Lebensraum

Der Kiebitz hat sich in den letzten Jahren an den Lebensraum "Kulturlandschaft" angepasst. Da sich auf Grund ökonomischer Veränderungen die Ackerflächen zugenommen haben, hat der Vogel hier eine Anpassung vorgenommen und brütet seit einiger Zeit verstärkt auf diesen Arealen.

Der Kiebitz gilt in Europa als ein sogenannter Kurz- und Mittelstreckenzieher und überwintert auf Grund des nahen Golfstromes und der damit verbundenen milden Winter vor allem in Westeuropa. In NRW tritt dieser in erster Linie als Brutvogel im Frühjahr auf. Hierbei bevorzugt er vegetationsarme und freie Bodenflächen. Die Jungvögel ernähren sich von auf den Boden lebenden Insekten. Das Nahrungsangebot der Eltern besteht aus Insekten wie Käfer, Heuschrecken, Larven, Regenwürmer und aus pflanzlicher Kost, soweit es Grünflächen in der näheren Umgebung gibt. 

Der Kiebitz besitzt übrigens ein einprägsames Erkennungsmerkmal, sein Kopf schmückt eine besonders zur Brutzeit mächtige Federholle. Markant sind die "Pie-witt" Rufe, so kann der Vogel kaum mit einem anderen Vögeln verwechselt werden. 

Zahlen & Fakten

Der Kiebitz gehört zur Familie der Watvögel und kommt als Brutvogel fast flächendeckend im Tiefland von NRW vor. Ein Verbreitungsschwerpunkt liegt im Münsterland, allerdings ist der Vogel auch am Niederrhein heimisch. Der Kiebitz gehört zu den Bodenbrütern, dass bedeutet, er errichtet sein Nest am Boden und nicht wie bei vielen anderen Vögeln üblich, in Bäumen und Sträuchern. Der Kiebitz war noch vor Jahrzehnten stark verbreitet, ist allerdings in den letzten Jahren an einigen Stellen in seinem Bestand dezimiert worden. Schuld an diesen Zahlen ist die Intensivierung in der Landwirtschaft. So sind die Grünlandflächen wie Wiesen und Weiden zurückgegangen und wurden wie bereits oben erwähnt in Ackerland umgewandelt. So fehlt dem Kiebitz im Frühjahr der Vermehrungszyklus. In den letzten Jahren hat der Kiebitz seine Gehege verstärkt auf Ackerflächen angelegt, das heisst, er passt sich den Veränderungen in der Landwirtschaft an. So kann man an zumindest an einigen Stellen von einer leichten Erholung der Population sprechen. 

Auf Grund abnehmender Grünflächen ...

Auf Grund abnehmender Grünflächen errichtet der Kiebitz seine Kinderstube immer stärker auf Ackerflächen.

Schutzmaßnahmen

Der Kiebitz ist seit Jahren in seinem Bestand bedroht. Ein Grund dafür ist die bereits oben erwähnte Abnahme von Grünflächen, somit ist der Vogel jetzt verstärkt auf Ackerflächen angewiesen. Etwa ab Mitte März beginnt für den Kiebitz das Brutgeschäft, wenn allerdings zur gleichen Zeit auf die in Anspruch genommenen Flächen eine Bewirtschaftung und Bearbeitung der Böden stattfindet, gilt der Bestand unter Umständen als gefährdet.

Da immer mehr Landwirte den Bodenbrüter retten wollen, wird der Bewirtschaftungstermin so weit wie möglich nach hinten geschoben. In Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden und den Umweltämtern vor Ort wird versucht, Gelege zu markieren, damit diese nicht zerstört werden, in anderen Fällen lässt sich die gesamte Nestmulde vorsichtig umsetzen. Grünland, zum Beispiel als Ackerrandstreifenprogramm angelegt, dient den Altvögeln als zuverlässige Nahrungsquelle.

Selbstverständlich dürfen natürliche Fressfeinde wie Füchse und Greifvögel nicht außer Acht gelassen werden. Auch diese können den Bestand minimieren, in der Regel geschieht dieses allerdings nur in einem geringen Ausmaß. 

Ashlie, am 07.04.2015
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