Unser Gehirn - ein Kunstwerk

100 pieces - 060 (Bild: daniel.stark / Flickr)

Schlaganfall - Wie kommt es dazu?

 

Das Wort Schlaganfall, kennt bestimmt jeder und auch dieser Bericht hilft dabei, einem Gänsehautschauer über den Rücken zu jagen. Doch sich dem Unbekannten zu stellen, ist mit ziemlicher Sicherheit besser, als ein unbekanntes Gefahrenpotential zu ignorieren, dass viele nur dem unangenehmen Namen nach kennen.

Die Gründe und Faktoren, wie und warum es letztendlich zu einem Schlaganfall kommt, sind sehr unterschiedlich. Die größten Gefahren, lassen sich jedoch im Bereich der Blutgefäße ausmachen. Kommt es dort zu Ablagerungen, zum Anschwemmen von Blutgerinnseln oder zum Abwandern von Partikeln aus diesen Ablagerungen, besteht ein erhebliches Risiko einen Hirninfarkt zu erleiden. Vor allem leichtere Formen des Schlaganfalls, gehen zumeist auf verstopfte oder bereits krankhaft geschädigte Gefäßwände zurück. Oftmals ist jedoch ein Vorhofflimmern, eine bestimmte Form der Herzerkrankung schuld an der Entstehung von Blutgerinnseln, die dann aus dem Herzvorhof, direkt über die zentralen Blutbahnen bis ins Gehirn gelangen können. Aber auch im Bereich der Halsschlagader können Verstopfungen durch Ablagerungen auftreten, die den dringend benötigten Blutfluss zum Gehirn stören und einschränken können. Auch hier besteht wiederum die Gefahr, dass sich Teilchen aus dieser Verstopfung lösen und über die Blutbahnen weiter wandern und somit eine neue, ganz eigenständige Gefahrenquelle eröffnen.

Die lebensbedrohlichen Schlaganfälle, ereignen sich jedoch zumeist im Bereich der so genannten Basiliaris – Arterie, die unter anderem für die Unterhaltung der Atmung für den Organismus unerlässlich ist. Aber auch die "Mittlere Hirnaterie", ist laut Auskunft der Ärzteschaft, eine der zentralen Adern, die zahlenmäßig am meisten bei besonders heftigen Schlaganfällen in Mitleidenschaft gezogen wird. Insgesamt werden 80-85 % der Hirninfarkte, verstopften oder wie bereits beschrieben, verengten Blutgefäßen zugeschrieben. Lediglich 15-20 % lassen auf anderweitige Blutungen als Verursacher schließen.

 

Moderne Medizin - Helfende Hand der Diagnostik

Medizinisches Großgerät - Tomotherapy Hi Art (Bild: digital cat  / Flickr)

Die Gefahrenquellen selbst minimieren - Wirksamkeit bis zu 80 %

 

Bei all den Unwägbarkeiten, die diese erschreckende und unliebsame, aber keineswegs uninteressante Thematik so mit sich bringt, stellt sich jedoch die eigentliche und zentrale Frage, was kann ich selbst tun um die Gefahr eines Schlaganfalls zu verringern? Die positive Antwort lautet, eine ganze Menge.

Zum einen, wird im Nikotinkonsum, also im Rauchen ein erhebliches Gefahrenpotential für vielerlei Krankheiten ausgemacht, zu denen nicht nur der Krebs, sondern auch der Schlaganfall gehört. Das Einstellen des Tabakkonsums, wäre hier schon ein guter Schritt in die richtige Richtung, um mit der Prophylaxe zu beginnen. Das dieser Schritt, vielen Menschen aufgrund des latenten Suchtpotentials von Nikotin mehr oder minder schwer fällt, ist dabei natürlich ein ganz eigenständiges Problem. Doch angesichts der drohenden Gefahren, die sich im Dunst des Tabaks verbergen, findet sich für viele Leute eine erste Motivation, die auf reinen Vernunftgründen basiert. Ein weiterer wichtiger Punkt, den geliebten Glimmstängeln zu entsagen, könnten die nicht unerheblichen Kosten sein, die mit dieser Leidenschaft verbunden sind. Statt die Tabaksteuer in Rauch aufgehen zu lassen, könnte man sich mit dem Ersparten statt dessen, den einen oder anderen kleinen Wunsch erfüllen, um einen weiteren positiven psychologischen Anreiz zu schaffen und zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Und vor allem die Gesundheitsbilanz kann sich sehen lassen. So können selbst Raucher, die dem Tabak dauerhaft entsagen, innerhalb von etwa 5 Jahren, das deutlich verminderte Schlaganfallrisiko von passionierten Nichtrauchern erlangen. Allein dies ist schon Grund genug, dass eigene Verhalten zu überdenken.

