Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht ...

Die Vogel- und die Schweinegrippe haben wir überstanden und keine Sau spricht mehr davon. In Deutschland wurde meiner Schätzung nach weniger als die Hälfte der Einwohner dagegen geimpft, genaue Zahlen sind schwer erhältlich, und nun etwas mehr als ein halbes Jahr später, ist die Schweinegrippe in Vergessenheit geraten. Sollte die Impfung das bewirkt haben, die wahrscheinlich deutlich weniger als die Hälfte der Bevölkerung erreichte? Kaum, und deshalb gehe ich davon aus, dass die Impfaktionen Mittel zum Zweck waren, die Kassen der "notleidenden Pharmaindustrie" zu füllen.

Andererseits wird nun aktuell in den Medien, wie ich denke sehr berechtigt, vor einer von Mücken übertragenen Viruserkrankung gewarnt. Unter dem Hintergrund der glücklicherweise nicht eingetroffenen prekären Auswirkungen von Vogel- und Schweinegrippe, besteht jetzt jedoch die Gefahr, dass berechtigte Warnungen auf eine bisher allgemein weniger bekannte, durch Mücken übertragene Viruserkrankung, nicht mehr ernst genommen werden.

Gegen Malaria und Dengue-Fieber gibt es keine Impfungen

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben Jahr für Jahr etwa eine Million Menschen an Malaria. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen wird auf 300–500 Millionen Fälle pro Jahr geschätzt. 90 % der Erkrankten leben auf dem afrikanischen Kontinent.

Ähnlich verhält es sich beim Dengue-Fieber: Es wird von 50 - 100 Millionen Erkrankungen mit 22.000 Todesfällen im Wikipedia berichtet und auch hier wieder lassen sich die meisten Erkrankungen bei den Einwohnern der Länder finden, die den sog. "Dritten Weltländern" angehören. 

Weder gegen Dengue noch gegen Malaria existieren Impfstoffe, obwohl die Zahl der Erkrankten mit zusammen mehr als einer halben Milliarde enorm ist. Ein riesengroßer Markt für Pharmas, für den es sich theoretisch lohnen sollte Forschungen zu betreiben, wenn da nicht die Sache mit den Finanzen wäre. Afrikaner können für Arzt- und Medikamentenkosten durchschnittlich etwa 8 Euro pro Person jährlich ausgeben. Wegen dieser geringen Mittel sinkt offensichtlich das Interesse und der Handlungsbedarf der Pharmaindustrie ins Unendliche.

Das geschah auch mit dem Wirkstoff Eflornithin, gegen die Schlafkrankheit, an der jährlich 500.000 Menschen in Afrika sterben. Da das Medikament wegen Armut der Betroffenen nicht gewinnbringend vermarktet werden konnte, wurde die Herstellung eingestellt. Eflornithin ist nun als Kosmetikum zur dauerhaften Haarentfernung zu gewinnbringenden Preisen erhältlich.

Globale Erwärmung, Grund für häufigere Erkrankungen?

Denguefieber tritt in tropischen und subtropischen Gebieten periodisch auf. Zu den Hauptverbreitungsgebieten gehören Lateinamerika, Zentralafrika, Indien, Südostasien, und der Süden der USA. Die Schätzungen der WHO gehen von jährlich 50 bis 100 Millionen Erkrankungen aus. Diese Zahlen scheinen sich nun von Jahr zu Jahr signifikant zu steigern.Bild-Online erwähnt allein in Vietnam im laufenden Jahr 7300 Erkrankungen, eine 10fach höhere Zahl als im Jahr zuvor. Ähnlich ist die Entwicklung in Venezuela und Brasilien. Selbst in Ägypten, das bisher als frei von Dengue war sind Erkrankungen aufgetreten und nach Deutschland wurden im vergangenen Jahr 290 eingeschleppte Fälle gemeldet.

Stichwort Ägypten: Obwohl dem Namen der übertragenden Mücke, Aedes aegypti, entnommen werden kann, dass sie in diesem Land "heimisch" ist, war sie dort bisher nicht von diesem Virus verseucht. Es kann deshalb vermutet werden, dass die globale Erwärmung die Ausbreitung des Virus in vormals kältere Regionen begünstigt und dass zukünftig wahrscheinlich auch die nördlichen Mittelmeerländer dazu gehören werden.

Hohes Fieber, Starke Schmerzen - "Knochenbrecher-Fieber"

Die Übertragung von Dengue-Fieber geschieht durch Stechmücken, die sowohl tag- aber auch nachtaktiv sind. Die Inkubationszeit beträgt 2-14 Tage. Danach kommt es zu grippeähnlichen. Erscheinungen, wie hohem Fieber, starken Kopf- und Gliederschmerzen sowie Druckschmerz hinter den Augen. Die starken Gliederschmerzen sind Grund für den deutschen Namen der Krankheit, "Knochenbrecher-Fieber". Die akuten Symptome klingen nach etwa einer Woche ab und insgesamt ist eine Ersterkrankung verhältnismäßig gutartig und heilt meist komplikationslos aus.

Bei Zweitinfektionen kommt es zu Blutungen in die Organe und Gewebe. Es kann deshalb zu totalen Kreislaufzusammenbrüchen mit Todesfolge kommen. Wegen der vielen Hämatome sehen die Kranken oftmals auch noch Wochen nachdem die Erkrankung ausgeheilt ist aus, als wurden sie kräftigst verprügelt.

Da eine Diagnose durch Antikörpernachweis erst ab dem 4. Krankheitstag gestellt werden kann, sollte in den betreffenden Ländern zur Fiebersenkung kein Aspirin verwendet werden, weil sich dadurch die Gefahr innerer Blutungen noch steigert. Ansonsten existieren keine spezifischen Medikamente und keine Schutzimpfungen gegen Dengue.

Prophylaxe ist alles

Da es gegen Dengue weder Schutzimpfungen noch speziell wirksame Medikamente gibt, ist Vermeidung durch Vorbeugung einziger Weg. Als Tourist am Meeresstrand sind Sie wegen des dort meist vorhandenen Windes verhältnismäßig sicher. Die Gefahr könnte aber schon im Hotelzimmer beginnen. Wählen Sie hier möglichst nur Zimmer mit intakten Mückenfenstern und einem Moskitonetz über dem Bett. Sprühen Sie den Raum darüber hinaus mit Mückensprays aus. Sollten diese Schutzmaßnahmen nicht vorhanden sein, dann benutzen Sie eine Langzeit-Schutzlotion an allen frei zugänglichen Stellen des Körpers. Bei Exkursionen bekleiden Sie sich möglichst so, dass keine Mücke den Weg zu Ihrem Körper findet. Hände und Gesicht sollten auch ebenfalls mit einer Mückenlotion eingerieben werden.

Ich weiß, meine Vorschläge sind wenig komfortabel, aber Sie verzichten bei Landausflügen während einer arktischen Kreuzfahrt ja auch nicht auf dicke, warme Kleidung. Also, andere Länder, andere Vorsichtsmaßnahmen. Ich wünsche allen einen gesunden Tropenurlaub.

Klaus_Radloff, am 26.08.2010
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