Viruserkrankung Herpes genitalis - Ein Virus, der im Körper bleibt

Es gibt verschiedene Herpesviren, die bei Betroffenen sehr unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen. Umgangssprachlich wird die Bezeichnung Herpes für eine bläschenbildende Entzündung der Haut und Schleimhaut der Lippen oder im Genitalbereich verwendet.

Erreger der Lippen- oder Genitalherpes

Lippenherpes oder Herpes genitalis werden durch die so genannten Herpes-Simplex-Viren der Typen 1 und 2 hervorgerufen. Zu den acht für den Menschen bedeutsamen Herpes-Viren zählen neben dem Epstein-Barr-Virus, dem Cytomegalie-Virus und dem Varizellen-Zoster-Virus (Ursache von Windpocken und Gürtelrose) noch drei Virenarten, deren Bedeutung nicht letztgültig geklärt werden konnte.

Hohes Ansteckungspotential von Herpes-Simplex-Viren

Die Herpes-Simplex-Viren sind vor allem deshalb gefährlich, weil sie ein sehr hohes Ansteckungspotential in sich tragen. Wenigstens drei von vier Menschen in Deutschland haben sich im Laufe ihres Lebens mit dem Herpes-Simplex-Virus Typ 1 infiziert, beim Typ 2 werden Ansteckungs-Zahlen bis zu 30 Prozent vermutet, allerdings liegen keine genauen Zahlen vor.

Die Besonderheit aller Herpes-Viren ist, dass sie nie ganz aus dem Körper verschwinden, sondern nach Abheilen der Symptome ihre Zell-Hülle verlieren, in die Nervenzellen wandern und dort zwar inaktiv, aber dennoch lebend überdauern. Dieser "Rastplatz" ist gut gewählt, denn das Immunsystem kann sie dort nicht entdecken. Erst nach Jahren kann es zu einem neuen Ausbruch der Krankheit kommen. Auch wenn diese auslösenden Faktoren noch nicht genau identifiziert sind, scheint klar, dass Medikamente, Stress, UV-Licht oder auch starke physische Belastungen Herpeserkrankungen erneut hervorrufen können.

Symptome bei Genitalherpes

Genital-Herpes ist eine Erkrankung, die durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Sie beginnt meist mit Juckreiz und kann zu Rötungen und/oder Bläschen an den Geschlechtsorganen (Penis, Vaginalschleimhaut) führen. Eine Infektion mit Herpes genitalis ist nicht nur eine sehr unangenehme Krankheit, sondern kann auch verschiedene Erkrankungen nach sich ziehen. Vor allem für Menschen mit schon geschwächtem Immunsystem (Lupus-Patienten, HIV-Infizierte) besteht die Möglichkeit, dass sich die Infektion mit Genital-Herpes auf andere Körperteile ausbreitet. Bei Patienten mit Immunschwäche-Erkrankungen kann Genital-Herpes schnell zu einer lebensbedrohenden Erkrankung werden.

Vulvovaginitis herpetica, Balanitis herpetica und Proktitis als Folgeerkrankungen

Zu den möglichen Folgeerkrankungen eines Herpes genitalis zählen vor allem die Vulvovaginitis herpetica, in deren Verlauf sich bei Frauen nach ungefähr sieben Tagen in Gruppen stehende Bläschen bilden, die meist im Bereich der Harnröhre, an der Scheide oder am Muttermund zu finden sind. Eine Vulvovaginitis herpetica kann Komplikationen wie Fieber, Lymphknotenschwellungen oder, bei problematischem Verlauf, eine Hirnhautentzündung zur Folge haben. Als weitere Folgeerkrankung gilt die Balanitis herpetica. Sie entspricht der Vulvovaginitis und betrifft vor allem Männern. Die Bläschen und Geschwüre bilden sich dann entweder nur an der Eichel (Balanitis) auf oder zusätzlich auch an der Vorhaut (Balanoposthitis). Die möglichen Komplikationen sind die gleichen wie bei einer Vulvovaginitis. Sowohl bei Männern als auch Frauen kann als Folgeerkrankung eine Proktitis (Entzündung der Darmschleimhaut) auftreten.

Therapie bei Herpes genitalis

Die Behandlung einer unproblematischen Infektion mit Genital-Herpes ist relativ einfach. Patienten können Cremes mit Antivirenmitteln verwenden, um die Symptome zum Abklingen zu bringen. Als sehr hilfreich gelten auch Zinksulfat-Salben, aber auch Hausmittel wie Aloe Vera, Honig oder Sitzbäder mit Kamillenextrakt. Bei der Selbstbehandlung sollte immer darauf geachtet werden, dass der Genitalbereich und die empfindlichen Schleimhäute nicht mit zu scharfen Mitteln in Berührung kommen. Bei wiederkehrenden oder starken Infektionen können Medikamente unter ärztlicher Aufsicht auch in Tablettenform oder als Infusion verabreicht werden. Manche empfehlen eine Bioresonanztherapie, allerdings ist diese Methode erst wenig erforscht. Da es bisher keine Möglichkeit gibt, die Herpesviren endgültig zu beseitigen, ist es dann notwendig, das Immunsystem zu stärken und es so zu wappnen. Als sehr erfolgreiche Behandlungsmethoden gelten auch die Eigenbluttherapie, die Gabe von Herpes-Nosoden (verdünnte Herpesviren) als Methode der Homöopathie oder Thymus-Extrakten, ein Verfahren aus der Komplementärmedizin.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Autor seit 5 Jahren
207 Seiten
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