Doch es gibt noch bedeutend mehr was wir selbst tun können. Nicht nur das Unterlassen von schädigenden Gewohnheiten, sondern auch aktives Verhalten zahlt sich aus. Die Rede ist von regelmäßiger sportlicher Betätigung, natürlich im Rahmen der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit. Wer sich unsicher ist, kann sich durchaus von seinem Hausarzt beraten lassen. Aber ganz allgemein, dem Durchschnitt der Bevölkerung entsprechend, wird dreimal die Woche ca. eine halbe Stunde Sport empfohlen, um der Gesundheit auf die Sprünge zu helfen und einem Schlaganfall vorzubeugen. Das körperliche Betätigung tatsächlich sinnvoll ist, belegen empirischen Erkenntnisse, wonach sich ein zu hoher Blutdruck, als unmittelbares Gefahrenpotential in Sachen Schlaganfall regulieren lässt. Auch die Bilanz zwischen Körperfett und Blutfettwerten, kann durch eigene Anstrengungen positiv beeinflusst werden und bilden einen eigenständigen, latenten Gefahrenfaktor, der deutlich minimiert werden kann. Doch was machen Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer, nicht intensiv sportlich betätigen können? Wer dazu nicht in der Lage ist, sollte spazieren gehen, nicht nur eine halbe Stunde, sondern nach Möglichkeit mehrere Stunden pro Woche; besonders wirksam in einer schnelleren Gangart. Als Richtwert für einen guten Blutdruck gelten derzeit Werte unter 140/90 mmHG (Millimeter Quecksilbersäule) und nicht über 120/70 mmHG, so die Meinung vieler Neurologen.

Obst und Gemüse - Gesunde Ernärung als Schlüsselelement

obst (Bild: blunews / Flickr)

Richtig essen - gute Ernährung - Nahrung als Schlüsselelement zur Gesundheit

 

Ein weiterer bedeutender Schritt, um dem Hirninfarkt ein Schnippchen zu schlagen, ist unsere Nahrungszufuhr. Oftmals ernten wir am Ende das, was wir uns zuvor mit Messer und Gabel selbst zugeführt oder zugefügt haben. So sind denn Kalorien im Übermaß besonders schädlich, da die Blutfettwerte und unser Blutzuckerspiegel eine bedeutende Rolle spielen und diese auch mit dem Faktor der körperlichen Bewegung korrespondieren. Statt auf fettige Nahrung zu setzen, sollten Fisch, Vollkornprodukte, Gemüse und vitaminreiches Obst, neben einer salzarmen Ernährung im Vordergrund stehen. Auch der Genuss von Alkohol, sollte nur in Maßen praktiziert werden, um gesund zu bleiben und dieses wirklich hohe Gut zu achten.

Weitere Gefahrenpotentiale

Leider gibt es jedoch noch einige weitere latente Gefahren, die erst in jüngster Zeit näher untersucht werden und so in den Focus der Mediziner rücken. So stellen denn auch Aussetzer der Atmung im Schlaf, Ausbuchtungen der Gefäße, medizinisch auch Aneurysmen genannt, eine Gefahr für den Menschen dar. Weitere Risiken lassen sich bei Frauen, in der Hormontherapie ausmachen und ganz allgemein in Stress und Depressionen. Aber auch bei diesen wirkt sich körperliche Bewegung zum Stressabbau und lebendiger Selbsterfahrung günstig auf das Wohlbefinden aus. Übungen zum Stress – und Spannungsabbau in der Entspannung, sind neben dem positiven Denken, ein bedeutender Faktor zur umfassenden Gesundheit, die Leib und Seele stets im Einklang wissen muss oder sollte.

