Wann ist Karfreitag?

Der Karfreitag ist der Freitag vor Ostern. Er gehört zu den Osterfeiertagen und ist ein gesetzlich festgelegter (kirchlicher) Feiertag.

Was bedeutet der Begriff?

Der Begriff "Kara" geht auf das althochdeutsche Wort "chara" = Kummer, Trauer, Klage zurück.. Auch im englischen "care" kann man diese Verbindung noch entdecken. Der Karfreitag ist der Buß- und Trauerfreitag der katholischen Kirche. Man bezeichnet ihn auch als "stillen Freitag".

Im Englischen verwendet man entweder den Begriff "Black Friday", aber auch den Begriff "Good Friday". Auch Martin Luther soll den Karfreitag den "guten Freitag" genannt haben.

Auch der auf den Karfreitag folgende Ostersamstag – der Tag der Grabesruhe – wird häufig als Karsamstag oder Karsonnabend bezeichnet.

Wem und warum ist der Karfreitag wichtig?

Für die christliche Kirche ist der Karfreitag deshalb wichtig, weil er als Todestag Jesu gilt.

Schon seit dem 2. Jahrhundert (und wahrscheinlich sogar schon früher) wurde dieser Tag als Trauertag begangen. Der Karfreitag ist der Trauerfreitag der Römisch-Katholischen Kirche.

Was geschah damals am "Karfreitag"?

Jesus wurde zum Tode verurteilt, ans Kreuz genagelt und getötet – in der Antike eine gängige Form der Hinrichtung.

Ein religiöses Kinderbuch erklärt es in ganz einfachen Worten: Jesus hängt am Kreuz. Er hat Schmerzen. Er stirbt. Er wird ins Grab gelegt.

15 Uhr gilt als die Sterbestunde Jesu, deshalb feiert die christliche Kirche noch heute um diese Zeit am Nachmittag ihre Karfreitagsgottesdienste. Die Leidensgeschichte Jesu wird vorgelesen und die Gläubigen ziehen am Kreuz vorbei (Kreuzverehrung). Das Kreuz ist eines der wichtigsten Symbole für diesen Tag: Es gilt als Zeichen des Leidens, aber auch als Zeichen der Hoffnung.

Der Karfreitag ist zwar ein Trauertag, doch ohne die Kreuzigung und den Tod Jesu wäre auch die Auferstehung nicht möglich, die am Ostersonntag als wichtigstes christliches Fest gefeiert wird.

Was ist die Karfreitagsruhe?

Der Karfreitag gehört wie der Totensonntag und der Volkstrauertag zu den drei stillen Tagen, die in Deutschland gesetzlich festgelegt sind.

Am Karfreitag soll nicht gefeiert werden, es herrscht das sogenannte Tanzverbot. Das bedeutet: Verschiedene öffentliche Veranstaltungen (Sportveranstaltungen, Wochenmärkte, Volksfeste ..) sind am Karfreitag verboten oder nur eingeschränkt erlaubt.

Ob die Karfreitagsruhe heute noch zeitgemäß ist, wird immer häufiger diskutiert.

Der Karfreitag gilt jedoch auch manch Nicht-Christen als Tag der Besinnung, der Einkehr und der Ruhe. Die Kieler Nachrichten schreiben: Denken statt tanzen. Still statt schrill. Zeit finden, Zeit nehmen.

Wer sich nicht an das Tanzverbot hält, muss mit einem Bußgeld rechnen – in Bayern können das sogar bis zu 10 000 Euro sein.

Was am Karfreitag erlaubt ist und was nicht, hat die Stadt Köln auf ihrer Website zusammengefasst: Verbote an Feiertagen

In welchen Ländern ist der Karfreitag ein Feiertag?

In welchen Ländern der Karfreitag außerdem noch als gesetzlicher Feiertag gilt, darüber informiert der Feiertagskalender.

Warum essen manche Menschen am Karfreitag kein Fleisch?

Wie der Aschermittwoch gehört auch der Karfreitag zu den zwei kirchlich vorgeschriebenen strengen Fastentagen. Er ist der strengste Tag der 40 Tage dauernden Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern.

Am Karfreitag sollen gläubige Katholiken zwischen 18 und 60 Jahren nur eine einzige Mahlzeit zu sich nehmen, Alkohol und Fleisch sind nicht erlaubt.

Viele Gläubige essen am Karfreitag Fisch statt Fleisch. In früheren Zeiten wurde oft deshalb auf Fisch zurückgegegriffen, weil er günstiger zu bekommen war als Fleisch.

Andere Quellen behaupten, dass am Karfreitag auch deshalb Fisch gegessen wird, weil der Fisch zu den wichtigsten Erkennungszeichen der frühen Christen gehört.

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