Der demographische Wandel, insbesondere das Altern der Bevölkerung in Deutschland, gehört zu den gravierenden gesellschaftlichen Veränderungen und inzwischen auch zu den meistdiskutierten Themen unserer Zeit. Es bedeutet Belastung, Herausforderung, aber auch Chancen gleichermaßen. Dieser Wandel ist sowohl auf der gesellschaftlichen als auch auf der individuellen Ebene spürbar. Bald schon kennt fast jeder jemanden, der die Eltern oder andere Senioren pflegt oder betreut.

 Die Zahl der Älteren steigt

Die Zahl der 65-jährigen und Älteren wird von jetzt etwa 16 Millionen auf über 22 Millionen im Jahr 2030 ansteigen. Im Jahr 2050 dürfte jeder dritte Einwohner in Deutschland 65 Jahre und älter sein. Dabei spielt auch die erhöhte Lebenserwartung eine Rolle, die Zahl der über 90-jährigen hat sich beispielsweise seit 1990 mehr als verdoppelt. Parallel dazu steigt die Zahl der Pflegebedürftigen. Die Mehrheit (82%) der Pflegebedürftigen ist 65 Jahre und älter. Ein Drittel davon ist über 85 Jahre alt. Mehr als die Hälfte (68 %) davon sind Frauen. Von diesen pflegebedürftigen Personen werden mehr als zwei Drittel zu Hause gepflegt.

Chancen für neue Berufe

Neben Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten stellen sich immer mehr Dienstleister auf Senioren ein. Mobile Fußpflege, mobile Friseure, mobile Textilhändler suchen ihre Kunden verstärkt im Seniorenbereich. Bundesländer bilden Seniorenbegleiterinnen und Seniorenassistentinnen aus, hinzukommen auch spezielle Berufe, die auf Senioren mit Demenz ausgerichtet sind.

Der Beruf einer Seniorenbegleiter/in

Die Ausbildung zur Seniorenbegleiterin dauert etwa 6 Monate und beinhaltet ein begleitendes Praktikum von mindestens 20 Stunden in einer Senioreneinrichtung. Einige Einrichtungen, wie etwa das Evangelische Familienbildungswerk, bilden diese neuen Berufe kostenlos aus. Andere Anbieter verlangen je nach Zertifikat bis zu 1000 Euro für die Ausbildung. Auch der TÜV bietet Ausbildungen im Seniorenbereich.

Die Seniorenbegleiterin beschäftigt sich mit den Senioren, tätigt Besorgungen, organisiert den Haushalt, begleitet auf Spaziergängen, zum Arzt oder auf Ausflügen. Dies kann sowohl im Ehrenamt, wie auch auf selbständiger Basis oder im sogenannten Minijob ausgeübt werden.Der Bedarf an Seniorenbegleiterinnen und / oder Seniorenassistentinnen wird angesichts der zu zuvor genannten Aussichten sicherlich noch steigen. Gesucht werden jetzt schon zahlreiche Seniorenbegleiter/innen im Ehrenamt von der Diakonie. Auch fast alle Hilfsorganisationen wie die Johanniter, Malteser oder das DRK suchen ausgebildetet Kräfte für den Einsatz bei Senioren.

Die Vorteile bei diesen neuen Berufen ist zunächst die große Dankbarkeit, die einem entgegen gebracht wird. Auch die meist freie Zeitplanung ist als Vorteil zu nennen. Ebenso sind die Gestaltungsmöglichkeiten und die eigene Kreativität, wie die Zeit mit den Senioren verbracht wird, ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Informationen, wie die Arbeit einer Seniorenbegleiterin aussieht, findet man zum Beispiel unter: www.seniorenbegleitung-cavkic.de


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