Otto Dix: Familie Trillhaase

Otto Dix: Familie Trillhaase

In Düsseldorf der Zugang zur Kunst

 

Er war im Laufe der Jahre allmählich etwas in Vergessenheit geraten, dieser naive Maler mit dem skurrilen Namen, dessen Werke, soweit sie die Zeit des Nationalsozialismus "überlebt" haben, zumeist im Clemens-Sels-Museum in Neuss zu finden sind. In Erfurt war Trillhaase geboren worden, in Düsseldorf fand er in späten Jahren – er war inzwischen schon 60 Jahre alt – Zugang zu Künstlerkreisen. Er begann selbst zu malen und galt schon wenige Jahre später als einer der Begründer und bedeutender Vertreter der naiven Malerei. Man nannte ihn den "deutschen Rousseau" – mit Bezug auf den leicht verschrobenen französischen Zöllner Henri Rousseau, der insgesamt als Begründer der modernen naiven Malerei gilt.

 

Er beeindruckte mit seinen Arbeiten

 

Der Düsseldorfer Kreis, dem sich Trillhaase angeschlossen hatte, bestand vorwiegend aus jungen Künstlern und Journalisten. Der schrullig wirkende, meist schweigsame Trillhaase galt hier zwar eher als Außenseiter, er beeindruckte die jungen Menschen jedoch mit seinen Gemälden und Zeichnungen. So rückte er, ohne es eigentlich zu wollen, in den Mittelpunkt dieser Künstlergruppe, die sich "Das junge Rheinland" nannte und sich regelmäßig in der Kaffeestube der Johanna Ey traf – und die von allen liebevoll "Mutter Ey" genannt wurde.

 

Bei den Nazis erhielt er Malverbot

 

Einer, der sich der naiven Malerei verschieben hatte, konnte natürlich zu Beginn der 1930er Jahre nicht ungeschoren bleiben. Adalbert Trillhaase ereilte wie viele andere Vorreiter der modernen Kunst in Deutschland das Schicksal, von den Nationalsozialisten als Vertreter "entarteter Kunst" abgestempelt zu werden. Er erhielt Malverbot, aber sein Werk konnte durch glückliche Zufälle weithin gerettet werden. Dazu heißt es in einer Biographie: "Trillhaase traf die ehrenvolle Ächtung als Entarteter".

 

Letzte Lebensjahre in Königswinter

 

Aber es wurde still um ihn. Er hatte eine wohlhabende Fabrikantentochter geheiratet, die erhebliches Vermögen mit in die Ehe brachte – und darunter war auch ein Grundstück mit einer Villa in Niederdollendorf, das heute zu Königswinter vor den Toren von Bonn gehört. Hier, direkt am Rhein, verbrachte er die beiden letzten Lebensjahre; hier starb er am 12. Mai 1936 im Alter von 78 Jahren. In der "Villa Trillhaase wohnten danach die Witwe Augusta und Sohn Siegfried bis in die Mitte der 1950er Jahre. Kurz darauf brannte das Anwesen ab. Aber der Name ist geblieben: Jetzt befindet sich hier eine schmucke Wohnanlage – der "Rheinpark Trillhaase" ist im Jahr 2015 daraus geworden. Und der Maler rückt wieder ins Bewusstsein.

Natürlich zunächst bei den Einheimischen, denen aus Königswinter. Die in dem Augenblick, als die Pläne zum Bau eleganter Wohnungen auf dem Gelände reiften, ihre Vorbehalte hatten. Die Verfremdung fürchteten, zumal sich auf dem Areal auch noch zwei Grotten aus Trillhaases Zeit befanden. Schließlich hatte es einen Kompromiss gegeben: Eine der Grotten ist erhalten geblieben, und davor breitet sich zwischen den Häusern ein See in Herzform aus.

Rheinpark Trillhaase

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