Gute Zeiten für Pofetischisten - Von Potuning, Popolstern und Po-Promis

Der Busen kriegt harte Konkurrenz als beherrschendes Sexsymbol - seit es kaum mehr einen naturbelassenen gibt und Busengrapscher nur noch in identisch aussehende Doppel-Ds aus Silikon greifen. Der Po ist jetzt im Kommen! Hoffentlich stellen sich die Schönheitschirurgen weltweit auch rechtzeitig um und haben geübt! Für Daniela Katzenberger: Eine weitere Operation könnte angebracht sein, wenn sie auf der Höhe der Zeit bleiben will!

Ansicht eines HinterteilsDer Po, dieses andere "sekundäre weibliche Geschlechts-Merkmal" ist jetzt besonders "in" seit der Pippa, also der Schwester der Gattin vom englischen übernächsten Thronfolger, genauer gesagt seit deren Auftritt in ebenfalls weißem langen Gewand als Oberbrautjungfer. Sie sah ja wirklich hinreißend damit aus, stahl fast ihrer Schwester und Braut die Show, aber noch wichtiger: Seit diesem Tag wird doch ihr Po heraus gehoben, also bei den Beschreibungen und Fotos, der auch rund und wohlgeformt und knackig sich durchzeichnete beim Gehen. Und ebenfalls seit dieser Zeit wird heftig diskutiert: War der echt der Po oder hat sie etwa nachgeholfen mit Popolstern oder einem derartigen Korsett für untenrum? Das Wort vom "Po-Tuning" macht jetzt die Runde. Aber Vorsicht. Nicht allen Versprechungen glauben: Die Firma Reebok wurde jetzt zu 25 Millionen Dollar Schadenersatz in den USA verurteilt, weil sie zu Unrecht in der Werbung durch neue Laufschuhe beim Joggen straffere Schenkel und Po versprachen! Lachen Sie nicht, das gibt es jetzt, das wurde zur besten Fernsehsendezeit offen ausgewalzt, also das Thema. Es wird auch diskutiert, wie Jennifer Lopez' Po die berühmte Form erhielt. Sie selbst behauptet durch regelmäßige Fitnessstunden. Hoch versichert mit 27 Millionen Dollar soll er jedenfalls sein! Und der Erfolg der Hüften schwingenden Shakira kommt doch auch nicht von ungefähr.

Von Cul de Paris bis Vivienne Westwood

Immer wieder gab es Zeiten, die den Po bei der Weiblichkeit in der Mode besonders betonten. Man denke nur an die Reifröcke unter Ludwig IX. oder an den so genannten Cul de Paris, als man das Hinterteil beim Kleid extra aufbauschte. Das kam dann auch wieder in der Biedermeierzeit im wahrsten Sinne des Wortes hoch, also in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In der Gegenwart machte die exzentrische Vivienne Westwood von sich reden, als sie in ihren ersten Kollektionen Anleihen bei dieser Variante der Modegeschichte machte. Die Dirndlmode, jetzt zu allen Oktoberfesten angesagt, kennt bei bestimmten Trachten, zum Beispiel dem Tegernseer Dirndl, das neckische Schößchen, angesetzt hinten an der Taille. Die Flamencomode trägt dem schon lange Rechnung: seit Jahren beginnen die Rüschen und Volants nicht an der Taille, sondern da liegt der Rock erst eng an und modelliert den Allerwertesten auffällig heraus, während die Rüschen erst um die Waden und Knöcheln spielen.Po in Flamencorock

Hochsaison für Pofetischisten

Immer schon konnte man jedenfalls die männliche Hälfte der Erdbevölkerung in Busen- oder Pofetischisten einteilen. Die ersteren werden den Mamasöhnchen zugeteilt, die immer noch in der Saugphase seien, die andere der direkten Abstammung von den Primaten, die ja ungeniert mit wackelndem Hinterteil den Sexualpartner umwerben. Warum, nebenbei bemerkt, hat keiner die hohen Scheidungszahlen daraufhin untersucht? Vielleicht basieren die einfach nur auf den Missverständnissen, dass Busen-Liebhaber und Pofetischisten an die jeweils falsch ausgestattete Partnerin geraten sind?
Jedenfalls, das sei verraten, ist endlich die Zeit für mich und meine Geschlechtsgenossinnnen gekommen, die wir bisher die gewisse Stelle mit allen Tricks unter einem engen Rock flach zwängten! Jetzt siegt á la den Frauen aus der Karibik das Hinterteil, auf dem man zwei Sektgläser ungefährdet abstellen könnte, wie eine neidische Freundin neulich bemerkte.

Arlequina, am 19.09.2011
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