 

Die Arterien des menschlichen Körpers

The Arteries of the Human Body (Bild: Ebenezer Sibly / AllPosters)

Schulmedizin gegen Schlaganfall

 

Bei all den beschriebenen Erkenntnissen, bleibt jetzt jedoch auch noch die Frage offen, was die Schulmedizin direkt leistet, um dem Menschen und seinem Leiden zu begegnen. Das Vorgehen, in Sachen Schlaganfall, ist keineswegs einfach abzuwägen. So wird jedoch fast immer eine OP nötig, wenn bereits Störungen des Blutflusses vorliegen. Allgemein ist der Rahmen des Handlungsspielraums jedoch eng gesteckt und sollte bei einer 60-prozentigen Aderverengung erfolgen. Das Gesamtgefahrenpotential dabei einen Hirninfarkt zu erleiden, sollte jedoch nicht mehr als 2,9 Prozent betragen. Der 3% Richtwert darf keinesfalls überschritten werden. Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass jede Behandlung mit Kathetern oder eine OP, die ja gedacht sind den Risikoherd zu entschärfen, auch selbst einen Schlaganfall auszulösen vermögen. Daher ist ein genaues Abwägen unumgänglich, zumal die gefährlichen Gefäßablagerungen in Richtung Gehirn im Schnitt jeden 5 Schlaganfall verursachen. Andererseits gibt es natürlich auch Patienten und Fälle, wo eine OP zwar geboten wäre, aber nicht in Frage kommt. Zu diesen zählt beispielswiese eine Halsschlagader, die eine immense Verengung aufweist. Es gibt jedoch auch Medikamente, die zur Kategorie der so genannten "Blutplättchen – Hemmer" gehören; diese werden jedoch nur an Patienten verabreicht, bei denen es bereits zu einem Schlaganfall oder dessen bereits beschriebener Vorstufe gekommen ist. Auch aus diesem Grunde ist ein schnelles Handeln erforderlich, da im Rahmen dieser medikamentösen Behandlung, möglicherweise weiteres Unheil für den Patienten abgewendet werden kann. Eine weitere wichtige Gruppe, sind gerinnungshemmende Medikamente, die auf das Herz abzielen oder besser gesagt, auf die Blutgerinnsel, die durch ein Vorhofflimmern verursacht werden. Jeder dritte bis vierte Schlaganfall, geht auf diese spezielle Form des Herzleidens zurück.

Schnelle Hilfe bedeutet ein Leben zu retten

An Ambulance Rushes Past at Night (Bild: Stephen St. John / AllPosters)

Praktische Hinweise um einen Hirninfarkt zu erkennen - Tests und Fragen helfen weiter

 

Zum Abschluss der informativen und hoffentlich hilfreichen Exkursion in die Welt des heimtückischen Apoplex, gibt es hier ganz zum Schluss, noch einige wichtige praktische Hinweise, um einen Schlaganfall bei einem Mitmenschen schnellstmöglich zu erkennen.

Gerade dann, wenn die Symptome nicht eindeutig festzumachen sind, was leider manchmal der Fall ist, sollten einfache Tests und Fragen weitere Klärungen der Situation bringen. Zunächst einmal sollte das Sprachvermögen untersucht werden, da das Sprachzentrum häufig in Mitleidenschaft gezogen wird, wenn es zu einem Infarkt des Gehirns gekommen ist. Es ist im Prinzip ganz einfach. Bringen sie ihren Mitmenschen auf einfühlsame Weise dazu, einen gewöhnlichen Satz, wie etwa; dass ist ein sehr schönes, großes Gemälde, nachzusprechen. Hierbei darf sich kein Fehler einstellen. Weitere Überprüfungsmöglichkeiten, lassen sich an einer möglicherweise gestörten Motorik festmachen. So stellt sich die Frage, ob der Patient in der Lage ist, auf Anfrage, ein einfaches Lächeln zu zeigen oder beide Arme gleichzeitig in die Luft zu erheben und dabei die Handinnenflächen nach oben zu halten. Auch wenn nur eine Störung bei diesen Tests, die alle nacheinander abgefragt werden sollten, vorliegt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass tatsächlich ein Schlaganfall vorliegt. In jedem Falle sollte eine rasche Abklärung von Spezialisten erfolgen, um möglicherweise weitere fatale Folgeschäden auszuschließen. Das sich diese Testkriterien als wirksam erwiesen haben, lässt sich am Einsatz dieser Praktiken bei Notfallmedizinern und Sanitätern ableiten, die hier mit dem Bedürfnis des Laien gut und praktikabel zusammenarbeiten, um eine Erstdiagnose zu stellen, die Leben retten hilft und auch die Chance bietet, einer schwerwiegenden Behinderung zu entgehen, da der Schlaganfall, der häufigste Grund für Behinderungen bei Erwachsenen ist und nicht etwa tragische Unfälle, wie irrtümlich oft angenommen wird. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich stets wachsam und aufmerksam zu bleiben, um dem Leben zu seinem Recht auf Fülle und Gesundheit im Miteinander zu verhelfen.

 

Autor seit 3 Jahren
3 Seiten
Laden ...
Fehler!