asylbescheid. Sie flüchtete, weil sie als lesbische Frau in ihrer Heimat verfolgt wurde. Heute ist sie Servicekraft. Der Afghane Sameer dagegen lernt in der Küche, wie der perfekter Kaiserschmarrn zubereitet wird.
Es ist diese Symbolkraft, die das "Magdas" zu einem besonderen Hotel macht. Hier verdienen Flüchtlinge ihre eigenes Geld, sie zahlen Steuern und arbeiten. Und – sie zeigen für die Öffentlichkeit ein anderes Bild auf. Arbeitsam, fleißig, sie sprechen alle Deutsch, sie lernen jeden Tag dazu.

Was sagt der Hotelmanager?

Sebastiaan de Vos führt dieses Hotel. Er habe bei den Bewerbungsgesprächen Tränen in den Augen gehabt, gesteht er. Die Geschichte jedes seiner Mitarbeiter ist ihm bekannt. Wie die von Antonio, der aus dem Iran flüchtete, weil er politisch verfolgt wurde. Heute ist Antonio Rezeptionist.


Lange vor der Eröffnung suchte de Vos das Gespräch mit Nachbarn, warb um Vertrauen. Er hofft, dass für die Gäste auch die Gespräche und Erlebnisse mit seinen Mitarbeitern eine Bereicherung darstellen.
Und er wünscht sich Nachahmer für sein Projekt, europaweit.

Fotos: pixabay.com

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