Unternehmensdaten 2014

Am 27.02.2015 hat die Salzgitter AG die Eckdaten zum Geschäftsjahr 2014 veröffentlicht. Die zentralen Aussagen sind: 

  • Nettofinanzvermögen von 400 Mio. Euro
  • Solide Bilanz, Eigenkapitalquote von 34 %
  • Starker Ergebnisbeitrag aus dem Restrukturierungsprogramm "Salzgitter AG 2015"
  • Fast ausgeglichenes Ergebnis mit - 15 Mio. Euro (Verbesserung um fast 500 Mio. Euro)
  • Verzinsung eingesetztes Kapital (ROI) von 1,8 % (Vorjahr - 10 %)
  • Umsatzrückgang auf ca. 9,0 Mrd. Euro
  • Cash-Flow-Abfluss gestoppt
  • Prognose 2015: Vorsteuerergebnis im unteren zweistelligen Millionen-Bereich

Insgesamt hat die Salzgitter AG sich im vergangen Geschäftsjahr deutlich verbessert. Trotz Umsatzrückgang von ca. 300 Mio. Euro konnte eine wesentliche Ergebnisverbesserung erzielt werden. Das Ergebnis weist nur noch einen geringen Verlust aus.

Trotz dieser positiven Entwicklung gab der Vorstand für das Jahr 2015 eine vorsichtige Ergebnisprognose ab. Der Vorsteuergewinn dürfte 2015 im unteren zweistelligen Millionen-Bereich liegen.

Kursreaktion an der Börse

 

Salzgitter

 

 

 

 

 

 

Quelle: Finanzen.net

Der Chart zeigt, dass der Kurs auf die Mitteilung stark reagiert hat. Der Aktienkurs hat sich um etwa. 6,7 % ermäßigt auf ca. 25,60 Euro. Was waren die Gründe hierfür?

Als Hauptursache wird die schwache Ergebnisprognose für das Jahr 2015 genannt. Der Markt hatte eine deutlich bessere Ergebnisprognose erwartet. Daraufhin setzte eine sehr starke Verkaufswelle ein, das führte zu diesem starken Kursrückgang. Mittlerweile konnte sich die Aktie wieder stabilisieren, notiert jedoch immer noch im Bereich von 25,0 Euro.

Beurteilung der Eckdaten des Geschäftsjahres 2014.

Ergebnisverbesserung

Wenn man davon ausgeht, dass die Salzgitter AG in den Vorjahren erhebliche Verluste verzeichnet hat, ist die deutliche Ergebnisverbesserung sehr positiv zu werten. Neben der Stabilisierung des Marktumfeldes im Stahlbereich, geht diese Ergebnisverbesserung in hohem Maße auf das Restrukturierungsprogramm 2015 zurück. Erklärtes Ziel war die Senkung der Kosten. Hier ist die Salzgitter AG ein gutes Stück vorwärts gekommen. Die Ergebnisverbesserung wird sich in 2015 fortsetzen. Das Volumen der Kostenreduzierung in 2015 bleibt abzuwarten, der Vorstand hat jedoch erklärt, dass das Programm konsequent fortgesetzt wird. Sehr positiv zu werten ist, dass die Ergebnisverbesserung trotz einem Umsatzrückgang von ca. 300 Mio. Euro erzielt werden konnte. Dies zeigt, dass es dem Konzern in hohem Maße gelungen ist, die Ergebnismargen zu verbessern.

Cash-Flow und Nettofinanzvermögen

Der Cash-Flow der vergangen Jahre war stets negativ, so dass das Nettofinanzvermögen stark zurückgegangen war. In 2014 konnte hier eine Trendwende erreicht werden. Der Cash-Flow ist erstmals wieder positiv. Das Nettofinanzvermögen konnte deutlich auf 400 Mio. Euro verbessert werden. Somit verfügt die Salzgitter AG wieder über eine verbesserte Finanzlage. Zwar ist diese noch nicht als komfortabel zu bezeichnen, wichtig ist der Trend. Das Nettofinanzvermögen dürfte sich auch in 2015 weiter erhöhen.

Eigenkapital

Mit einer Eigenkapitalquote von 34 % ist die Bilanz als sehr solide zu bezeichnen. Diese Ausgangsbasis zeigt, dass das wirtschaftliche Eigenkapital von ca. 3,0 Mrd. Euro deutlich höher liegt als die Marktkapitalisierung mit ca. 1,6 Mrd. Euro. Vergleicht man die Eigenkapitalquote beispielsweise mit der Thyssen AG, diese hat eine Eigenkapitalquote von 8,2 %, so zeigt dies, dass die Salzgitter AG hervorragend aufgestellt ist.

Kursprognose

Trotz des Kursrückgangs dürfte die Aktie über ein hohes Aufwärtspotential verfügen. Vorerst gilt die Kursrange von 25 bis 27 Euro. Es kommt jetzt darauf an, wie das Marktumfeld diese Eckdaten verarbeitet. Überwiegt der Pessimismus aufgrund der Prognose für 2015 bewegt der Kurs sich weiterhin um 25 Euro. Liegt der Focus stärker auf der starken Ergebnisverbesserung mit Aussicht auf Fortsetzung in 2015 kann eine Kursverbesserung auf 27 Euro gelingen.

Neben diesen wirtschaftlichen Daten führen Sanktionen gegen Russland zu erheblichen Belastungen bei Salzgitter. Das Aus der South Stream traf den Konzern erheblich, hier bleibt abzuwarten, wie es mit der Pipeline weitergeht.

Entscheidend ist natürlich auch das Marktumfeld im Stahlbereich. Es dürfte weiterhin angespannt bleiben. Jedoch gab China jüngst bekannt, dass seine Stahlnachfrage auch langfristig groß sein wird. Die Preisreduzierung am Stahlmarkt durch China dürfte daher nur vorübergehend sein.

Insgesamt glaube ich hat der Markt stark übertrieben auf die "schlechte" Ergebnisprognose für 2015. Man muss auch berücksichtigen, dass es sinnvoll ist, vorsichtige Prognosen abzugeben. Eine spätere Reduzierung von Prognosen führt zu massivem Vertrauensverlusten, dies musste die Bilfinger AG erleben. Sollte das Geschäftsjahr sich besser entwickeln als erwartet, stärken positive Berichte das Vertrauen der Anleger. Dies kann zu Kurssteigerungen führen.

Die Salzgitter AG hat weiterhin positives Potential, der Kurs wieder die Marke von 30 Euro überschreiten.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der Aktie dar. Eine individuelle Finanzberatung dürfen nur Banken sowie Finanzberater vornehmen. Hierbei sind die persönlichen Daten des Anleger zu berücksichtigen. Bei dem Artikel handelt es sich um die persönliche Meinung des Autors.

Der Autor verfügt über einen sehr geringen Bestand an Aktien des Unternehmens, so dass sich keine größeren Interessenkonflikte ergeben.

 

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