Gesetzliche Feiertage in Deutschland

An gesetzlichen Feiertagen herrscht Arbeitsruhe, d.h. diese Tage sind arbeitsfrei. Arbeitnehmer haben jedoch trotzdem Anspruch auf Bezahlung. An Feiertagen herrscht Feiertagsruhe, ruhestörende Arbeiten sind verboten. Die Schulen bleiben geschlossen und auch die Geschäfte haben nicht geöffnet. Durch die Feiertagsruhe grenzen sich Feiertage von den normalen Werktagen und den Ruhetagen der Woche ab.

Gesetzliche Feiertage können sich auf das gesamte Bundesgebiet, aber auch nur auf bestimmte Bundesländer beziehen. Feiertage werden durch das Landesrecht bzw. die Gesetze der einzelnen Bundesländer bestimmt und geschützt. 

Von kirchlichen Feiertagen spricht man, wenn an einem Tag ein bestimmtes religiöses Ereignis im Vordergrund steht, z.B. am Karfreitag oder an Christi Himmelfahrt

Der 1. Mai (Tag der Arbeit) und Neujahr sind Beispiele für politische bzw. kalendarische Feiertage.

Feste und bewegliche Feiertage

Es gibt feste Feiertage bzw. Feiertage, die jedes Jahr zu einem bestimmten festgelegten Datum stattfinden - zum Beispiel die Weihnachtsfeiertage am 25. und 26. Dezember, der 1. Mai (Tag der Arbeit) oder der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober.

Bewegliche Feiertage haben jedes Jahr ein anderes Datum, meist sind sie abhängig vom Ostertermin. Das betrifft zum Beispiel kirchliche Feiertage wie Christi Himmelfahrt oder Pfingsten

Stille Tage bzw. stille Feiertage

Es gibt in Deutschland drei stille Tage, die gesetzlich festgelegt sind: Den Karfreitag, den Totensonntag und den Volkstrauertag. An diesen Tagen sind zusätzlich zur Feiertagsruhe noch weitere Einschränkungen zu beachten, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein können. 

Wichtig an den stillen Tagen ist vor allem das sogenannte Tanzverbot: Nicht nur Tanzveranstaltungen, sondern auch andere öffentliche Veranstaltungen (Sport, Unterhaltung, etc.) können an diesen Tagen in bestimmten Bundesländern verboten oder nur eingeschränkt zugelassen sein. Wer gegen das Tanzverbot verstößt, muss mit einer Geldstrafe rechnen.

Brückentage

Brückentage (manchmal auch als Fenstertage bezeichnet) sind Tage, die zwischen einem Feiertag und einem arbeitsfreien Tag liegen. Ein Beispiel ist der Freitag zwischen Christi Himmelfahrt (immer an einem Donnerstag) und dem Wochenende.

Arbeitnehmer nutzen diese Tage gerne für verlängerte Wochenenden oder die Urlaubsplanung.

Gesetzliche Feiertage in ganz Deutschland

Es gibt neun gesetzliche Feiertage, die für ganz Deutschland gelten.

Hier ein kurzer Überblick über ihr Datum und ihre Bedeutung:

  • Neujahr (1. Januar): Festlicher Anfang des neuen Jahres, der schon von den Römern gefeiert wurde

  • Karfreitag oder Stiller Freitag (Freitag vor Ostern): Trauertag in Erinnerung an den Tod von Jesus Christus, der an diesem Tag am Kreuz gestorben ist

  • Ostermontag (Montag nach dem Ostersonntag): 2. Tag des Osterfestes, das die Auferstehung von Jesus Christus feiert

  • Tag der Arbeit (1. Mai): Internationaler Feiertag, den es schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gibt. Ursprünglich wurde er festgelegt, um für die Einführung des 8-Stunden-Tages zu demonstrieren.

  • Christi Himmelfahrt (am Donnerstag 40 Tage nach Ostern): Nach seiner Auferstehung kehrt Jesus Christus an die Seite Gottes zurück, er "fährt in den Himmel" 

  • Pfingstmontag (Montag nach dem Pfingstsonntag, der 50 Tage nach Ostern stattfindet): 2. Tag des Pfingstfestes - ein Freudenfest, das den Tag feiert, an dem die Apostel den Heiligen Geist empfangen und die Botschaft Gottes der Welt verkünden. Dieser Tag gilt auch als Geburtsstunde der christlichen Kirche. 

  • Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober): Seit 1990 wird mit diesem Tag der Wiedervereinigung Deutschlands gedacht 

  • 1. und 2. Weihnachtsfeiertag (25. und 26. Dezember): An Weihnachten wird die Geburt von Jesus Christus gefeiert

Regionale Feiertage in Deutschland

  • Heilige Drei Könige, auch Dreikönigstag oder Epiphanias (6. Januar): An diesem Tag feiern Christen die Ankunft der Heiligen Drei Könige, die gekommen sind, um das neugeborene Jesuskind zu sehen. Dieser Tag gilt in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt als Feiertag.

  • Fronleichnam (am 2. Donnerstag nach Pfingsten): Fronleichnam ist ein katholisches Kirchenfest. An diesem Tag wird der "Leib Christi" gefeiert - die Gläubigen erinnern sich beim Abendmahl daran, dass Jesus sein Leben (seinen "Leib") für sie gegeben und sein Blut für sie vergossen hat. Brot und Wein symbolisieren den Leib und das Blut Christi. Dieser Tag gilt in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und einzelnen Gegenden in Sachsen und Thüringen als Feiertag. 

  • Maria (Mariä) Himmelfahrt (15. August): Dieser katholische Feiertag erinnert an die Aufnahme Marias in den Himmel, sie ist nun mit Körper und Seele bei Gott angekommen. Dieser Tag gilt in Bayern und Sachsen als Feiertag.

  • Reformationstag (31. Oktober): Dieser Tag erinnert an die Geburtsstunde der evangelischen Kirche und die von Martin Luther und seinen Anhängern eingeleitete Reformation - im Protest gegen die damalige Kirche konnte durch diese Protestanten eine neue Glaubensrichtung entstehen. Der Tag gilt in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen als Feiertag. 

  • Allerheiligen (1. November). An diesem Feiertag gedenken die Katholiken ihrer Heiligen. Der Tag gilt als Feiertag in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

  • Buß- und Bettag (der Mittwoch vor dem Totensonntag im November, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres): Ein Tag der Selbstbesinnung und der Buße für evangelische Christen - an diesem Tag sollen Sünden bereut und um Vergebung gebeten werden. Dieser Tag gilt nur in Sachsen als Feiertag. 

Festtage

Es gibt in Deutschland eine Reihe weiterer bekannter Festtage, die zu den nicht gesetzlichen Feiertagen gehören. An diesen Tagen ist also weder arbeits- noch schulfrei (zumindest nur in Ausnahmefällen), auch die Geschäfte haben in der Regel geöffnet.

Beispiele für diese Festtage sind:

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